Hubert vom Venn serviert Christstollen süßsauer beim Erzählabend

Von: Dirk Müller
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Weniger als klassischer Kabarettist, sondern eher als Geschichtenerzähler unterhält Hubert vom Venn die Gäste im „The Savoy“ jenseits von Klamauk oder Effekthascherei glänzend. Foto: D. Müller

Stolberg. Es naht die besinnliche Vorweihnachtszeit, und in der Eifel sei der Advent schon längst allgegenwärtig, erklärte Hubert vom Venn den Gästen im „The Savoy“: „Seit Oktober begrüßen die Eifler sich nicht mehr mit ,Guten Tag‘ oder ,Hallo‘, sondern mit dem Satz: ‚Ich hab‘ schon alles zusammen.‘“

Er selbst esse aus dem Christstollen übrigens immer nur das Marzipan heraus: „Ich habe schon überlegt, danach mal ein Würstchen einzubauen, so nach dem Motto ,Christstollen süßsauer‘“, erklärte Hubert vom Venn.

Jenseits von Klamauk oder Effekthascherei erzählte er amüsante Geschichten aus der Eifel. Passend zu dem adventlichen Programm wählte vom Venn oft die leisen Töne, um die Gäste dennoch herzhaft zum Lachen zu bringen. Etwa über die Eifler Frauen, für die am ersten Weihnachtsfeiertag „Geschenkpapierbügeln“ angesagt sei, oder über vom Venns eigene Frau, deren weihnachtliche Einkaufliste ungefähr die Länge des Alten Testaments erreiche. Auf dieser finde sich auch das Geschenk für den reichen Erbonkel, der Diabetiker ist: eine extragroße Pralinenschachtel.

Bevor aber die Weihnachtseinkäufe getätigt werden können, habe sich seine Frau dafür erst einmal ein „Metropolen-Kleid“ zugelegt, „um für nach Oche zu fahren“, während er ein Schläfchen in einer leeren Umkleidekabine gemacht habe.

Fulminante Saalschlacht

Der als Geschichtenerzähler auftretende Kabarettist berichtete unter anderem von einer Weinprobe bei seinem neuen Nachbarn. „Der ist Psychologe, und seine Frau hat sie auch nicht mehr alle.“ Von einem weinschlürfenden Gast darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Kanapees vermisse, habe vom Venn geantwortet, ihm selbst würden ein paar Stühle auch reichen. Köstlich wie die Weinprobe war auch die Episode vom Ortskartell, dessen Vorsitzender „ein Dummschwätzer vor dem Herren“ sei.

Bei einem Treffen wird das „traditionelle“ Krippenspiel, das im kommenden Jahr erstmalig stattfinden soll, geplant, doch es kommt zu leichten Unstimmigkeiten, so dass die Versammlung durch einen Notarzteinsatz kurzzeitig unterbrochen wird, – um am Ende in eine fulminante Saalschlacht auszuarten. „Das ist aber nicht mehr protokolliert, da der Schriftführer noch nicht aus dem Koma erwacht ist.“ Vom Venn ließ einen Besuch bei „der Ikea“ Revue passieren, wo er dem Abteilungsleiter „Sören aus Malmö“ begegnet sei. „Der Akzent von diesem Sören klang eindeutig so, als käme er aus der Kalterherberger Ecke.“

Vom Venn begeisterte das Publikum im „The Savoy“ mit seinem Auftritt als St. Martin, der zu einem Eifler Desaster geriet, als er schließlich nur noch mit einer Badehose bekleidet, auf der sich gegenseitig Kokosnüsse zuwerfende Affen abgebildet waren, vor 100 Kindern stand. „Das Foto in der Lokalpresse ging anschließend um die ganze Welt.“ Der Erzählabend hatte im Gegensatz zu einer Kabarettvorstellung aber auch Raum für eine traurige Geschichte, welche die Gäste bis an die Tränengrenze rührte.

Hubert vom Venns neue Konzeption war durchgängig stimmig und wurde vom Kupferstädter Publikum sehr gut angenommen, wie die vielen Lacher, der Beifall für die Geschichten und die positiven Rückmeldungen der Gäste zweifelsfrei belegten.

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