Stolberg - Hilfe, die schon vor der Geburt ansetzen soll

Hilfe, die schon vor der Geburt ansetzen soll

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Sie sind beim SkF unter Telefon 951640 erreichbar: die Hebammen Anka Dallmeier (v.l.) und Sabine Wainwright-Malies sowie Nora Kaußen-Jensen (Sozialarbeiterin) und Claudia Blau (Sozialpädagogin). Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Bezeichnung vermittelt Normalität, und genau diese will der Sozialdienst katholischer Frauen mit seinen „Familienhebammen“ auch erreichen. „Heute ist es beinahe eine Selbstverständlichkeit, dass junge Eltern vor und nach der Geburt von einer Hebamme begleitet werden“, weiß Nora Kaußen-Jensen.

In diesem Sinne will der SkF auch diejenigen unterstützen, die sich in besonders schwierigen Lebenslagen befinden. Der Sozialverband in Stolberg hat deshalb schon 2009 sein Projekt „Guter Start ins Leben“ initiiert. „Bei unserer Schwangerschaftsberatung wurde immer deutlicher, dass vor allem junge Mütter und Eltern Unterstützung brauchen, um ihrer Rolle gerecht werden zu können und um das Risiko frühkindlicher Gefährdung zu verringern“, erinnert sich die Leiterin der Beratungsstelle an der Birkengangstraße.

Der SkF reagierte im Rahmen seines zunächst auf drei Jahre beschränkten Projektes mit einer vermehrten und intensiveren Begleitung bereits vor der Entbindung. „Sie sollte und soll es letztlich ermöglichen, dass das Kind in seiner Familie bleiben kann“, erklärt Sozialpädagogin Claudia Blau.

Unterdessen hatte sich angesichts der schrecklichen Todesfälle des kleinen Kevin in Bremen und von Lea Sophie in Schwerin bundesweit eine intensive Diskussion über das Wohl von Kindern entwickelt, die schließlich in das zum 1. Januar 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz gemündet ist. Dieses sieht nicht nur ein wesentlich dichteres soziales Netzwerk zum Kinderschutz in den einzelnen Kommunen vor, sondern garantiert auch die Bereitstellung von zusätzlichen Bundesmitteln für die Einstellung von Familienhebammen.

Die Stadt Stolberg hat sich entschieden, diese Mittel dem Sozialdienst katholischer Frauen zur Verfügung zu stellen. „Dass ein einzelner Träger von einer Kommune mit dieser wichtigen Aufgabe betraut wird, ist in der Städteregion einmalig“, betont Claudia Blau.

Dem SkF ermöglicht diese Entscheidung, sein Projekt „Guter Start ins Leben“ nicht nur fortzusetzen, sondern sogar auszubauen. Mittlerweile umfasst das Team vier Mitarbeiterinnen, neben Blau und Kaußen-Jensen konnten mit Anka Dallmeier und Sabine Wainwright-Malies zwei (Familien-) Hebammen eingestellt werden. Mehr noch als bisher kann der Sozialdienst katholischer Frauen nun Beratung, Betreuung und gezieltes Elterntraining anbieten. „Ziel ist die Stärkung der Elternkompetenz und die Förderung der Eltern-Kind-Bindung“, erklärt Anka Dallmeier.

Zeitlich beginnt das Aufgabenfeld schon während der Schwangerschaft und reicht bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres des Kindes. Einzelgespräche in der Beratungsstelle zählen ebenso wie regelmäßige Hausbesuche und Kurse in kleinen Gruppen zur Angebotspalette des SkF. Genutzt wird sie in erster Linie von minderjährigen bzw. jungen Schwangeren (und ihren Partnern) sowie von Alleinerziehenden. „Derzeit werden 19 Frauen von uns betreut“, nennt Claudia Blau eine aktuelle Zahl. Die Tendenz ist jedoch steigend – weil der Hilfebedarf, aber auch weil der Bekanntheitsgrad des Angebotes zunimmt.

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