„Housekeeping”, Kanapees und „echtes” Reklamationsgespräch

Von: Dirk Müller
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Die Auszubildende Liane Jouße
Die Auszubildende Liane Joußen „serviert” an der Hotelrezeption ihren Pokal für den dritten Platz bei der Jugendmeisterschaft. Foto: D. Müller

Stolberg. Zehn Mal haben Auszubildende des Zweifaller „Hotels zum Walde” bereits an regionalen Jugendmeisterschaften des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) teilgenommen und belegten davon acht Mal Plätze unter den besten Dreien. Zuletzt gelang den Azubis dies drei Mal in Folge.

Für diesen „Hattrick” ist nun Liane Joußen aus Stolberg verantwortlich, die bei der diesjährigen Auflage der Jugendmeisterschaft für Hotelfachleute in der Region Aachen den dritten Rang belegen konnte.

Dabei war ihr Weg zu den besten angehenden Hotelfachfrauen nicht unbedingt vorgezeichnet. Die heute 23-Jährige machte 2008 ihr Abitur am Goethe-Gymnasium und besuchte anschließend ein Jahr die Höhere Handelsschule, „paukte” Wirtschaft und Verwaltung. „Mir wurde aber klar, dass ich nicht im kaufmännischen Bereich arbeiten wollte. Die Alternativen für mich waren dann Ausbildung oder Studium”, beschreibt Joußen. Sie entschied sich dafür, vor einem eventuellen Studium eine Ausbildung abzuschließen, um „schon etwas in der Hand zu haben”. Nach einem zweimonatigem Praktikum im „Hotel zum Walde” bekam Liane Joußen dort eine Stelle als Auszubildende.

Für sie auch ein Grund, warum ihre Teilnahme an der Jugendmeisterschaft so erfolgreich war: „Hier arbeiten wir in einer familiären Atmosphäre eng zusammen, und die Azubis können von Beginn an mehr Verantwortung übernehmen, als das vielleicht in großen Hotelketten möglich ist”, meint Joußen. So konnte sie zunächst den Theorie-Test bestehen - die Voraussetzung dafür, mit sieben anderen Azubis in das Finale der Meisterschaft einzuziehen. In diesem warteten verschiedene praktische Aufgaben auf die Teilnehmer:

Neben dem „Housekeeping”, bei dem Hotelzimmer für den Gästebesuch gereinigt und hergerichtet werden mussten, galt es ein Blumengesteck anzufertigen und dabei Talent zum Dekorieren zu zeigen. Typische wie exotische Waren mussten erkannt werden, die künftigen Hotelfachleute kreierten Kanapees und richteten diese an. Eine Aufgabe war, einen Werbebrief für ein Wochenendangebot zu verfassen, wobei das Paket und das Format des Hotelwochenendes von den Azubis selbst erdacht wurde. „Besonders heikel war das Reklamationsgespräch, weil man nicht wusste, was auf einen zukommt. Außerdem haben die Prüfer das echt gut gespielt, waren richtig verärgert und wollten hohen Preisnachlass rausschlagen”, berichtet die Drittplatzierte.

Wenn sie im Sommer mit der Ausbildung fertig ist, möchte Joußen ein Studium aufnehmen, um später Deutsch und Englisch an einer Berufsschule zu unterrichten. „Aber an einer, die auch den Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe anbietet. Dann könnte ich die entsprechenden Fächer ebenfalls unterrichten”, betont Joußen.
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