Hommage an den Dreiviertel-Takt: Abo-Konzert im Rittersaal

Von: Marie-Luise Otten
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Begeisterten mit ihrer Hommage an den Dreitvierteltakt im Rittersaal der Burg: Katja Schönafinger am Klavier, Sopranistin Jolanta Kosira und Bariton Rob Plymen (v.l.). Foto: M. Otten

Stolberg. Die Schatten der Natur- und Atomkatastrophe in Japan lagen auch auf dem ersten Abokonzert der neuen Spielzeit in Stolberg. Möglicherweise sind deshalb viele Besucher nicht gekommen, weil sie glaubten, ein Konzertbesuch sei der Tragik dieses Ereignisses nicht angemessen.

Dass aber Musik auch heilende Wirkung haben kann, bewies das Duo „Canto Pianissimo” - Jolanta Kosira (Koloratursopranistin) und Katja Schönafinger (Pianistin) - mit einer Hommage an den Dreiviertel-Takt. Mitreißende Spielfreude, lebendige Vielfalt im musikalischen Ausdruck und der Gestaltung sowie Präzision im Zusammenwirken ließen die wohlklingenden Melodien aus Oper, Operette und Musical zu einem wahren Ohrenschmaus werden. Die Bühnengestaltung von Hannelore Burk unterstrich dieses viel versprechende Konzert mit großformatigen Rosenbildern.

Jolanta Kosira gefiel zunächst als Rosina mit „Una voce poco fa” aus dem Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini, als Violetta mit „Estrano” aus La Traviata von Giuseppe Verdi sowie als Rusalka mit dem „Lied an den Mond” aus der gleichnamigen Oper von Antonin Dvorak. Wiederum präsentierte sich die am Aachener Stadttheater angestellte Koloratursopranistin in Stolberg in guter Form. Mit sicher geführter Stimme und leuchtend in allen Lagen, gelangen ihr in großer Strahlkraft die unterschiedlichen Arien, herrlich ergänzt und begleitet am Flügel, feinsinnig in Betonung und Formgebung mit dem Tasteninstrument. Nach der Pause ging es mit der leichte Muse weiter. Die Lieder rund um die Liebe, ob „I feel pretty” aus West Side Story, „Ich hätt´ getanzt heut Nacht” aus My Fair Lady oder „Mein Herr Marquis” aus der Fledermaus, waren ein Hochgenuss.

Mit Instrument indentifiziert

„Zufällig” saß im Publium Rob Plymen, ein Bariton mit viel Höhe, der zusammen mit den beiden Künstlern zwei Duette von Franz Lehar und Emmerich Kálmán zum Besten gab. Es war eine große Überraschung für das Stolberger Publikum, die den Auftritt mit viel Applaus belohnten.

Frédéric Chopin nimmt unter den Komponisten des 19. Jahrhunderts eine Sonderstellung ein. Er hat schon sehr früh zu einem persönlichen Stil gefunden und komponierte Werke, die selbst Kenner verblüfften. Er gilt als Schöpfer eines neuen, epochemachenden Stils und ist Wegbereiter der romantischen Tonsprache mit elegischer Melodik, berückendem Klangzauber, schillernder Harmonik und Neigung zu thematischen, dynamischen und rhythmischen Kontrastwirkungen. Die völlige Identifizierung mit seinem Instrument („Das Klavier ist mein zweites Ich!”) ließenÊ das polnische Wunderkind einzigartige Kompositionen schaffen.

Katja Schönafinger hatte sich für das Programm „Zwei Herzen im Dreivierteltakt” einige Walzer und Mazurken ausgewählt, die die Zuhörer auf ein rauschendes Ballfest einluden. Bei der effektvollen, emotional ausladenden Klaviermusik faszinierte sie unter anderem mit Brillanz, Charme und expressiver Anschlagskunst. Kräftig zupackend gestaltete sie auch das „Alla Turca” aus der Sonate KV 331 von Wolfgang Amadeus Mozart. Ganz aus der Empfindung heraus spielte die Aachener Pianistin. Sie wusste um jede Note und Phrasierung. Auch als Begleiterin ihrer Kollegin war sie jederzeit sicher und verstand ihr Handwerk. Robert Stolz gilt als Meister des „silbernen Zeitalters der Operette”. Sein Lied „Zwei Herzen im Dreivierteltakt” aus der gleichnamigen Operette hat seit der Uraufführung 1933 nichts an Reiz verloren und beschloss den Kulturabend im Rittersaal.

Nach langen Beifallsbekundungen wurde dann noch von dem gleichen österreichischen Komponisten „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein” dem Publikum als Zugabe spendiert.

Weitere Termine im Kulturprogramm

Die Jazzband Avalon New Orleans bietet als nächstes Abo-Konzert am Samstag, 9.Juli, ab 20 Uhr im Rittersaal der Burg traditionsreiche Dixielandstücke in neuem Arrangement.

Bereits am Sonntag, 27. März, wird im Rahmen des städtischen Kulturprogramms in der Artibus-Reihe eine Ausstellung mit Werken der luxemburgischen Malerin Martine Marson eröffnet.

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