Stolberg - Hof Blankenberg: Von prächtiger Anlage nur noch Reste

Hof Blankenberg: Von prächtiger Anlage nur noch Reste

Von: Christian Altena
Letzte Aktualisierung:
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Von dem Anwesen ist kaum noch etwas zu erkennen.
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Das sah in alten Zeiten noch ganz anders aus.

Stolberg. Zwischen der Frankentalstraße und dem Rhein-Nassau-Weg liegt abgelegen eine Grünanlage, die von manchen nur „Alter Garten“ genannt wird. Zu diesem alten Garten, dessen mächtige Bäume weit in den Himmel ragen und nur wenig Licht in das historische Gelände lassen, gehörte aber über Jahrhunderte eine besondere Hofanlage.

Auf dem historischen Foto des Stadtarchivs sieht man hinter den erhaltenen Torpfeilern eine repräsentative Hofeinfahrt mit Dreiecksgiebel. Der Hof Blankenberg war eine große Doppelhofanlage, von der außer den mit schmuddligen Graffitis versehenen Torpfeilern nichts erhalten ist.

Ein Kupferhof im engen Sinne war der Blankenberg eigentlich nicht. Zum einen wurde der Hof erst seit dem 17. Jahrhundert für die Messingverarbeitung genutzt, zum anderen besaß er weder Hammerwerke noch Schmelzöfen.

Das macht seine Geschichte umso spannender, wenn auch nicht viel darüber bekannt ist. Der erste erwähnte Besitzer war Heinrich von Binsfeld, der dort 1550 wohnte und selbst Reitmeister, also Inhaber von Eisenhütten war. In seiner Lebenszeit gab es nur vereinzelte und einfache Kupfermühlen im Vichttal, fast keine großen Höfe.

Leider wurde der Hof Blankenberg im Jahr 1972 abgebrochen, als dem Denkmalschutz allgemein noch sehr wenig Bedeutung beigemessen wurde. Schließlich hatte Stolberg so viele historische Hofanlagen, dass einzelne als entbehrlich empfunden wurden.

Die Abgebildete Anlage wurde im 19. Jahrhundert Sitz der „Eschweiler Gesellschaft“ für Bergbau, wo die in der Indestadt besonders namhafte Unternehmerfamilie Englerth ansässig war. Nach einigen Übernahmen und Fusionen firmierte das Unternehmen seit 1926 als „Stolberger Gesellschaft“. Der Hof war nunmehr betriebseigene Wohnanlage von Zinkhüttenangestellten, wie dem (ehrenamtlichen) Bürgermeister Bernhard Kuckelkorn (1913-1989).

Einsicht zu spät

Abgebrochen wurde der Hof, da dort ein Seniorenzentrum geplant war. Zweifel an dem Vorhaben wegen der nahen Metallwerke machten ihm den Garaus, jedoch zu spät für das prächtige Gebäude.

Viele alte Bäume werfen noch heute ihre Schatten auf die Umrisse der alten Hofanlage, die man bei genauer Betrachtung noch erkennen kann. Ursprünglich muss der Blankenberg als landwirtschaftliches Gut genutzt worden sein. Mit seiner ersten Erwähnung 1550 wohl einer der ältesten der Stolberger Innenstadt und einer von herrschaftlichen Gutshöfen, die an verschiedenen Stellen angenommen werden können.

Eine Hofhälfte wurde bis zuletzt landwirtschaftlich genutzt und vermutlich war dies auch der erste und ursprüngliche Zweck. Der Hof war eventuell schon zu Beginn eine dreiseitige Anlage, die rechts und links des Tores Ecktürme aufwies, die sowohl Schutz- als auch repräsentative Funktion besaßen. Da die Gebäude wohl nicht unterkellert waren, wurde vor 45 Jahren nur die aufragende Baustruktur abgeräumt.

Was im Untergrund lag, muss also überwiegend konserviert sein und könnte als Bodendenkmal wertvolle Informationen für die Nachwelt bereithalten. Nicht kostbare Einzelfunde, sondern Erdschichtungen, Keramikreste, verfüllte Gräben, Grundmauern und ähnliche archäologische Befunde könnten Aussagen ermöglichen, wann hier erstmals ein Gebäude errichtet wurde, wie groß es war und wozu es diente. Denn Stolbergs Baudenkmäler und historische Areale halten teils auch im Untergrund noch besondere Nachrichten bereit, die nur mit Schaufel und Magnetometer zu finden sind.

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