Hilfe auf dem Weg zurück in die Selbstständigkeit

Von: Michael Grobusch
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Domenik Willems ist für das neu geschaffene Angebot des ambulanten betreuten Wohnens zuständig. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das Büro in der Foxius-straße ist schon nach wenigen Wochen oftmals nicht besetzt. Das ist bei genauerer Betrachtung ein gutes Zeichen. Denn das ambulante betreute Wohnen, das der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) seit Beginn dieses Monats anbietet, hat „eine aufsuchende Struktur“, wie es Domenik Willems formuliert.

Der 24-jährige Sozialarbeiter und Sozialpädagoge ist beim SKM zuständig für das neue Projekt, das vom Landschaftsverband Rheinland finanziert wird und zum Ziel hat, Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, die von Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind, zu helfen und ihnen wieder ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.

Unverbindliches Erstgespräch

„Meine Aufgabe ist die Vermittlung von lebenspraktischen Fähigkeiten“, bringt Willems den Ansatz seiner Arbeit auf den Punkt. Dass für eine solche Vermittlung eine starke Nachfrage in Stolberg besteht, haben die ersten Arbeitstage schon eindeutig gezeigt – und damit SKM-Geschäftsführer Jörg Manfred Lang in seinen Bemühungen um die Einrichtung und Finanzierung eines solchen Angebotes bestätigt.

Sechs Klienten hat Domenik Willems derzeit, allesamt sind sie in einer ganz schwierigen Situation und nehmen deshalb die Hilfe des SKM in Anspruch. „Es gibt grundsätzlich immer zunächst ein unverbindliches Erstgespräch. Danach kann der Hilfesuchende in Ruhe überlegen, ob er sich auf das ambulante betreute Wohnen einlassen möchte“, berichtet Willems.

Grundsätzlich gelte auch nach einer positiven Entscheidung das Prinzip, „dass der Klient den weiteren Weg bestimmt. Aber es ist von entscheidender Bedeutung, dass er uns erlaubt, in seine Privatsphäre einzudringen“, betont Jörg Manfred Lang. Nur so sei es möglich, für die oftmals vielschichtigen Probleme eine Lösung zu finden und die Rückgewinnung der uneingeschränkten Selbstständigkeit zu erreichen.

Dabei ist die Suche nach einer Wohnung nicht selten eine besondere Herausforderung. „Vor allem dann, wenn man in einer Übergangswohnstelle untergebracht ist“, weiß Domenik Willems. Auch ein Eintrag bei der Schufa stellt eine große Hürde dar. „Doch unabhängig davon ist es generell schwierig, Wohnraum zu finden, der mit den vorgesehenen Sätzen bezahlt werden kann.“

Fünf Männer und eine Frau betreut Domenik Willems derzeit. Mit jedem von ihnen gibt es regelmäßige Treffen und Gespräche, die mindestens zwei Stunden pro Woche umfassen. Darüber hinaus wird, soweit möglich, ein intensiver telefonischer Kontakt gepflegt.

Der allererste Kontakt wird derweil, das zeigen auch Erfahrungen anderer Träger, meistens über Dritte hergestellt. Dem Jobcenter kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Deren Mitarbeiter können die Hilfsbedürftigen auf das neue Angebot aufmerksam machen und sie bei ihrem ersten Schritt in Richtung SKM auch aktiv begleiten.

Gleiches gilt für Sozialämter, Suchtberatungen, Gerichtspfleger, Tafeln und Träger von Arbeitsprojekten. Bei nahezu allen ist Jörg Manfred Lang in den vergangenen Wochen vorstellig geworden, hat über das neue Projekt informiert und für die Zusammenarbeit geworben.

Auf zunächst 75 Prozent ist der Umfang der Stelle von Dominik Ernst beschränkt. Das reicht nach den Kalkulationen von SKM und Landschaftsverband für die Betreuung von neun Hilfsbedürftigen. „Eine Aufstockung ist deshalb mittelfristig durchaus eine Option“, meint Jörg Manfred Lang.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das eigentlich die gesamte Städteregion umfassende Einzugsgebiet in der Praxis deutlich kleiner ausfällt. Denn bereits nach kurzer Zeit gilt festzuhalten: „Alleine in Stolberg ist der Bedarf so groß, dass wir wahrscheinlich damit ausgelastet sein werden.“

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