IG Metall Stolberg verspürt keine Euphorie

Von: gro
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Er zeigte Donnerstagabend im Eschweiler Talbahnhof auf, wie sich die IG Metall für die Zukunft aufstellen will: Organisations- und Personalchef Rainer Gröbel. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der vielerorts feststellbaren Euphorie mochte sich Helmut Wirtz nicht anschließen: „Im zweiten Quartal 2010 hat es in den Betrieben noch sehr unterschiedliche Bilder gegeben. Nach wie vor stand für viele Kollegen Kurzarbeit auf der Tagesordnung. Und über Neueinstellungen wurde nur sehr vereinzelt nachgedacht.”

Die Rolle als Spielverderber wollte der Geschäftsführer der IG Metall Stolberg/Eschweiler nicht übernehmen, aber dennoch warnte er am Donnerstagabend bei der Delegiertenversammlung im Talbahnhof davor, die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise als beendet und abgeschlossen anzusehen. Die Folgen seien in den Unternehmen immer noch zu spüren, bei den Beschäftigten und den Betriebsräten gebe es weiterhin einen großen Beratungsbedarf.

Übergang in Konzerne

Beratung musste die IG Metall in den vergangenen Monaten auch noch aus einem ganz anderen Grund leisten. „Bei den Betriebsratswahlen hat es große Veränderungen gegeben”, erklärte Helmut Wirtz in seinem Geschäftsbericht. „Teilweise gibt es fast komplett neu gewählte Gremien. Und in fast der Hälfte der Betriebe wechselte der Betriebsratsvorsitz. Dies gilt auch für stellvertretende Vorsitzende.”

Der Geschäftsführer sprach vor den Delegierten von „gravierenden Veränderungen” und verwies zugleich darauf, dass diese mit großen Chancen verbunden seien. „Neue Leute bedeuten auch neue Ideen.”

Nicht neu, aber immer häufiger festzustellen ist für die Gewerkschaft, dass die Kollegen Mitarbeiter eines Konzerns werden. „Das trifft mittlerweile auf mehr als 60 Prozent zu”, so Wirtz. Beispiele für Stolberg liefern die Firma Kerpen, die heute zur Leoni AG gehört, das Stolberger Metallwerk als Bestandteil der KME-Gruppe und Prymetall, das Anfang 2002 von der Norddeutschen Affinerie - heute Aurubis - übernommen worden war.

Durch die daraus resultierende Mitarbeit in Gesamt-, Konzern- und Europabetriebsräten ergäben sich völlig neue Arbeitsweisen und Arbeitsgebiete. „Unsere Kollegen müssen häufig, manchmal auch mehrmals im Monat, nach Osnabrück, Hamburg oder Roth. Und das gleiche gilt für uns Hautamtliche.”

Die nächste Delegiertenversammlung findet 17. Dezember statt - turnusgemäß dann wieder im Jugendheim in Münsterbusch.
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