Stolberg - Himmlisches Vergnügen vor grandioser Kulisse

Himmlisches Vergnügen vor grandioser Kulisse

Von: Heike Eisenmenger
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Ungewöhnlich, fesselnd, zauberhaft - das Kulturfestival in Stolberg im Rahmen der CHIO. Was dem Besucher am Freitag in der Kupferstadt geboten wurde, war ein Parcours der Künste, der sich auf den kompletten Zinkhütter Hof ausdehnte. Das Museum selbst schien wie aus einer Traumlandschaft entsprungen. 180 Scheinwerfer tauchten das historische Industriegemäuer abwechselnd in roten und blaues Licht. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Auf die Probe gestellt zu werden, das mögen Engel überhaupt nicht. Aber sie mögen es, Gedichte und Geschichten vorgetragen zu bekommen, versichert der Mann mit der Schiebermütze den Besuchern des Engelmuseums.

Dieses steht mitten auf dem Platz des Zinkhütter Hofs und besteht aus einer Ansammlung kurioser Gegenstände und surreal wirkender Apparaturen.

Der Mann mit der Schiebermütze erklärt warmherzig und ist immer irgendwie in Bewegung in seinem Sammelsurium. Er nimmt Besucher bei der Hand, zeigt ihnen stolz die Dinge, die er zusammengetragen hat, und weiht sie ein in die geheimnisvolle Welt der Engel.

Die himmlischen Boten sind den ganzen Abend anwesend. Nur einen Steinwurf von der Besuchergruppe entfernt thronen sie auf einem Dach. Stillschweigend verharren sie dort, in weißen Gewändern und mit prächtigen Flügelschwingen. Die himmlischen Boten gehören zum „Theater Anu und Bartels” aus Berlin, das mit seiner poetischen Produktion die Besucher des Kulturfestivals bezaubert. Die Veranstaltungsreihe fand im Rahmen des Sonntag zu Ende gegangenen CHIO statt.

Es ist ein Zusammentreffen unterschiedlicher Kunstformen: Lichtkunst, Walking-Acts, Musik, Tanz, (poetisches) Theater, Objektkunst oder auch Malen nach Tönen bilden ein Ganzes. Die Besucher spazieren entlang eines Parcours, der viel Überraschendes und Ungewöhnliches bietet. Professionelle Künstler aus Berlin, Düsseldorf, Eupen und Göteborg schaffen gemeinsam mit Kollegen aus der Städteregion ein wunderbares Happening von bemerkenswerter Qualität, das ohne Eintritt auskommt.

„Ohne Geld ist man ausgeschlossen vom gesellschaftlichen Leben. Dass hier kostenfrei Kulturelles geboten wird, finde ich klasse, zumal die Besucher aufgefordert worden sind, ihr eigenes Picknick zu veranstalten. Das ist eine tolle Idee, weil es Spaß macht, aber auch, weil es kostengünstiger ist”, sagt Besucherin Bärbel Moll. „Es ist alles so zwanglos hier. Und schauen Sie sich mal diese grandiose Kulisse an”, ergänzt ihre Freundin Kati Büschel mit Blick auf die farbige Szenerie.

So schön hat man den Zinkhütter Hof wohl noch nicht gesehen: Sämtliche Gebäude sind angestrahlt. 180 Scheinwerfer tauchen das Industriemuseum abwechselnd in blaues und rotes Licht. Im alten Verwaltungsgebäude wurden alle Fenster geöffnet, damit die weißen, durchscheinenden Vorhänge im Abendwind wehen können.

„Wir möchten den Besuchern eine neue Art der Wahrnehmung eröffnen”, erklärt Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kulturbeauftragte der Städteregion, die die Veranstaltungsreihe organisiert.

Der Breiniger Künstler Emil Sorge hat ein Langhaus auf Stelzen gefertigt, das auf dem Platz im Freien steht. Die Oberfläche ist perforiert, und von innen ist das Kunstobjekt hohl, es ist also begehbar. Einige der Musiker und auch Schauspieler sind derweil als Walking-Acts unterwegs.

Ein bekannter Musiker in der Region ist Harald Claßen aus Würselen. Er lehnt an einer Mauer und spielt ganz selbstvergessen auf einer Klarinette, später dann auf dem Saxophon. Auch er fügt sich ein in dieses herrlich stimmige und faszinierende Bild.
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