Hot-Nitro-Stuntman-Show: Spiel mit dem Feuer zieht nicht mehr

Von: Heike Eisenmenger
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Zum Nachahmen nicht geeignet: Stuntman Swen Jütten von der Hot-Nitro-Show spielte die lebende Fackel. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Münsterbusch. Dominik Junior ist schlecht gelaunt: Zu gerne würde er mit dem Motorrad über vier Autos hinweg springen, aber sein Vater erlaubt es nicht. Und dies aus gutem Grund. „Junior ist zwar jetzt sauer, aber aus Sicherheitsgründen müssen drei Autos heute reichen. Der Bremsweg ist zu kurz, das Risiko ist einfach zu groß”, bittet er das Publikum um Verständnis.

Mit dem Motorrad im Stil des legendären Evel Knievel Hindernisse zu überspringen, mit riesigen Monster-Trucks Autos zu Schrott fahren oder lebende Fackel zu spielen: Für Dominik Lagrin (38 Jahre), dessen Sohn Dominik Junior (15) und Swen Jütten (27) von der Hot-Nitro-Stuntman-Show ist das ihr täglich Brot. Ein Brot, das immer schwerer zu verdienen ist, sagt Stuntman-Chef Lagrin.

Todfeind der Stuntman-Gruppe, die durch die Lande reist, ist schlechtes Wetter. Bei ihrem Gastspiel auf dem Supermarktparkplatz an der Mauerstraße haben sie jedoch Glück, die Sonne scheint vom Himmel und der Untergrund ist trocken. Mit der Zuschauerresonanz ist der 38-Jährige nicht zufrieden: „Das sind hier vielleicht 150 bis 200 Leute, es müssten aber doppelt so viele sein, doch das Geld ist einfach nicht mehr da”, sagt Lagrin. 15 Euro kostet der Eintritt für Erwachsene, zehn für Kinder. „Seitdem der Euro da ist, haben die Leute immer weniger im Portemonnaie und damit weniger Geld zum ausgeben.”

Die Gruppe hat Sichtblenden rund um den Parkplatz errichtet, doch das hilft nur bedingt. Einige Passanten stellen sich auf Autos oder eine andere Erhöhung und können so auch ohne Eintritt bezahlt zu haben, die Show mitverfolgen. „Das ist Alltag für uns, damit müssen wir leben”, sagt der 38-Jährige.

Über die Rampe geschossen

Pro Show werden zwei Wagen von den Monster-Trucks platt gewalzt. Bevor aber die beiden „Bigfoots” mit 280 bzw. 240 PS unter der Motorhaube die Fahrzeuge in ein Blechknäuel verwandeln, schießt Dominik Lagrin mit ihnen über eine Rampe. Das ist nötig, um den Schwung zu bekommen, um sich am Steuer der Kleinwagen gleich mehrfach zu überschlagen.

Bei einem dieser Überschläge bricht plötzlich Hektik aus, das Auto hat sich offensichtlich nicht in der Art und Weise überschlagen, wie sonst: Sofort stürmen Familienmitglieder und Helfer auf den Kleinwagen zu, der völlig eingedrückt ist. Zum Glück ist dem 38-jährigen Stuntman nichts passiert, unversehrt krabbelt Lagrin aus dem Cockpit und macht weiter im Programm.

Sich mit Benzin übergießen und in Brand stecken zu lassen - schon bei der Vorstellung sträuben sich die Nackenhaare. „Man darf gar nicht so genau darüber nachdenken, was man da tut, sonst kriegt man es mit der Angst zu tun. Und Angst ist schädlich, weil sie einen blockiert”, erklärt Stuntman Swen Jütten, während er sich einen dicken Pulli über seinen Overall stülpt, der besonders schwer entflammbar ist. Ein Motorradhelm und ein feuchtes Tuch im Nacken schützen den empfindlichen Kopfbereich.

Dann geht alles sehr schnell: Der 27-Jährige wird mit Kraftstoff übergossen und in Flammen gesteckt. Für Bruchteile von Sekunden verschwindet die Silhouette des Mannes in einer Wand aus Feuer.

Alles ist gut gegangen, „es ist nur ein bisschen sehr warm hier am Oberschenkel geworden”, sagt Jütten und bereitet die nächste Nummer vor. Dominik Juniors Laune hat sich inzwischen gebessert, er weiß ja im Grunde, dass sein Vater recht hat. Und es gibt noch viele Shows, in denen der junge Mann beweisen kann, was er kann.
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