HotSpot am Alten Rathaus: Fast 300 Meter weit kostenlos surfen

Von: Ottmar Hansen
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Der Hotspot für das neue WLAN-Angebot wurde am Mittwochmorgen an der Wand des Alten Rathauses installiert. Um das Kabel durch die dicke Mauer zu bekommen, musste schon ein langer Bohrer her. Foto: O. Hansen

Stolberg. Wer es sich mit seinem Laptop in der Gastronomie rund um das Rathaus gemütlich macht, wird dort künftig kostenlos surfen können. Am Mittwochmorgen wurde die dazu erforderliche Sendetechnik, der „HotSpot“, am Gebäude des Alten Rathauses installiert.

Mit einem extra langen Bohrer wurde das massive Mauerwerk des Rathausgebäudes angebohrt. Anschließend wurden je zwei kleine weiße Kästchen, nicht größer als eine Steckdose, zur Seite des Kaiserplatzes und zur Seite des neuen Rathauses an die Wand geschraubt.

Das sind die WLAN-Sender. Versorgt werden sie von einer Stromleitung im Inneren des Gebäudes. Die Sender reichen über den Kaiserplatz, den oberen Steinweg bis zum Kaufhaus Victor und bis zum Sparkassengebäude. WLAN (Wireless Local Area Network) ist ein drahtloses, lokales Netzwerk.

Die Übertragung der WLAN-Signale erfolgt nicht über Kupferkabel, sondern erfolgt per Rundstrahlantenne durch die Luft. Die Reichweite liegt auf freier Fläche etwa bei 300 Metern. Wer will, hat an dem HotSpot am Rathaus künftig den Zugriff auf das gesamte weltweite Internet. Per Notebook, Tablet-Computer oder Handy. Nutzbar mit allen internetfähigen Geräten.

„Wir befinden uns in einer Vorreiterrolle“, freut sich Frank Gilles vom Amt für Wirtschaftsförderung. Ein solches Angebot könne längst nicht jede Stadt in der Region ihren Einwohnern machen. Derzeit sei auch die Nachbarstadt Aachen dabei, HotSpots zum kostenlosen Surfen einzurichten. In Stolberg soll der HotSpot am 9. Dezember frei geschaltet werden. Wer sich dann in das WLAN-Angebot einwählt, kann in der Regel 1,5 Stunden lang kostenlos surfen.

„Mit diesem Wert liegen wir deutlich über dem Angebot anderer Städte“, so Gilles. Muss es mehr sein, können sich Interessenten bei ihrem Wirt rund um den Kaiserplatz eine Zugangsnummer geben lassen, die die kostenlose Surfzeit verlängert. Zum Test des Angebotes werde der HotSpot bis Anfang Januar für vier Stunden am Stück genutzt werden können, sagt Frank Gilles. „Zum Beispiel beim Kupferstädter Weihnachtstreff.“ Eine ähnliche Ausweitung der Surfzeiten sei auch beim Stadtfest oder bei Stolberg goes möglich.

Einwählen können sich Interessenten mit der Adresse „Kupferstädter HotSpot“. Dann muss noch den Nutzungsbedingungen zugestimmt werden, und schon kann es los gehen. Betrieben wird der WLAN-Stützpunkt von Anbieter Net Aachen. Die Stadt mietet den HotSpot gegen eine bestimmte Gebühr. Die soll, wenn möglich, durch Sponsoren wieder herein gebracht werden.

Gerne ein Stündchen

Diese Vorstellung sei nicht abwegig, so Gilles. Bei schönem Sommerwetter nutzten die Stolberger sicher gerne ein Stündchen die Außengastronomie rund um den Kaiserplatz. Warum dann nicht kostenlos im Internet surfen? Das WLAN-Angebot sorge sicher für mehr Kundschaft in den Kneipen und Cafés.

„Das WLAN-Angebot ist deshalb eine sehr sinnvolle Sache“, betont Wirtschaftsförderer Gilles. Nicht zuletzt werde die Stadt Stolberg auf diese Weise Anziehungspunkt für Aachener Studenten, die hier kostenlos surfen könnten. Gilles: „Wenn wir als Wohnort für Studenten interessant sein wollen, kommen wir um derartige Strukturen nicht herum.“

Nach der Inbetriebnahme am 9. Dezember werde die Stadtverwaltung prüfen, wie stark das WLAN-Angebot angenommen werde. Gilles „Wir werden das Projekt perspektivisch auswerten.“ Will heißen: Sollten viele Internetfans den HotSpot am Rathaus regelmäßig nutzen, kann über weitere Einwählstationen nachgedacht werden. Gilles: „Sinnvoll wäre ein HotSpot an den großen Plätzen, auf denen man draußen verweilen kann.“ Etwa am Bastinsweiher. Wenn der Umbau dieses Platzes und der Rathausstraße einmal abgeschlossen sein wird, soll wohl auch ein HotSpot dazu einladen, die Zeit in dem kleinen angeschlossenen Park zu verbringen.

Alle Standards

Viele Bereiche Stolbergs könnten als Standort der WLAN-Sendeanlagen genutzt werden, sagt auch Michael Weniger, Leiter der EDV-Abteilung in der Stadtverwaltung. Laut Weniger erfüllt die momentan installierte Anlage am Rathaus bereits die üblichen Standards. Trotzdem habe man schon einmal weitere Kabel ins Gebäudeinnere legen lassen, falls eine neue Generation der HotSpots am Rathaus installiert werden müsse. „Wir werden testen, wie weit die Funkantennen reichen und notfalls weitere am Gebäude anbringen lassen.“

Wer beteiligt sich?

Die Verwaltung wird nun auf die Geschäftsleute in der Stadt zugehen, um festzustellen, wer sich an dem WLAN-Projekt beteiligen wird. Die Haftung dafür, dass das Netz womöglich von Störern ausgerechnet vom HotSpot am Rathaus genutzt werde, liege nicht bei der Stadtverwaltung, betonte Weniger auf Nachfrage. Als Mieter der Anlage sei man für so etwas nicht verantwortlich zu machen.

Handys senden stärker

Befürchtungen, dass HotSpots mit ihren hochfrequenten elektromagnetischen Wellen gesundheitliche Risiken darstellen, konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Handys senden mit einer wesentlich höheren Leistung.

Sorgen diesbezüglich haben Großstädte wie Hamburg eher nicht. Die Hansestadt wird bis zum Jahr 2016 flächendeckend auf ihrem Gebiet WLAN-Stationen einrichten. Die neue Kommunikationstechnik zeigt auch in New York bereits ihre Folgen. Dort sollen nach Einrichtung unzähliger WLAN-Stützpunkte die Telefonhäuschen aus dem Stadtbild verschwinden.

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