Höhere Zäune sollen Breiniger schützen

Von: Jürgen Lange
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Bei 80 Zentimeter soll nur noch an direkten Zufahrten Schluss sein. In allen anderen Bereichen des Breiniger Neubaugebietes sollen Einfriedungen bis zu 1,50 Meter hoch werden dürfen. Foto: imago stock&people

Stolberg-Breinig. Der gute alte Jägerzaun ist heute nicht mehr angesagt, obwohl er doch so schön zugespitzte Latten hat. Auch der Maschendrahtzaun, gerne auch mit einer Liguster-Hecke kombiniert, ist mittlerweile seltener geworden.

Gitterzäune mit überstehenden, spitzen Stäben liegen weiter vorne in der Gunst des Eigenheimbesitzers, aber auch für etwas mehr Diskretion sorgende Sichtschutzzäune mit Kunststofffolien zwischen den Stäben sowie schmale Steinwände oder Gabionen zählen zu den gefragten Einfriedungen von Grundstücken. Dabei hat die Aufgabe des Zaunes angesichts zunehmender Einbrüche und Überfälle zu ihren ureigensten Tugenden zurückgefunden.

Der Zaun markiert nicht nur das private Territorium, sondern soll dieses und seine Bewohner auch vor ungebetenen Eindringlingen schützen. Das ist ein Argument, das nun auch der Technische Beigeordnete ins Feld führt, um den erst vor eineinhalb Jahren beschlossenen Bebauungsplan für die neue „Edi-Braun-Siedlung“ in Breinig schon wieder zu ändern.

Aus gestalterischen Gründen und um Sichtbehinderungen auf den vier Straßen für den Fahrzeugverkehr möglichst zu vermeiden, hatte der Stadtrat mit seinem Beschluss über den Bebauungsplan vorgeschrieben, dass die Höhe aller zu öffentlichen Verkehrsflächen liegenden Einfriedungen bei maximal 80 Zentimeter zu liegen habe. Das soll sich jetzt ändern.

„Es hat sich gezeigt, dass diese Festsetzung aufgrund des Schutzbedürfnisses der Bewohner oder auch individuellen Bedürfnisses nicht praktikabel ist“, sagt Tobias Röhm; der Beigeordnete verweist dabei in seinen Ausführungen für den Stadtrat exemplarisch auf den Einbruchsschutz und das Halten von Hunden.

Zukünftig soll die 80-Zentimeter-Grenze nur noch für direkt an Zufahrten liegende Bereiche gelten. In den übrigen Bereichen sollen Einfriedungen aber eine Höhe von 1,50 Meter erreichen dürfen, wenn die Politik den Vorstellungen der Verwaltung folgt. Den Aufstellungsbeschluss zu der ersten Änderung des Bebauungsplanes soll der Stadtrat aber auch aus zwei anderen Gründen beschließen.

Im Geltungsbereich soll die Möglichkeit verbessert werden, zweigeschossige Mehrfamilienhäuser zu errichten. Anlass dazu sind konkrete Nachfragen von potenziellen Investoren. Deshalb soll in einem Bereich der Egidius-Braun-Straße die Überbaubarkeit von Grundstücksflächen ausgeweitet und in einem anderen Bereich zwei weitere Baufelder für Mehrfamilienhäuser geöffnet werden, da dort bislang nur Einfamilienhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten vorgesehen sind. Analog dazu müssen die Traufhöhen, Dichtegrenzen und Parkflächen angepasst werden.

Dritter Anlass zur Änderung der Bauleitplanung sind konkretere Erkenntnisse der Bergbausondierung und -sanierung, die erst seit letztem August im Rathaus vorliegen. Demnach können die Abbau- und Schachtschutzzonen auf eine reduziert werden.

„Die Abbauzone 1 kann nach Untersuchungen und Sicherungsmaßnahmen in Teilbereichen nun ohne Einschränkung bebaut werden“, sagt Röhm. Zwei weitere Schutzzonen können entfallen, weil sich die vermuteten Schächte nicht bestätigt haben. Und im südöstlichen Eck des Baugebietes kann nun ein zusätzliches L-förmiges Baufeld ausgewiesen werden, nachdem im städtebaulichen Konzept zunächst jegliche Bebauung und Verkehrsflächenausweisung im Bereich der Abbauzone 2 vermieden worden war.

Außerdem sollen zusätzliche Flächen für Stellplätze nördlich des Einmündungsbereiches der Erschließung zur Corneliastraße hin ermöglicht werden. Erstmals am Donnerstag berät der Ausschuss für Stadtentwicklung die Vorschläge der Verwaltung.

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