Hitzige Woche für die Kupferstädter Feuerwehr

Von: Laura Beemelmanns
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Das Hitze-Wochenende verlief in Stolberg ohne größere Probleme. Foto: L. Beemelmanns
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Das Hitze-Wochenende verlief in Stolberg ohne größere Probleme. Foto: L. Beemelmanns

Stolberg. Eine Chemiewolke sorgt für Aufruhr in Büsbach, eine Straße in Mausbach scheint sich zu verflüssigen, eine Böschung in einem Kreisverkehr brennt – ebenso ein Papierkorb am Mühlener Bahnhof und eine zum Sperrmüll angemeldete Couch in der Galmeistraße. Ein Kanal ist verstopft und läuft über – und dann kommen noch rund zehn Ruhestörungen hinzu. Für Pilger wird das Wochenende zur Tortur und die Stadt muss nun jede Menge Pflanzen gießen.

Die wohl heißeste Woche des Jahres endet für die Einsatzkräfte in Stolberg, die Stadt und ihre Bewohner, mit einigen weiteren kleinen Einsätzen, Erholung und viel Wasser. „Relativ ruhig“, war nur das Wochenende wie die Feuerwehr auf Anfrage sagte, sonst war es „sehr anstrengend“, wie Rudi Dreuw, engagierter Ehrenamtler in der Gemeinde St.-Johannes-Baptist-Vicht, bestätigte.

Die Polizei

Zehn Ruhestörungen, das ist laut einem Spreicher die Bilanz der Polizei für die hitzigen Tage. Einige Jugendliche hätten die auch am späten Abend noch sehr angenehmen Temperaturen unter anderem dazu genutzt, um auf der Straße Fußball zu spielen. Dass das nicht in jedem Haushalt auf Verständnis treffe, liege auf der Hand – und rufe die Polizei auf den Plan. Mehr wetterbedingte Einsätze hatte die Polizei in Stolberg nicht zu verzeichnen, sagte der Sprecher.

Die Feuerwehr

Brandoberinspektor Michael Konrads berichtete von einer ereignisreichen Woche. Besonders der große Einsatz wegen der Chemiewolke in Büsbach am Mittwoch (1. Juli) mit zehn Verletzten stellte die Einsatzkräfte vor viel Arbeit.

Die hohen Temperaturen verlangten den Feuerwehrleuten nicht nur an diesem Tag körperliche Höchstleistungen ab. „Das war schon eine ordentliche Belastung mit der kompletten Ausrüstung“, sagt Konrads. „Wir haben in einem Geschäft am Markt viele Kästen Wasser gekauft“, sagte er, für die Feuerwehr, aber auch für all diejenigen, die den Einsatz vor Ort verfolgten.

Am Montag kam es dann noch zu einem Wasserschaden in einem Gebäude am Kaiserplatz. Dies sei jedoch nicht das kurze Unwetter schuld gewesen, sagte Konrads. Auch der brennende Papierkorb am Mühlener Bahnhof und die Couch in der Galmeistraße seien nicht wegen der Hitze in Flammen aufgegangen. Beide Einsätze ereigneten sich in der Nacht zum gestrigen Montag – beide Male ist die Ursache unklar. Lediglich der verstopfte Kanal auf der Achse der Zweifaller Straße in Höhe der Einmündungen Finkensiefstraße und Burgholzer Graben geht vermutlich auf das kurze Unwetter zurück. Denn die Regenfluten spülten Blätter und Unrat in die Haltungen und verstopften diese.

Die Stadt

Viel zu tun hat nun die Stadt. Denn die Pflanzen in den Blumenkübeln, an Kreisverkehren, in Parkanlagen, in Nebenanlagen von Sportstätten und Beeten müssen dringend und vor allem ausgiebig gegossen werden.

Zudem gab es – wenn auch nicht wegen des Wetters – Löcher im Straßenbelag Auf der Liester in Höhe des Kindergartens und in der Walther-Dobbelmann-Straße. Diese Schäden werden momentan behoben. In der Straße Rotsch und der Schillerstraße ist es zudem zu Kanalunterspülungen gekommen, die laut Stadtsprecher Robert Walz jedoch ebenfalls nicht in Zusammenhang mit dem Unwetter gebracht werden können.

Dass die Werther Straße gesperrt war und das auch noch bis voraussichtlich Mittwoch, 7 Uhr, bleiben wird, hat sehr wohl mit dem Wetter zu tun. Denn der sogenannte Dünnschichtasphalt, der im vergangenen Jahr als schnelle Lösung für die sanierungsbedürftige Straße vorübergehend aufgetragen wurde, vertrug die Hitze nicht. Der Kleber, der alten und neuen Belag verbindet, verflüssigte sich. Deshalb wurde die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Die Pilger

Mit ganz anderen Problemen hatten die Pilger zu kämpfen. Eine Gruppe von circa 25 Personen machte sich am Samstag auf den Weg von Schmidt nach Heimbach. Unter ihnen der Stolberger Rudi Dreuw. „Es war sehr anstrengend“, sagte er. Um eine Stunde hatten die Pilger den Start ihres Wandertages vorverlegt. Bereits um fünf Uhr morgens machten sie sich auf den Weg. „Der Mittagshitze konnten wir leider trotzdem nicht entweichen“, sagte Dreuw, und, „Ich habe noch nie so viel Wasser an einem Tag getrunken wie an diesem“. Aber der Weg sei das Ziel und so hätten alle Pilger durchgehalten. Glücklicherweise sei in Heimbach eine Frau auf die Gruppe zugekommen, die ihnen allen Wasser gegeben habe.

Das Krankenhaus

„Wir hatten am Wochenende einige Fälle, die auf die Hitzewelle zurückzuführen sind, aber die Anzahl ist überschaubar. Zu schaffen machte die Hitze insbesondere älteren Menschen, die unter Nierenproblemen leiden. Durch die Wärme schwitzt man natürlich mehr und so kann es den Betroffenen passieren, dass sie dehydrieren. In der Folge sind diese Patienten häufig auch verwirrt“, sagte Frank Drouven, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin am Bethlehem Gesundheitszentrum.

Ärztlich versorgt werden mussten im Rahmen der Hitzewelle aber auch Personen, die Entwässerungstabletten einnehmen. Im Prinzip sei es die gleiche Problematik: „Das verstärkte Schwitzen in Kombination mit der Entwässerung verursachte einen zu großen Flüssigkeitsverlust“, sagt Drouven. Doch auch einige wenige junge Menschen kollabierten. Durch das lange Sonnen am Badesee war ihr Blutdruck abgesackt. Notfälle, die aufgrund eines Hitzeschlags eingeliefert wurden, blieben aus.

Hinweis: In einer vorherigen Version des Textes war von einer ruhigen Woche für die Feuerwehr die Rede. Damit war lediglich das vergangene Wochenende gemeint. Der Text wurde entsprechend korrigiert.

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