Stolberg - Hilfsbedürftige bleiben im Fokus der AWO

Hilfsbedürftige bleiben im Fokus der AWO

Von: Michael Grobusch
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Sie wollen mit dem neuen Proje
Sie wollen mit dem neuen Projekt Alleinerziehende und ihre Kinder unterstützen: der AWO-Vorsitzende Manfred Steffens (v.r.), Kassiererin Andrea Müller und Musiker Norbert Walter Peters.

Stolberg. Seit der Staat für die Finanzierung von Mittagessen in die Bresche springt, ist es ruhiger geworden um „Mieki”. Das „Bildungs- und Teilhabegesetz” des Bundes, das zum 1. April 2011 in Kraft getreten ist, schreibt die Übernahme eines wesentlichen Teils der Kosten für die tägliche warme Mahlzeit von Kindern Hilfsbedürftiger fest.

Das nimmt einen wesentlichen Druck von den Ehrenamtlichen der Arbeiterwohlfahrt Stolberg, die in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand Spendengelder gesammelt haben, um zwischenzeitlich mehr als 160 Kindern in der Kupferstadt ein „Mittagessen im Kindergarten” zu ermöglichen.

Geblieben ist ein Härtefallfonds für diejenigen, die den gesetzlich vorgesehenen Eigenanteil von einem Euro pro Tag nachweislich nicht aufbringen können. „Ich schätze, dass 50 bis 60 Kinder übrigbleiben werden”, blickt Manfred Steffens auf das neue Kindergartenjahr.

Weil mit der Zahl der zu Unterstützenden auch die Summe der zu leistenden Zuschüsse aller Voraussicht nach deutlich zurückgehen wird, ergeben sich für die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gewisse Spielräume, die der Sozialverband umgehend für neue Vorhaben nutzen möchte.

Und so geht eine im Sommer geborene Idee in diesen Tagen in die Pilotphase: Sie trägt den Namen „Erlkids”, der in abgekürzter Form das Ziel und die Zielgruppe des Projektes benennt: „Erlebnistag für Alleinerziehende mit Kindern unter zwölf Jahren”.

Genau diesen will die Arbeiterwohlfahrt Stolbergern bieten, wenn sie sich aufgrund ihrer persönlichen und finanziellen Situation in der Regel mit ihren Kindern keine Ausflüge oder gar Urlaube leisten können.

„In den vergangenen Wochen konnte man gerade in der Innenstadt wieder beobachten, wieviele Kinder sich auf den Straßen herumtreiben, weil ihnen für die Ferien und ihre Freizeit keine Perspektiven geboten werden”, weiß der AWO-Vorsitzende Manfred Steffens. Ein Erlebnistag in der Gruppe soll zukünftig zumindest für etwas Abwechslung sorgen.

„Da die Herbstferien in diesem Jahr sehr spät liegen, werden wir wahrscheinlich im Frühjahr starten”, beschreibt Kassiererin und Vorstandsmitglied Andrea Müller den zeitlichen Rahmen der Pilotphase.

Bis Ostern also gilt es die nötigen Mittel zu akquirieren. Gelingt das - und davon gehen Steffens und Müller gleichermaßen optimistisch aus - würde in den Osterferien erstmals ein Bus mit Alleinerziehenden Stolbergern bzw. Stolbergerinnen und deren Kindern auf Tour gehen.

„Wenn die Resonanz gut sein sollte und das Spendenaufkommen es zulässt, können wir uns durchaus vorstellen, die Ferienaktion mittelfristig auf mehrere Tage zu einer kleinen Urlaubsreise auszudehnen”, betont Andrea Müller. Doch vor dem zweiten kommt bekanntlich der erste Schritt. Und den wollen die Initiatoren ohne Hast machen.

Der Kreis derjenigen, die von der Aktion profitieren werden, ist klar umrissen. „Wir werden bei der Auswahl ganz eng mit dem Jugendamt der Stadt Stolberg und der sozialpädagogischen Familienhilfe der Arbeiterwohlfahrt zusammenarbeiten”, kündigt Manfred Steffens an.

Über diese beiden Stellen sollen Bedürftige angesprochen und auf das Angebot der AWO aufmerksam gemacht werden. „Das wird keine Luxustour werden, sondern ein schöner Ausflug, der den Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben soll”, umreißt Steffens den Rahmen.

Die Aufsicht werden die jeweiligen Erziehungsberechtigten haben, und die Verpflegung müssen die Teilnehmer selbst sicherstellen.

Eine erste Resonanz kann die Arbeiterwohlfahrt bereits jetzt verbuchen. Neben zwei privaten Spendern hat auch Norbert Walter Peters seine Unterstützung zugesagt.

Der Musiker und Leiter wird das Benefiz-Konzert seines „Musikstudio Stolberg” am 24. September in den Dienst von „Erlkids” stellen und sämtliche Einnahmen spenden.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Stolberg einen großen Hilfsbedarf für bedürftige Kinder gibt. Mit meinen Schülern möchte ich einen Teil dazu beitragen, dass das neue Projekt der Arbeiterwohlfahrt ein Erfolg wird”, sagt Peters.

Dass es immer schwerer wird, Spendengelder zu sammeln, weiß Manfred Steffens aus der im September 2007 begonnen Historie von „Mieki”. Und dennoch zeigt er sich überzeugt, dass er mit seinen engagierten Kollegen die erforderlichen Mittel zusammentragen wird.

Dabei gilt für Steffens der Leitsatz, der schon beim „Mittagessen im Kindergarten” von großer Bedeutung war: „Es geht um unsere Kinder. Und um ihnen helfen zu können, darf kein Aufwand zu groß sein.”

Das „Musikstudio Stolberg” unter der Leitung von Norbert Walter Peters lädt für Samstag, 24. September, zum Benefizkonzert im Museum Zinkhütter Hof ein.

Der Erlös der Veranstaltung kommt in vollem Umfang dem Projekt „Erlkids” der Arbeiterwohlfahrt zugute.

Beginn ist um 19 Uhr. Gestaltet wird das Konzert von Schülern und Bandprojektgruppen des Musikstudios aus dem Steinweg.

Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Spende für das Hilfsprojekt gebeten.

Spenden können ab sofort unter dem Kennwort „Erlkids” auf das Konto der Arbeiterwohlfahrt überwiesen oder eingezahlt werden: Konto: 1808476, Sparkasse Aachen (BLZ 390 50 000).
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