Stolberg - Hochgürtel singt Lieder in fünf Sprachen

Hochgürtel singt Lieder in fünf Sprachen

Von: mlo
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Mackie Messer lebt: im Banjo-Block von Hochgürtel. Foto: M.L. Otten

Stolberg. „Nach all den Jahren“ ist Günter Hochgürtel immer noch ein willkommener Interpret im „Piano“. Am Samstagabend überzeugte der Solo-Musiker erneut bei seinem jährlichen Gastspiel mit Akustikgitarre, Banjo und Mundharmonika seine Fans. Sie hatten jede Menge Spaß, und die Stimmung war bestens.

Hochgürtels Lieder sind witzig, nachdenklich und immer sehr persönlich. Er wirkt ehrlich und authentisch. Mit sonorer Bassstimme, wechselweise begleitet von präzisem Gitarrenpicking oder druckvoller Schlagtechnik, präsentiert er eine Fülle von unterschiedlichen Liedern. Ganz nebenbei erzählt er noch jede Menge Geschichten. Die bekannteren Lieder „Dat ruede Ribbelche“, „Das kann doch jedem mal passieren“ oder „So was von gemein“ werden ebenso umjubelt wie die neuen.

Seine Geschichten drehen sich ums Aufwachsen in einer Familie, wo die Mutter Bücher und Schallplatten beim christlichen Bücherring vierteljährlich bestellt und der Bruder hinterhältig, brutal und gemein ist und demzufolge Lehrer wird. Auch Schwager Hepp (Herbert) bekommt sein Fett weg: ein Lump, der nichts tut. Erinnerungen an Klassentreffen werden ebenso wach wie die Zeiten, als die Eifeler Hausfrauen noch nach eigenem Rezept ihre „Himbeermarmelad“ selbst kochten, die sogar Menschen in fernen Ländern kannten.

Bei den neueren Liedern geht es um die Verspätungen bei der Bahn, wobei Hochgürtel von großer Lebensqualität spricht – für jeden, der nicht auf diese angewiesen ist. Vom französischen Chansonnier Julien Clerc hat er „Ce n’est rien“ neu im Programm, bei den Frauen entschuldigt er sich mit „Wat wär ich ohne dich“. „Das rote Herz im Wohnmobil“ gilt der Verkehrs­expertin Jacqueline. Gesungen wird in fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Eiflerplatt, Französisch und Italienisch.

Im Banjo-Block lässt Hochgürtel „Mackie Messer“ von Bert Brecht auferstehen, singt das Spiritual „Swing low, sweet chariot“ und das bekannte Gedicht „Guten Abend, gut‘ Nacht“ in der Vertonung von Johannes Brahms.

Ende der 1980er Jahre komponierte er für die Kultgruppe Bläck Föös das romantische Lied „Nemmt mich met“, das von einem Jungen erzählt, der statt zur Schule lieber mit der Zirkusgruppe gehen will, weil er schon Seilchenspringen, Gummitwist und Spagat machen kann.

Die Mischung aus Alltagserfahrungen, vom Unterwegssein und Ruhe finden bis hin zu Spiritual und deutschem Volkslied kamen im „Piano“ an. Es war ein unterhaltsamer Abend von feiner musikalischer Qualität, der nach Wiederholung verlangt.

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