Holli I.: „Ich werde jede einzelne jecke Sekunde genießen“

Von: Dirk Müller
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Unter anderem als Ehrensenator auf Zeit der KG Enne Alleen hat Holger Schulz bewiesen, dass er viel Spaß versteht. Samstag wird er als Stolberger Karnevalsprinz Holli I. inthronisiert. Foto: D. Müller

Stolberg. Am Samstagabend wird aus dem ehrbaren Kupferstädter Bürger Holger Schulz der Stolberger Karnevalsprinz Holli I., wenn die neue Tollität feierlich in der Burg inthronisiert wird. Bevor Schulz mit den Insignien der närrischen Macht ausgestattet wird, sprach Dirk Müller mit dem Mann, der im Kupferstädter Karneval wahrlich kein unbeschriebenes Blatt ist.

Seit 2 x 11 Jahren ist der 54-Jährige in der Ehrenhut der Ersten Großen aktiv, das Amt des Oberehrenhuts bekleidet Schulz seit neun Jahren, und Vizepräsident der Ersten Großen Stolberger Karnevalsgesellschaft ist er seit drei Jahren. Der designierte Stolberger Prinz ist zudem der einzige ehemalige Ehrensenator auf Zeit der legendären KG Enne Alleen.

 

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie als Narrenherrscher inthronisiert werden?

Schulz: Die scheidende Tollität, Kurt II. Schiffer, hat im vergangenen Jahr zugesagt, spontan einzuspringen und Stolberger Prinz zu werden, wenn ich ihm in diesem Jahr nachfolge. Ich gab ihm mein Wort und stehe jetzt sehr gerne dazu, nicht zuletzt, weil Kurt II. wirklich eine ganz tolle Session absolviert und damit den Jecken viel Freude bereitet hat. Und mich hat er dazu gebracht, einen Gedanken, mit dem ich schon lange immer wieder gespielt habe, jetzt auch in die Tat umzusetzen.

Was bedeutet es für Sie, Stolberger Karnevalsprinz zu werden?

Schulz: Es ist vor allem eine Ehre für mich. Zudem noch eine, die mit sehr viel Spaß verbunden ist. Dass wir in Stolberg einen Karnevalsprinz haben, ist eine schöne Tradition, die auch – oder sogar insbesondere – in unserer heutigen schnelllebigen und hoch technisierten Zeit nicht verloren gehen sollte. Ich selbst bin mit Leib und Seele Stolberger und ein Vollblut-Karnevalist. Dementsprechend freue ich mich enorm darauf, Samstagabend als Stolberger Karnevalsprinz inthronisiert zu werden.

Als Protocollarius beziehungsweise Stadtschreiber werden sie aber nicht fungieren können.

Schulz: Nein, in diese Rolle wird Josef Gerards schlüpfen und das Jahr in Stolberg aus närrischer Sicht Revue passieren lassen.

Was passiert sonst noch bei Ihrer Inthronisierung?

Schulz: Ich freue mich darüber, dass sowohl der Goldprinz Kurt I. Leufgens, als auch der Silberprinz Lothar I. Janiec Samstagabend zugegen sein und das Wort an die Gäste richten werden. Zur weiteren Unterhaltung hat der Erste-Große-Präsident Heinz Hartmann auch einen musikalischen Programmpunkt engagiert.

Und was werden sie selbst den Gästen bieten, nachdem Sie vom ehrbaren Bürger zur Tollität geworden sind?

Schulz: Gemeinsam mit meinem Hofstaat werde ich mein Prinzenlied singen. Es handelt von dem, mit dem mein Herz voll ist. Ob das Lied bei Auftritten zum Beispiel in Aachen gut ankommen wird, ist durchaus fragwürdig, aber in unserem Stolberg wird es bestimmt Freunde finden. Mehr wird aber jetzt noch nicht verraten, denn die Kupferstädter Jecken bekommen in der Session noch reichlich Gelegenheit, das Prinzenlied zu hören und mitzusingen.

Bitte beschreiben Sie ihren Hofstaat genauer.

Schulz: Es sind 12 bis 13 Leute. Mit dabei sind ein Mundschenk und ein Schornsteinfeger. Wenn aber alle Ehrenhüter im Hofstaat in Rollen also in Kostümen auftreten würden, hätte die Erste Große in dieser Session keine als solche sichtbare und aktive Ehrenhut. Daher werden neun Ehrenhüter und ein Elferräter in ihren normalen Uniformen im Hofstaat agieren. Mit diesem Kompromiss haben wir beides: einen Hofstaat und eine erkennbare Ehrenhut. Eine Sonderrolle kommt Eberhard Koslowski zu, der als Ehrenhüter zusammen mit dem Gardisten Reiner Hewing die Prinzenbegleitung übernimmt. Eberhard wird sich, wann immer es geht, als 13. Mitglied in den Hofstaat einreihen.

In Ihrer karnevalistischen Laufbahn erreichen Sie jetzt mit der Prinzenwürde den Höhepunkt. Ist der Zenit damit überschritten?

Schulz: Nein, das sehe ich nicht so. Selbstverständlich ist es das absolute Highlight, Stolberger Prinz zu werden. Aber jede jecke Session ist toll, und ich freue mich auch wieder darauf, mit der Ehrenhut, der gesamten Ersten Großen und allen Kupferstädter Narren Karneval zu feiern ohne Prinz zu sein. So besonders es auch für mich ist, Prinz zu werden: Als Tollität bin ich selbst aber niemand Besonderes, sondern bleibe ein ganz normaler Stolberger Jong und Jeck.

Werden Sie Prinz und Oberehrenhut gleichzeitig sein, oder bleibt die Ehrenhut in dieser Session „kopflos“?

Schulz: Die Ehrenhut ist manchmal auch mit mir kopflos – oder zumindest ein wenig orientierungslos. Aber Spaß beiseite: Da der Vize-Oberehrenhut Michael Spix kommissarisch meine Aufgaben übernehmen wird, kann ich mich ganz darauf konzentrieren, Stolberger Prinz zu sein. Die Ausnahme wird die Moderation der Mädchensitzung der Ehrenhut sein – dafür haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht. Und auch das wird jetzt noch nicht verraten.

Wie hat Ihre Familie darauf reagiert, dass Sie Prinz werden?

Schulz: Meine Frau Elke hat zunächst typisch rheinländisch darauf geantwortet und gesagt: „Näh, ne!“ Im selben Atemzug hat sie aber auch betont: „Das finde ich gut, mach das!“ Meine Frau, unsere Tochter Eva und unser Sohn Max haben die Nachricht positiv aufgenommen und stehen voll hinter meiner närrischen Regentschaft und werden mich dabei unterstützen.

Sie sind nicht angestellt, sondern selbstständiger Spediteur. Wie lässt sich das zeitintensive Prinzen-Dasein mit ihrem Beruf vereinbaren?

Schulz: Die Session ist ja sehr kurz und so gesehen für Selbstständige gut geeignet, wobei das kein Auswahlkriterium für mich ist, 2016 Prinz zu werden. Tatsächlich funktioniert es nur, weil ich sehr gute und zuverlässige Mitarbeiter habe, die mir den Rücken freihalten.

Worauf freuen Sie sich mit Blick auf ihre jecke Regentschaft am meisten?

Schulz: Auf alles, von der Proklamation bis zum Rosenmontagszug. Ich werde garantiert jede einzelne jecke Sekunde als Stolberger Karnevalsprinz genießen. Und zwar ausgiebig.

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