IG-Metall: Die Betriebsratswahlen ernst nehmen

Von: vab
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Mitbestimmung ist geregelt: Im Betriebsverfassungsgesetz steht, wo der Betriebsrat überall mitreden darf. Foto: Lange

Stolberg/Eschweiler. „Mit den Betriebsratswahlen haben Arbeitnehmer die Chance, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen“, sagt Ralf Woelk, Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Und damit will er die Menschen in den Betrieben dazu aufrufen, an den noch bis einschließlich 31. Mai laufenden Betriebsratswahlen auch in unserer Region teilzunehmen.

„Hier in der Region nehmen 40 Betriebe an den Wahlen teil“, sagt Georg Moik, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Stolberg beispielhaft dazu. Er kennt die Routine bei den Wahlen, freut sich aber, dass – beispielsweise bei der immer weiter sinkenden Wahlbeteiligung auf kommunalpolitischer Ebene – die Wahlbeteiligung bei den Betriebsratswahlen – zumindest in den Metall- und Elektrobetrieben – mit Werten von bis zu 80 Prozent überaus gut ist.

Dass Betriebsräte einiges zur Demokratie in Unternehmen beitragen könnten, sei klar. Sie können mitbestimmen bei Arbeitszeiten, Pausenregelungen oder dem Gesundheitsschutz. „Generell gilt: Immer, wenn etwas Neues im Unternehmen geschieht, kann der Betriebsrat mitreden“, erklärt Moik.

Es gibt aber auch Branchen, in denen das nicht so einfach ist. Hier rücken insbesondere die Leiharbeitsfirmen in den Fokus der Gewerkschafter. Als Erfolg wertet Moik, dass inzwischen gesetzlich bestimmt sei, dass Leiharbeiter die längere Zeit in einem Unternehmen angestellt seien, den Betriebsrat mitwählen dürften.

In kleinen Handwerksbetrieben sei die Bildung von Betriebsräten ebenfalls nicht ganz einfach, sagt Moik.

Erst ab fünf Mitarbeitern ist die Bildung eines Rates möglich. Drei Vertreter bilden den Betriebsrat, der sich für weitreichende Mitbestimmungsrechte einsetzt, die im Betriebsverfassungsgesetz verankert sind.

Auch auf sozialer Ebene haben Betriebsräte eine wichtige Funktion: Dazu gehört, das tägliche Miteinander am Arbeitsplatz zu regeln, Sorgen und Nöte zu mitzuteilen und zu teilen.

„In kleinen Betrieben wird viel bilateral geklärt“, sagt Moik. Dabei gäbe den Mitarbeitern ein Betriebsrat mehr Mitbestimmungsrecht. „Gibt es keinen Rat, dann bestimmt einzig und allein der Chef“, unterstreicht Moik.

Wird gewählt, so legt Georg Moik größten Wert darauf, dass die Wahlen auch ordnungsgemäß stattfinden. Bei nicht genau eingehaltenen Wahlvorschriften können auch nachträglich alle Entscheidungen eines längst im Amt befindlichen Betriebsrates ausgehebelt werden. Darum ist es ratsam, die Wahlen nicht ohne die Unterstützung der Gewerkschaften abzuwickeln, um den Wahlen den richtigen Ablauf zu geben. „Dazu haben wir bereits im Dezember Wahlvorstandmitglieder geschult“, erzählt Moik.

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