IG Metall prangert Werkverträge an

Von: gro
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Stolberg. Die Kampagne ist bereits vier Jahre alt, doch jetzt soll sie einen neuen Schwerpunkt erhalten: „Gemeinsam für ein gutes Leben” heißt die Aufforderung der IG Metall.

Während das zuletzt vor allem für die Reduzierung von Leiharbeitsverhältnissen galt, sollen nun die in vielen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie üblichen Werkverträge ins Visier genommen werden.

„Über solche Verträge werden Tätigkeiten aus den Unternehmen verlagert und Stammarbeitsplätze verdrängt”, beklagt Helmut Wirtz, Geschäftsführer der IG Metall Stolberg/Eschweiler. Und der zweite Bundesvorsitzende Detlef Wetzel stellt fest: „Die Industriebetriebe entdecken Werkverträge zunehmend als neues Lohndumpingmodell. Zwar bedeutet nicht gleich jeder Werkvertrag niedrigere Löhne. Für bestimmte spezialisierte Aufgaben kann er auch von Nutzen sein. Doch die Vergabe von Werkverträgen hat eine neue Dynamik. Sie umfasst auch Teile der Produktion und betriebsnahe Dienstleistungen.”

Dem von ihr festgestellten Trend will sich die IG Metall nun mit einer Informationsoffensive entgegenstellen. „Wir werden das Thema in den Stolberger Betrieben zur Sprache bringen und die Kollegen sensibilisieren”, kündigt Gewerkschaftssekretär Martin Peters an, der sich vom Erfolg der Kampagne überzeugt zeigt. „Dass wir gemeinsam einiges erreichen können, haben wir bereits bewiesen, indem wir es geschafft haben, die Zahl der Leiharbeiter in den Betrieben der Kupferstadt stark einzuschränken.”

Eine Gefährdung von Stammarbeitsplätzen durch Werkverträge werde man „mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern suchen”, so Peters. Inwieweit über die bloße Information hinaus auch Aktionen in einzelnen Betrieben zu diesen Mitteln zählen könnten, ließ er am Donnerstag allerdings noch offen.
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