Hunderte Briefe an Stolberger heimlich entsorgt

Von: kin
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Auf einem Parkplatz an der L 25 in Gürzenich wurden drei Säcke mit nicht zugestellten Briefen gefunden. Die Polizei ermittelt.

Stolberg/Düren. Eines ist sicher: Bis zu 600 Briefe wurden zwischen Oktober und Dezember nicht ordnungsgemäß zugestellt. Sie wurden vielmehr am Sonntag auf einem Waldparkplatz an der Landstraße 25 im Dürener Stadtteil Gürzenich gefunden – gut verpackt in drei großen grauen Müllsäcken.

Ein Anrufer hatte der Polizei gemeldet, dass auf dem Parkplatz am Ortsausgang in Richtung Scheven­hütte illegaler Müll abgeladen worden sei. Als die Beamten an dem Parkplatz ankamen, merkten sie beim Blick in die Säcke allerdings schnell, dass es sich keineswegs um Sondermüll, sondern um nicht zugestellte Post handelte.

Ralf Meurer, Sprecher der Kreispolizeibehörde Düren: „Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet. Das äußerst Kuriose ist, dass es sich um Briefe von verschiedenen Versandunternehmen handelt.“ Welche Unternehmen das im Einzelnen sind, wollte Meurer nicht sagen. „Das wäre für die Unternehmen extrem geschäftsschädigend.“ Nur so viel: Es sind keine Briefe, die von der Deutschen Post verschickt werden sollten, in den Müllsäcken auf dem Parkplatz in Gürzenich gefunden worden.

Einige der Briefe seien geöffnet, andere gar zerrissen gewesen, so Ralf Meurer weiter. Ob die Post gestohlen wurde, um beispielsweise Geldgeschenke abzufangen, oder ob es andere Gründe für die nicht zugestellten Briefe geben könnte, ist noch nicht ermittelt worden.

„Bunt gemischt“

Inzwischen steht allerdings fest, dass die in Gürzenich gefundenen knapp 600 Briefe ausschließlich an Empfänger in der Stadt Stolberg adressiert waren. Das bestätigte die Polizei am Mittwoch auf Anfrage. Laut Polizei handelt es sich um Behördenpost und Werbung. „Das ist bunt gemischt“, hieß es.

Unklar ist aber offenbar noch, ob die Post überhaupt aus dem Kreis Düren stammt, zumal es sich um Briefe mehrerer privater Versandunternehmen handelt. Denkbar könnte sein, dass zum Beispiel nur der Zusteller, der die Briefe offenbar entsorgt hat, aus dem Dürener Bereich stammt. Die Ermittlungen der Polizei laufen hier auf Hochtouren.

Meurer verspricht: „Wir werden die Absender und die Adressaten der Briefe genau ermitteln. Danach gehen die Briefe dann wieder zurück an die betroffenen Versandunternehmen und können ordnungsgemäß an die Adressaten verschickt werden.“ Wann genau das sein wird, konnte Meurer noch nicht sagen. „Die Kollegen arbeiten auf Hochtouren an dem Fall.“

Die Polizei bittet Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich unter Telefon 02421/9496425 zu melden. Bürger, die seit Oktober auf einen Brief warten, werden gebeten, Geduld zu haben. Meurer: „Wenn wir die Briefe nicht mehr als Beweismittel brauchen, können sie zugestellt werden.“

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