Herzlicher Applaus für den neuen Prinzen

Von: Dirk Müller
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Der neue designierte Stolberger Prinz Kurt Schiffer (Mitte sitzend) wird von den Vertretern der dem Karnevalskomitee angeschlossenen Gesellschaften freundlich begrüßt. Foto: D. Müller

Stolberg. „Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht vorhersehen“, begründete Karnevalskomitee-Präsident Josef Behlau die außerordentliche Versammlung, zu der die dem Stolberger Karnevalskomitee angeschlossenen Gesellschaften ihre Präsidenten und Vertreter entsandt hatten.

Behlau zog zunächst ein positives Fazit der ersten Prinzentaufe in der Altstadt. „Das ist eine Veranstaltung, die den Karneval in Stolberg weiterbringt.“ Auch die Prinzenvorstellung von Marcel Künstler in Form einer kleinen Sitzung sei gelungen gewesen. „Dann kam es zur Eskalation, die ich gar nicht weiter kommentieren möchte“ forderte Behlau die Mitgliedsgesellschaften auf, positiv nach vorne zu blicken.

„Eskalation“ beleuchtet

Doch einige Karnevalisten im Burghof-Theater sahen Klärungsbedarf und wollten genau wissen, wie es zu eben jener „Eskalation“ gekommen sei, die dazu geführt hat, dass Künstler nun doch nicht Stolberger Prinz wird. Erste-Große-Präsident Heinz Hartmann führte seine Sicht der Dinge aus und stand Rede und Antwort, Behlau erläuterte vergebliche Vermittlungsversuche seitens des Komitees. Die sachlich geführte Aussprache endete harmonisch, so dass alle Anwesenden Behlau recht gaben, als er erneut aufforderte: „Lasst uns bitte optimistisch und mit Elan im Januar in die Session starten.“

Im Namen der Ersten Großen KG präsentierte Hartmann eine dafür wichtige Voraussetzung: den neuen designierten Stolberger Karnevalsprinzen Kurt Schiffer. Der bald als „Kurt II.“ die Narren der Kupferstadt regierende 61-Jährige stellte sich den Komitte-Gesellschaften kurz vor und und wurde für seine offene und natürliche Art mit herzlichem Applaus belohnt. Erste Kontakte zur Ersten Großen knüpfte Schiffer durch den Nachwuchs: Sein Sohn Jan war 2006 Kinderprinz der Ersten Großen und ist heute Mitglied der Ehrenhut, und Tochter Ina tanzte schon vor Jahren in der KG, bei der sie auch heute wieder das Tanzbein schwingt.

2010 wurde Schiffer dann Burggraf, bewies karnevalistisches Talent, entdeckte seine Leidenschaft auch für die aktive Teilnahme am Fastelovvend und wurde Mitglied der Ehrenhut der Ersten Großen. „Zuletzt war ich quasi karnevalistischer Taufpate vom Stolberger Prinz Edilio I. Gonzalez“, beschrieb Schiffer. Vor einer Woche sei er mit seiner Frau Ute Essen gewesen und danach in den „Postwagen“ eingekehrt.

„Später kamen dann Heinz Hartmann und sein Stellvertreter und Oberehrenhut Holger Schulz herein und sahen ziemlich bedröppelt aus“, berichtete Schiffer. Hartmann und Schulz seien von einem gescheiterten Runden Tisch mit dem Komitee und Marcel Künstler gekommen und hätten erklärt, jetzt ohne Stolberger Prinzen dazustehen. „Darauf habe ich dann gesagt: Wenn Ihr wollt, kann ich ja Prinz werden. Gott sei Dank war meine Frau dabei.“ Dank seines ehrlichen Bekenntnisses hatte Schiffer schnell die Vertreter der Komitee-Gesellschaften auf seiner Seite, wie lautstarker Beifall und „Alaaf“-Rufe bewiesen.

Karnevalisten stehen zusammen

Der designierte Prinz war seinerseits davon sichtlich gerührt: „Ich fühle mich überhaupt nicht wie ein ,Not-Prinz‘ – schon gar nicht nach dieser großartigen Reaktion der Komitee-Gesellschaften. Dieser Abend hat gezeigt, wie stark die Stolberger Karnevalisten auch in nicht einfachen Zeiten zusammenstehen“, sagte Schiffer, dass er sich sehr auf seine närrische Regentschaft freue.

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