Historische Formen und Fachwerke in der Klatterstraße

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. Im Jahr 1905 gab es in der Klatterstraße noch eine aus zwei Häusern bestehende Gebäudegruppe, die wenig später abgerissen wurde. Dieser Aktion lag eine städtebauliche Korrektur zu Grunde, die das Ziel hatte, im Bereich des heutigen Moritz-Kraus-Platzes eine Engstelle zu beseitigen.

Schließlich stellten die Häuser, die weit in die Klatterstraße hinein ragten, ein Hindernis für den Fuhrverkehr dar. Nach dem Abriss der Altgebäude ging das Gelände in den Besitz der Stadt Stolberg über. Sie verkaufte 1913 ein Teil des Terrains an den Zimmerermeister Heinrich Brammertz, der das nun brach liegende Grundstück mit einem Neubau versehen wollte.

Bei der Erstellung musste Brammertz die Vorgaben der Stadt erfüllen. Denn die Kommunalverwaltung wünschte eine gestalterische Anpassung an das Burgumfeld. Als Baumaterial empfahl sie unter anderem die Verwendung von Bruchstein. Und so entstand 1913 unter der Adresse Klatterstraße 3 ein Bau mit historistischer Formensprache, der neben Bruchstein auch Fachwerk besitzt.

Das Gebäude hat bis heute seine gestalterische Schönheit bewahrt. 1988 wurde in dem Bau erstmals eine Gaststätte eingerichtet, die anfänglich den Namen „Burgwache“ und später die Bezeichnung „Schwarzes Schaf“ trug. Derzeit ist in dem prächtigen Bau eine Event-Gastronomie unter gebracht. Auch das Gebäude neben den Treppenstufen zum Luciaweg steht nicht mehr.

Der hoch aufragende Bau wurde volkstümlich „Bügeleisen“ genannt und fiel im frühen 20. Jahrhundert ebenfalls der Neugestaltung des Burgumfeldes zum Opfer. An seiner Stelle entstand ein weiterer kleiner Burgturm, der in der Vorkriegszeit von einer Holzkonstruktion gekrönt war. Beidseitig der Klatterstraße gibt es zwei weitere historische Gebäude. Ein ehemaliges Brauhaus, das schon im 18. Jahrhundert bestand. Als Gaststätte „Altes Brauhaus Burgkeller“ hat es bis vor kurzem viele Jahrzehnte lang für die Stolberger Gastronomie ein große Rolle gespielt.

Außerdem ist ein im 16. Jahrhundert entstandener Fachwerkbau ein Überbleibsel der Bauten, die einst das historische Burgdorf Stolberg bildeten. Seine Fachwerkkonstruktion wurde aber erst anlässlich der Altstadtsanierung Mitte der 1980er Jahre entdeckt. Nach Abnahme der Eternitplatten kam die altertümliche Konstruktion zum Vorschein. Auch dieses Gebäude steht wie die umliegenden Bauten unter Denkmalschutz.

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