Hydraulik-Spezialist leidet weiter unter den Folgen der Krise

Von: Michael Grobusch
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Die Auftragslage hat sich verbessert, aber der Preiskampf macht dem Büsbacher Familienunternehmen Hoven immer noch schwer zu schaffen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, ist das nicht gut fürs Geschäft. Dietmar und Rolf Hoven kennen diesen wirtschaftlichen Mechanismus. Denn während sich derzeit viele Unternehmen von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise erholen, leidet der Hydraulik-Spezialist aus Büsbach wie die gesamte Branche weiterhin unter deren Folgen.

Und die schlagen vor allem auf den Preis. Die beiden Geschäftsführer berichten von einem „ruinösen Kampf”, dem man sich trotz hoher Qualität nicht völlig entziehen könne, wenn denn die eigene Position auf dem Markt gehalten oder sogar ausgebaut werden solle.

„Wir haben einen Einkäufermarkt”, stellt Rolf Hoven fest und ergänzt: „Auch wir müssen unser Geschäft generieren.” Deshalb hat die Firma Hoven auf das schwierige Umfeld reagiert und den Vertrieb personell gestärkt. Die Akquise ist aufwändiger geworden”, weiß Dietmar Hoven. Dem stellt das Unternehmen nicht nur mehr Personal in der zuständigen Abteilung entgegen, sondern auch eine neue Form der Außendarstellung.

Kern des Konzeptes ist eine „offensive Öffentlichkeitsarbeit in Fachkreisen”, so der Geschäftsführer, „damit wir auf dem Markt mit unseren Stärken besser wahrgenommen werden”. Dazu zähle neben der „hervorragenden Herstellungsqualität” vor allem die Tatsache, „dass wir ein Komplettprodukt mit Engineering anbieten können.”

Darüber hinaus soll das Port Folio erweitert werden, um neue Märkte und neue Kunden zu erschließen. „Wir werden uns mehr auf die Instandsetzung von Zylindern fokussieren”, kündigt Rolf Hoven an. „Das war bislang ein Stiefkind von uns, ist aber ein sehr interessanter Geschäftszweig.”

Und der bietet neue Perspektiven. Deshalb, aber auch, weil sich die Auftragslage trotz Krisen-Nachwirkungen verbessert hat, wird am Brockenberg wieder Personal in der Fertigung eingestellt. „Das Tal der Tränen ist durchschritten”, erklärt Rolf Hoven. Das lässt sich auch an der Mitarbeiterzahl ablesen, die von zwischenzeitlich 83 wieder auf 90 gestiegen ist - mit weiterer Tendenz nach oben.

Aber: „Wir haben einen Facharbeitermangel”, lautet die Bilanz der bisherigen Suche nach Zerspanungsmechanikern, die mittlerweile auf das benachbarte Ausland ausgeweitet worden ist. Parallel dazu setzt das Familienunternehmen auf die Ausbildung im eigenen Haus. Das wird auch in Zukunft in Büsbach stehen. „Wir halten am Standort fest”, gibt es von den beiden Geschäftsführern unisono ein Bekenntnis zum heimischen Standort.

Das war zuletzt in den Jahren 2007/2008 mit dem Bau einer neuen Halle und in der Modernisierung der Maschinen zum Ausdruck gekommen. Und investiert werden könnte bald wieder - „in Anlagen und in Flächen”, wie es Dietmar Hoven formuliert. Während die Maschinen immer komplexer und höher technisiert sein müssen, geht es bei den Flächen vor allem um die Größe. Und da ganz konkret um den Verwaltungstrakt, der nach Aussage der Geschäftsführer aus den sprichwörtlichen Nähten platzt. „Im Moment ist es sogar schwer, einen freien Stuhl zu finden”, veranschaulicht Dietmar Hoven den Handlungsbedarf mit einem simplen Beispiel.

Insgesamt ist der Blick nach vorne mit Optimismus und Tatendrang verbunden. „2011 wird ein spannendes Jahr”, ist Rolf Hoven überzeugt.

Kurzarbeit beendet, Verhandlungen vertagt

Die Kurzarbeit bei der Firma Hoven ist bereits seit April ausgesetzt. In schweren Zeiten hatte sich auch der Hydraulik-Spezialist dieses Instruments bedient, um die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft zu sichern.

Die Verhandlungen über einen neuen Haustarifvertrag sind in Absprache mit der IG Metall auf Anfang 2011 verschoben worden. „Dann werden wir wissen, wo es langgeht”, erklärt Geschäftsführer Rolf Hoven.

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