Stolberg - Idyllische Lage, aber schwer zu verkaufen

Idyllische Lage, aber schwer zu verkaufen

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Viel Unrat auf dem ehemaligen Sportplatz. Das ärgert Gerd Grüttemeier (v.l.), Marc Delzepich und Heinz-Gerd Braun. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Idyllisch liegt der Sportplatz oberhalb der Straße „Am Brändchen“, in seinem weißen Gewand aus Schnee wirkt alles friedlich. Nur wenig erinnert an die Zeiten, in denen hier nach dem runden Leder gejagt wurde.

„Idyllische Hanggrundstücke am Waldrand“ lautet auch die Beschreibung der Liegenschaft auf der Internet-Seite der Stadt, die schon seit geraumer Zeit versucht, die unbebauten Grundstücke unterhalb des Platzes für 110 Euro pro Quadratmeter sowie das mit dem alten Sportheim des VfL Zweifall bebaute Terrain für 170.000 Euro zu veräußern.

Besorgt zeigt sich die örtliche CDU über die Situation rund um die Vermarktung der Flächen. Deshalb haben Heinz-Gerd Braun und Gerd Grüttemeier eine Anfrage an den Bürgermeister gestellt. „Wir wünschen uns, dass die Stadt in dieser Angelegenheit vorankommt“, sagt Grüttemeier. „Wir möchten wissen, warum eine Veräußerung immer noch nicht zustande gekommen ist.“ Und Ratsmitglied Braun macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: „Der Sportplatz wird als illegale Müllkippe missbraucht.“

Seitdem das Tor samt Flutlichtanlage mit zum Dörenberg gezogen ist, wo die Zweifaller mit den Vichtern zum VfL Vichttal fusioniert haben, ist der Platz offen für jedermann. Sportliche Ambitionen hat hier wohl niemand mehr, im Gegenteil: Fenster der Sanitäranlagen sind eingeschlagen, Rollläden eingetreten, ebenso eine Tür. „Hier herrscht der reinste Vandalismus“, ärgert sich Grüttemeier, dass alles verkommt. „Wir haben hier sogar schon Spritzen gefunden! Das kann so nicht weitergehen. Wir möchten wissen, was die Stadt dagegen zu unternehmen gedenkt“, betont Braun.

Gegen den Vandalismus könne die Stadt nichts machen, die Toilettenanlagen und Cafeteria würden ohnehin bald abgerissen werden, sagt Andreas Pickhardt auf Anfrage unserer Zeitung. „Oft ist gegen die Dreistigkeit bestimmter Leute kein Kraut gewachsen“, so der zuständige Fachbereichsleiter. Damit der Sportplatz nicht weiter als Müllkippe missbraucht wird, könne die Zufahrt mit Findlingen unterbunden werden.

Verkauft werden soll der Sportplatz hingegen nicht. „Er stand nie zur Disposition, weil er gar nicht zu bebauen ist. Der Boden ist weich, und der Untergrund ist nicht geeignet, um für kleines Geld dort etwas umzusetzen“, sagt Pickhardt. Eine Erschließung für mehr als eine Handvoll Häuser sei einfach nicht möglich. Bei den Grundstücken rund um das Sportheim „läuft die Vermarktung schleppend“. Es gebe immer wieder Interessenten, ein Vertragsabschluss sei nicht in Sicht.

„Wildromantisch“ nennt An-dreas Pickhardt die Lage „Am Brändchen“. Anscheinend zieht es die meisten Menschen aber doch näher ans Geschehen, näher an eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Kindergarten und Schule sowie Einzelhandel und entsprechender Verkehrsanbindung. „In so einer Lage dauert das eben seine Zeit, wir wollen uns noch etwas in Geduld üben“, verweist Pickhardt darauf, dass es nicht am Preis liege.

So schleppend es in Zweifall läuft, so gut geht es bei der Vermarktung andernorts voran. Beim Sportplatz Breinig hat die Stadt nach zähem Ringen eine Einigung mit dem SV Breinig erzielt und treibt dort die Entwicklung voran. Die Erstellung eines Bergbaugutachtens stehe nun an erster Stelle. Die Nachfrage nach Grundstücken ist rege, bestätigt der Fachbereichsleiter – kein Wunder, Breinig ist bei Häuslebauern beliebt.

Auch auf der Rotsch „ist die Nachfrage schon da, obwohl wir noch gar nicht angefangen haben“. Hier ist eine Straßenrandbebauung mit großzügig geschnittenen Grundstücken geplant. Pickhardt: „Nach dem Frost fangen wir auch hier mit den Bodenuntersuchungen an.“

Der Fusion des SSV und der DJK Frisch-Froh zum FC Stolberg ist mittlerweile eine Konzentration des Spielbetriebs auf die Anlage an der Stadtrandsiedlung erfolgt, die mittelfristig ebenfalls Bauland werden soll. Ein Großteil gehört der Stadt bereits, nach der Gründung der Stolberger Bauland GmbH (SGB), mit der laut Pickhardt „täglich gerechnet“ würde, kann auch hier die Entwicklung voranschreiten und ein Bebauungsplan erstellt werden.

„Das wird eines unserer Leuchtturmprojekte im Wohnungsbau für die nächsten Jahre.“ Letzteren wird es in Büsbach nicht geben, die Adler bleiben in ihrem Horst, „es hat schon einen guten Grund, dass dort Fußball gespielt und nicht gebaut wird“, macht Pickhardt auf die erheblichen Boden- und Bergbauprobleme vor Ort aufmerksam.

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