„Hommage an Chopin”: Menachem Har-Zahav begeistert im Rittersaal

Von: Toni Dörflinger
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Virtuos: Meisterlich interpretiert Menachem Har-Zahav Werke von Chopin. Foto: Toni Dörflinger

Stolberg. Dass der israelisch-amerikanische Künstler Menachem Har-Zahav ein Meister der transparenten Klangbilder ist, stellte er im Rittersaal der Burg eindrucksvoll unter Beweis. Die Klavierstücke, eine „Hommage an Chopin”, interpretierte er mit einer großen musikalischen Ausdruckskraft und einer exzellenten Technik.

Denn von Virtuosität, einem hohen Niveau und von spannungsreicher Abwechslung waren die Auszüge aus dem Werk des polnischen Komponisten Frédéric Chopin geprägt. Dabei spielte der 42-jährige Pianist, der seit 1999 in Deutschland lebt und in Velbert seinen Wohnsitz hat, sämtliche Stücke ausschließlich aus dem Gedächtnis.

Das Konzert begann mit der Valse in e-Moll. Dieses der Walzermusik nachempfundene Stück fordert vom Pianisten ein hohes Spieltempo. So begann die Valse mit feinen, sachten Tönen, die dann von schnellen und kraftvoll gespielten Tonfolgen abgewechselt wurden. Anschließend widmete sich Har-Zahav der Nocturne in cis-Moll. Dieses Werk zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Rhythmik und eine geschmeidige Melodik aus, die Har-Zahav meisterlich beherrscht. Als Pole hat Chopin der heimatlichen Polonaise ein Denkmal gesetzt.

Allerdings eigenen sich die Chopin-Polonaisen nicht zum Tanzen. Sie sind vielmehr stilisierte und poetische Tänze. Das heißt aber nicht, dass die einzelnen Tanzschritte als Töne nicht nachvollziehbar sind. Denn als der israelisch-amerikanische Künstler flink über die Tasten des Klaviers eilte, waren die Schrittfolgen der Polonaise deutlich hörbar.

Besondere Fertigkeiten verlangt die Interpretation der Chopinschen Etüden. Denn insbesondere bei der von Har-Zahav gespielten Etüde in Ges-Dur kommt vorwiegend die rechte Hand zum Einsatz, die verlangt, dass die schwarzen Tasten wirbelnd bedient werden. Anspruchsvoll kam auch das Scherzo in b-Moll daher. Chopin hat dem an sich heiteren Scherzo eine nachdenkliche Färbung verliehen. Eine Färbung, die der Pianist hervorragend zur Geltung brachte. Nach der Pause erklangen auf dem Klavier die Chopin-Werke Ballade in g-Moll und die zweite Sonate in b-Moll.

Ebenfalls wie die Etüde verlangte auch die Ballade eine hohe Fingerfertigkeit. 1839 ist die zweite Sonate entstanden. Sie ist von großen musikalischen Gegensätzen gekennzeichnet. Denn die Sonate enthält neben kühnen und geistreichen Scherzo auch einen Marsch. In diesem temperamentvollen Stück machte sich erneut die musikalische Größe des Pianisten, der in den USA seinen Magister im Hauptfach Klavier absolvierte, bemerkbar.

Lob fürs Publikum

Die Zuhörer waren begeistert. Applaus gab es reichlich. Und so war es nur richtig, dass das Konzert mit einer Zugabe beendet wurde. Allerdings traf das Konzert nicht auf die erwünschte Zuschauerresonanz. Nur rund 50 Besucher lauschten dem Pianisten. Eine Tatsache, die Har-Zahav allerdings nicht beeinflusste und zu folgendem Kommentar veranlasste: „Ich spiele auch vor einem kleinen Publikum. Hauptsache, die Leute hören zu. Und das war in Stolberg der Fall”.
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