Stolberg - Herrscher über die Stolberger Burg für einen Tag

Herrscher über die Stolberger Burg für einen Tag

Von: Sonja Essers
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Stolbergs neuer Burggraf Robert Voigtsberger (6.v.l.) und seine Frau Dorothea inmitten einiger ehemaliger Burggrafen und Komitee-Vizepräsident Michael Bartz (2.v.l.). Foto: Sonja Essers

Stolberg. Die Stolberger Burg liegt Robert Voigtsberger besonders am Herzen. „Die Burg ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt mit enormem Identifikationspotenzial. Das begleitet mich auch in meiner täglichen Arbeit“, sagt der Kulturdezernent der Stadt Stolberg. Was liegt da näher, als das Amt des Burggrafen zu übernehmen?

Das dachte sich auch Professor Roland Fuchs, ehemaliger Prinz und Burggraf der Kupferstadt, als er Robert Voigtsberger darauf ansprach. Voigtsberger überlegte nicht lange und stimmte zu. „Für mich ist es eine Ehre, die Regentschaft auf der Burg zu übernehmen – zumindest für einen Tag“, sagt Voigtsberger und lacht.

Offiziell vorgestellt

Im Rahmen der Sessionseröffnung der ehemaligen Burggrafen wurde Voigtsberger nun offiziell vorgestellt. In einer Karnevalsgesellschaft ist der 36-Jährige zwar nicht aktiv, was aber nicht heißt, dass er mit der jecken Jahreszeit so gar nichts am Hut hat. Im Gegenteil! Was er am Karneval besonders schätzt? „Die Brauchtumspflege prägt die kulturelle Landschaft in unserer Stadt. Burg und Karneval sind wichtige Säulen für die Identifikation und passen wunderbar zusammen.“

Der designierte Burggraf reiht sich zudem in eine lange Tradition ein. Im Jahr 1991 überlegte man, wie man die Burg stärker in das karnevalistische Geschehen der Stadt einbinden könne. Der damalige Stadtkommandant, Dieter de Fries, hatte die Idee, ein närrisches Burggrafenfest zu feiern. Mit Unterstützung der gesamten Prinzengarde fand schließlich am 12. Januar 1992 das erste Burggrafenfest der Neuzeit auf der Burg statt. Dem Vorschlag von Dieter de Fries folgend, wurde pünktlich um 11.11 Uhr der neue Burggraf verkündet.

Es war Heinrich Römer, ehemaliger Stolberger Stadtdirektor, der für einen Tag auf der Burg residierte. Robert Voigtsberger wird am Sonntag, 21. Januar, zum 26 Burggrafen ernannt. Die Veranstaltung findet – natürlich – in der Stolberger Burg statt. Nach dem traditionellen Frühstück zieht Voigtsberger dann gemeinsam mit seinen Vorgängern und Musik in die Burg ein.

Alle Stolberger willkommen

Natürlich sind an diesem Tag auch alle Stolberger Jecken herzlich auf der Bug willkommen – egal, ob im Kostüm oder im mittelalterlichen Burggewand. „Das Schöne am Karneval ist, dass es völlig egal ist, woher man kommt und was man ist. Dann sind alle gleich. Ich hoffe, dass wir den Stolberger Jecken eine schöne Veranstaltung bieten können“, sagt Voigtsberger.

Und wenn der Stolberger Kulturdezernent von „wir“ spricht, dann meint er damit vor allem Michael Bartz, Vize-Präsident des Stolberger Karnevalskomitees und Präsident der Ersten Großen Stolberger Karnevalsgesellschaft, der ihm bei der Organisation der Veranstaltung tatkräftig unter die Arme gegriffen hat. Die einzelnen Programmpunkte werden natürlich noch nicht verraten. Neben der Inthronisierung des neuen Burggrafen wird es auch jede Menge Musik geben. Zudem wird Voigtsbergers Vorgänger Jürgen Meyers an diesem Tag verabschiedet. „Das Feiern steht an diesem Tag im Vordergrund. Es gibt Musik, Tanz und natürlich stattet uns auch unser Stadtprinz Patrick I. einen Besuch ab“, sagt Michael Bartz.

Im Hofstaat

Voigtsberger wird in dieser Session jedoch nicht nur als am Tag des Burggrafenfestes auf der Bühne stehen. Der 36-Jährige ist auch Mitglied im prinzlichen Hofstaat und wird – in seinem Kostüm – wohl auf der einen oder anderen Stolberger Bühne zu sehen sein.

Apropos Kostüm. Mitte der vergangenen Woche fehlten nur noch wenige Nadelstiche. Mittlerweile soll es allerdings fertig sein und wartet auf seinen Einsatz. So viel sei verraten: „Es ist ein schönes Kostüm geworden. Darin spiegeln sich die Stolberg Stadtfarben wider“, sagt Voigtsberger. Und der Orden? Der spiegle seine Tätigkeit als Erster Beigeordneter der Stadt Stolberg ein Stück weit wider. Mehr verrät Voigtsberger dazu allerdings ebenfalls nicht. Auch seine Familie freut sich bereits auf der Burggrafenfest. „Meine Kinder sind sehr stolz und freuen sich, dass der Papa für einen Tag über die Burg herrschen darf“, sagt Robert Voigtsberger.

Und was kommt nach dem Amt des Burggrafen? Voigtsberger wäre schließlich nicht der Erste, der erst Burggraf und dann Prinz werden würde. Dazu gibt es von dem 36-Jährigen allerdings keine Antwort, sondern lediglich ein Lächeln. Man darf gespannt sein, was die Zukunft noch so bringt.

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