Eschweiler/Stolberg - IG Metall steigert die Mitgliederzahl

IG Metall steigert die Mitgliederzahl

Von: Sonja Essers
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Luden zur Delegiertenversammlung der IG Metall Stolberg/Eschweiler in das Eschweiler Kulturzentrum Talbahnhof: Horst Martin, 2. Bevollmächtigter, Trainee Jenifer Schade, Gewerkschaftssekretär Ralf Radmacher und 1. Bevollmächtigter Martin Peters (von links). Foto: Sonja Essers

Eschweiler/Stolberg. Für Martin Peters war es eine Premiere: Seit dem 1. Juli ist er als 1. Bevollmächtigter der IG Metall Stolberg/Eschweiler tätig, bei der Delegiertenversammlung am Dienstagabend trug er zum ersten Mal den Rechenschaftsbericht vor. Seine Bilanz: steigende Mitgliederzahlen und ein optimistischer Blick in die Zukunft.

35 Delegierte waren zur Versammlung in das Eschweiler Kulturzentrum gekommen. Begrüßt wurden diese nicht nur von Horst Martin, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Stolberg/Eschweiler, sondern auch von Ralf Woelk, Regionsgeschäftsführer der DGB-Region NRW Süd-West. Der wohl wichtigste Tagesordnungspunkt war jedoch der Rechenschaftsbericht des vergangenen Quartals.

Geprägt wurden die vergangenen Monate bei der IG Metall Stolberg/Eschweiler vor allem durch personelle Wechsel. So schied Gewerkschaftssekretär Georg Moik zum 30. April aus. Sein Amt bekleidet seit dem 1. Mai Ralf Radmacher. Radmacher wiederum übte bis dato das Amt des 2. Bevollmächtigten aus, das Horst Martin übernommen hat.

Auch die Verwaltungsangestellte Renate Bien schied aus. Für sie wurde Alexandra Deutscher eingestellt. Martin Peter übernahm das Amt des Geschäftsführers von seinem Vorgänger Helmut Wirtz. „Solche Veränderungsprozesse lösen natürlich aus, dass man sich im Team neu sortieren muss und die vielen Aufgaben verteilt“, erklärte Peters.

Doch nicht nur die personelle Situation beim Ortsvorstand, sondern auch die Situation der Betriebe stand im Fokus. So blickte Peters auf die Tarifbewegung bei Prym zurück. Nach sieben Verhandlungsterminen, sechs Mitgliederversammlungen und zwei Warnstreiks sei es gelungen, ein Verhandlungsergebnis zu Stande zu bringen, „das die Leistungen der Belegschaft honoriert und gleichzeitig etwas Sicherheit für die Zukunft gibt“, sagte Peters und fügte hinzu: „Manchmal muss man sich Anerkennung erkämpfen, aber es hat sich gelohnt.“

Das Ergebnis der Verhandlungen: eine Tariferhöhung von 3,4 Prozent, ein Einstieg in die tarifliche Altersteilzeit, der Abschluss eines Tarifvertrags zur Bildung und Qualifizierung sowie ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen für die Laufzeit des Tarifvertrags bis zum 31. März 2016. „Man kann dieses Ergebnis durchaus als Erfolg werten.

Hier hat sich gezeigt, dass man als Arbeitnehmerschaft eine Menge erreichen kann, wenn man geschlossen und solidarisch bereit ist, für seine berichtigten Interessen einzustehen und letztlich auch einen Arbeitskampf nicht scheut“, so Peters.

Auch mit einem Ergebnis der diesjährigen Tarifrunde, dem Tarifvertrag zur Altersteilzeit, habe man bereits positive Erfahrungen gemacht. Eine enorme Nachfrage und ein gestiegener Beratungsbedarf ließen Peters zu dem Ergebnis kommen, dass der Tarifabschluss Rechnung getragen habe. „Denn mit diesem Tarifabschluss haben Betriebsrat und Geschäftsleitung ein Instrument, um die Belegschaften demografiefest aufzustellen“, sagte Peters.

Apropos Demografiewandel: „Wir wollen unten am demografischen Baum mehr junge Kolleginnen und Kollegen sicher in den Betrieben halten und diese weiter qualifizieren und am oberen demografischen Ende einer Belegschaft dafür sorgen, dass die Mitarbeiter die Chance haben früher und zu finanziell attraktiven Bedingungen aus dem Erwerbsleben ausscheiden zu können“, so Peters. Auf diese Weise soll auch die Rente mit 67 Jahren, die die IG Metall Stolberg/Eschweiler nach wie vor ablehnt, unterlaufen werden.

In seinem Rechenschaftsbericht hob Peters außerdem die Arbeit des Seniorenkreises hervor und ging auch auf verschiedene Veranstaltungen, wie das Maifest von IG Metall, IG BCE und SPD auf dem Kaiserplatz in Stolberg sowie die Klausurtagung des Ortsvorstands ein. Seit Juni ist dieser zudem um einen Ehrenamtler reicher. Daniel Mrosek, Betriebsratmitglied bei Aurubis Stolberg ist als beratendes Mitglied im Ortsvorstand tätig. Thomas Schlick und Burghard Teichert komplettieren den Ortsvorstand als Beisitzer.

Natürlich kam auch das Thema Politik und deren Auswirkungen für die Arbeit der IG Metall vor Ort nicht zu kurz. So wie das „Eckpunktepapier Strommarkt“ aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Sigmar Gabriel, das in den vergangenen Monaten auch an der Basis ziemlich hitzig diskutiert worden sei.

Zum Abschluss blickte Peters auf die aktuellen Mitgliederzahlen. Rund 30 Mitglieder konnte der Ortsvorstand in den vergangenen Monaten streichen. Sie waren so genannte „Karteileichen“. Im Durchschnitt gibt es in der IG Metall Stolberg/Eschweiler 120 Austritte und 170 Eintritte. Intensive Mitgliederwerbung hätte dazu geführt, dass es in diesem Jahr bereits 135 Neuaufnahmen gegeben habe. Peters sei „sehr optimistisch, dass wir das Jahr 2015 in diesem Punkt wiederum positiv abschließen werden.“

Nachdem der Vorstand von den Delegierten entlastet worden war, stand noch ein Ausblick auf den 23. Gewerkschaftstag der IG Metall an. Dieser findet im Oktober in Frankfurt am Main statt und beinhaltet unter anderem Vorstandswahlen, Satzungsanträge sowie politische Anträge.

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