Iftar-Fest in Stadthalle: Verbindendes Fest des Fastenbrechens

Von: Dirk Müller
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Menschen unterschiedlicher Nationen, Farben und Religionen haben sich beim letzten Fastenbrechen im Monat Ramadan im Festsaal der Stadthalle zusammengefunden. Foto: D. Müller
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Gemeinsam am runden Tisch: Die vielen Gäste lassen sich Reis mit Kalbsfleisch und eine Suppe schmecken.

Stolberg. Die Stadthalle erstrahlt in festlichem Glanz, viele der Gäste tragen Abendgarderobe. Was aber kein „Muss“ ist, denn Besucher in lockerer Kleidung sind ebenso herzlich willkommen. Von kleinen Kindern bis zu gestandenen Senioren feiern alle Generationen das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan.

Unter den Gästen sind auch mehr als 100 Schutzsuchende, die derzeit in der Notunterkunft am Rande der Donnerberg-Kaserne leben.

Bevor das Fasten zum letzten Mal in diesem Jahr gebrochen wird, begrüßen der Integrationsratsvorsitzende Ahmet Ekin, Erol Kilic von der Ditib-Gemeinde und Ahmet Yildiz von der türkischen Mittelstandsvereinigung Side die Gäste zweisprachig.

Yildiz spricht auf türkisch, Kilic auf deutsch, und es sind deutliche Worte: „Wo auch immer es sein mag, und vom wem auch immer es ausgeht: Terror ist ein Verbrechen an der Menschheit, die gemeinsam dagegen kämpfen sollte. Wir verurteilen jeglichen Terror auf das Schärfste“, betonen sie mit Blick auf die jüngsten Anschläge und sprechen tiefe Trauer hinsichtlich der Opfer aus. Kilic und Yildiz erläutern, der Ramadan sei für Muslime mit gegenseitiger Fürsorge und gemeinschaftlichem Teilen und Handeln verbunden.

„Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass heute Menschen unterschiedlicher Nationen, Farben und Religionen zusammengekommen sind“, sagen die Redner stellvertretend für die Organisatoren und Gastgeber Turk-Federasyon, die muslimischen Gemeinden IBV, IGMG und Ditib, Side und Integrationsrat.

Im Ramadan würden Gläubige nicht fasten, um zu hungern, sondern, um das Leid der Armen zu verstehen. „In vielen Regionen der Welt sterben Menschen vor Hunger und aus Armut, während andere verschwenderisch mit dem umgehen, was eigentlich der gesamten Menschheit gehört. Der Ramadan ist eine gute Gelegenheit, darüber nachzudenken und unsere Gewohnheiten zu ändern.“

Gemeinsam teilen

Bestes Beispiel für den Gedanken des gemeinschaftlichen Teilens ist die Aktion, die der Integrationsrat organisiert hat: Das Stolberger Busunternehmen Haas stellte kostenlos einen Monat lang einen Bus zur Verfügung, der jeden Abend ehrenamtlich von Köksal Yilmaz gesteuert wurde. Die aus ihren Heimatländern vor Krieg und Terror geflohenen Menschen in der Notunterkunft am Donnerberg wurden jeden Abend zum gemeinsamen Fastenbrechen abgeholt und wieder zurückgefahren. Eingeladen waren sie von den Stolberger muslimischen Gemeinden IGMG, IBV und Ditib, deren Mitglieder die Kosten für die Mahlzeiten übernommen haben.

„Es waren immer 70 bis 80 Gläubige. Beim großen Iftar-Essen sind heute aber mehr als 100 Geflüchtete hier, weil wir alle eingeladen haben“, beschreibt Ekin. So sind auch Christen verschiedener Nationen darunter – und auch aus der Kupferstadt. Wie der stellvertretende Bürgermeister Patrick Haas, der das Wort an die Gastgeber richtet: „Ich bin der Überzeugung, dass der Islam zu Deutschland und zu Stolberg gehört, und ich danke Ihnen im Namen der Stadt dafür, dass wir heute Abend zu Ihnen gehören dürfen.“

Der Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling schließt sich an und meint: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie auch Menschen einladen, die nicht muslimischen Glaubens sind. Sie haben einmal mehr die Türen für alle Stolberger weit aufgemacht.“

Dies bestätigt auch der Erste Beigeordnete der Kupferstadt. „Das Stolberger Iftar-Essen ist ein Fest mit Vorbildcharakter für andere Städte, und ich bin stolz, heute dabei zu sein“, sagt Robert Voigtsberger. Nach den Rednern übernehmen die Vorbeter das Mikrofon, und hinter den Kulissen herrscht bereits geschäftiges Treiben. Pünktlich zum Sonnenuntergang werden die Gäste bedient. Brot, Suppe und ein warmes Menü werden jetzt serviert. 1000 Mahlzeiten haben die Gastgeber vorbereiten lassen – und finanziert, denn auch zum 8. Stolberger Iftar-Fest sind wieder alle Gäste willkommen und eingeladen.

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