IG Metall: Aufwärmen für den Tarif-Marathon

Von: Sarah-Lena Gombert
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Worauf sollen die Gewerkschaften bei den nächsten Tarifverhandlungen achten? Darüber haben die Metaller am Dienstagnachmittag unter Moderation des Ersten Bevollmächtigten Martin Peters diskutiert. Foto: Gombert

Stolberg. Wie soll die Arbeit in der Metall- und Elektroindustrie in der Region in Zukunft aussehen? Das ist eine der zentralen Fragen, um die es in der nächsten Tarifverhandlung der Industriegewerkschaft Metall mit den Arbeitgebern gehen wird, die im Januar des kommenden Jahres beginnen.

Schon jetzt haben sich die Metaller Gedanken darüber gemacht, mit welchen Forderungen in die Verhandlung gehen sollen. Am Dienstag haben Vertreter der Gewerkschaft ihre Ideen in Stolberg diskutiert.

Neben den Entgelterhöhungen soll es, so erklärte der Erste Bevollmächtigte Martin Peters im Jugendheim Münsterbusch, auch darum, unter welchen Bedingungen zukünftig gearbeitet werden soll. Dabei spielen Aspekte der Schichtarbeit, des mobilen Arbeitens und das Thema selbstbestimmte Arbeitszeit eine wesentliche Rolle.

Erholung von Schichtarbeit

Vor allem das Thema Schichtarbeit liegt den Metallern aus Eschweiler und Stolberg am Herzen: „Es wird immer wieder darüber diskutiert, wie lange wir in Zukunft arbeiten werden müssen“, sagte einer der Delegierten. Gerade bei der körperlich anstrengenden Schichtarbeit sei es daher wichtig, dass ältere Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit haben, in die Tagschicht zu wechseln.

Andere Gewerkschaftsmitglieder betonten, dass darauf zu achten sei, dass auch die Arbeitszeit für Metaller auch im Schichtbetrieb planbar sein müsse: „Wenn wir erst eine Woche vorher mitgeteilt bekommen, wie wir arbeiten müssen, dann ist es vorbei mit der Planbarkeit unseres Familienlebens“, sagte ein Delegierter.

Dass die Altersteilzeit für Metaller gerade in den unteren Lohngruppen aktuell nicht infrage käme, merkte ein weiterer Gewerkschafter an: „Die Kollegen sind zum Teil sehr erschöpft und würden gerne in Altersteilzeit gehen, können sich aber den Lohnausfall nicht leisten.“

Viele wollen nicht bis 67 arbeiten

Die Anregungen aus Stolberg und Eschweiler decken sich zum Teil auch mit den Ergebnissen aus einer Befragung, die die IG Metall kürzlich bundesweit in Betrieben durchgeführt hat. In seinem Geschäftsbericht trug Martin Peters einen Teil der Erkenntnisse vor: „Bundesweit glaubt nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten, dass sie bis 67 arbeiten können.“

Im Bereich der Geschäftsstelle Stolberg-Eschweiler seien es davon abweichend immerhin 56 Prozent, die denken, ihrem Job bis zum Alter von 67 Jahren nachgehen zu können. „Ich würde mir dann nur wünschen, dass die Arbeitgeber es ihnen auch ermöglichen und sie nicht durch Frühverrentungsprogramme zum Zweck des Personalabbaus aus den Betrieben schicken.“

Dass man auch die Angestellten, die vor allem im Büro sitzen, bei den Tarifverhandlungen nicht aus den Augen verlieren dürfe, merkte ein weiterer Delegierter an: „Gerade für die älteren Kolleginnen und Kollegen bedeutet der zunehmende Leistungsdruck in unserer Branche, die ständig neuen Kommunikationstechniken und die zunehmende Kontrolle durch das Management eine hohe nervliche Belastung“, sagte er.

Peters appellierte am Ende der Diskussion, dass all die Themen noch einmal in den Betrieben besprochen werden müssten – mit den Mitgliedern und auch den Nichtmitgliedern der Gewerkschaft. Nur so sei es möglich, im kommenden Jahr mit Forderungen in die Verhandlungen zu gehen, die die Bedürfnisse aller Arbeiter und Angestellten widerspiegeln. Paul Zimmermann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Düren, warf ein, dass die Arbeitgeber bereits in Vorbereitungen für die Verhandlungen gingen.

Er schließt einen Arbeitskampf nicht aus. Und, so ergänzte Peters, natürlich werde es auch im kommenden Jahr wieder um Entgelterhöhungen gehen. „Die Verhandlungen werden lange dauern. Das wird sicherlich kein Sprint, sondern ein Marathon.“

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