Hermannschule: Ende der Tristesse rückt in greifbare Nähe

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
hermann-bild-groß
Alt und beengt ist der Schulhof an der Hermannstraße. Als Spielgerät gibt es lediglich ein Reck. Der Boden ist durchgängig asphaltiert. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Kontraste können ja mitunter ihren Reiz haben. Doch diesen Reiz sucht man an der Grundschule Hermannstraße vergeblich. „Es ist allen klar, dass der derzeitige Zustand so nicht mehr haltbar ist”, kommt Leiterin Renate Krickel mit Blick auf den Schulhof ohne Umschweife auf den entscheidenden Punkt.

Denn während das Gebäude selber 2007 mit einem ebenso modernen wie funktionalen Erweiterungsbau versehen worden ist, liegt das Außengelände weiterhin brach. Schlimmer noch: Mittlerweile brechen Stücke aus der Backsteinmauer, die zwei Drittel des Hofes einfassen. Bauzäune sollen nun vor Schlimmerem bewahren, können aber nicht verhindern, dass alleine schon der bloße Anblick dem Betrachter wehtut.

Das allerdings soll sich nun ändern - und zwar möglichst bald. Die Schulleitung hat in Zusammenarbeit mit dem Stolberger Architekten Klaus-Josef Kaesler eine Plan zur Neugestaltung und Erweiterung des Schulhofes entworfen, dem Lehrer- und Schulkonferenz jeweils einstimmig zugestimmt haben.

Dabei wird das Gelände in drei Bereiche eingeteilt: Den am Vichtbach gelegenen Vorplatz, der bis vor einigen Jahren öffentliche Verkehrsfläche war und dann zum Schulgelände umgewandelt worden ist. Der alte Schulhofbereich und das dahinter gelegene und bislang abgesperrte Ausgleichsgrundstück der Europastraße (L238), das in städtischem Besitz, aber seit Jahren dem Wildwuchs überlassen ist.

„Unsere erste Anfrage ist im Rathaus ziemlich kategorisch abgelehnt worden; mittlerweile hat sich aber die Einschätzung geändert, und die Verwaltung stuft eine schulische Nutzung als durchaus machbar ein”, freut sich Renate Krickel über die überraschende Wende.

Würde die Politik die Einschätzung der Verwaltung bestätigen, könnte der Zaun versetzt und auf dem gewonnen Platz das Konzept der so genannten Bewegungsbaustelle verwirklicht werden.

Kreativität fördern

„Es geht darum, dass die Kinder in Gruppen mit einfachen Materialien ihre Bewegungslandschaft selber bauen”, erläutert die Schulleiterin den pädagogischen Ansatz. Ausgerüstet mit Schutzhelm und Arbeitshandschuhen, könnten die Schüler ihre Kreativität zum eigenen Nutzen und Spaß einsetzen. Doch es geht noch um mehr: „Wir wollen das zusammen mit dem Stadtteilprojekt an Qualifizierungsmaßnahme knüpfen”, kündigt Krickel an. „Wir haben jetzt die Strukturen des Projektes soziale Stadt, und die sollten wir auch nutzen.”

Dazu bedarf es allerdings Kooperationspartner, und die werden derzeit gesucht. Engeren Kontakt gibt es zur Hauptschule Kogelshäuserstraße, die gerade prüft, ob das Projekt auf das Bedürfnis ihrer Schüler, die Grundkenntnisse in Holzverarbeitung erwerben möchten, abgestimmt werden kann. Finanzielle Mittel könnten über das Bundesförderprogramm „Stärken vor Ort” akquiriert werden.

„Die Bewegungsbaustelle ist ein langfristiges Projekt”, betont Renate Krickel. Das bedeutet auch, dass die generelle Schulhofumgestaltung nicht an dessen Realisierung geknüpft werden soll. „Unser Schulhof gleicht einem Kasernenhof”, macht die Schulleiterin klar, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt.

Der durchgängig asphaltierte Hof soll in Teilen entsiegelt und durch einen Bolzplatz ergänzt werden. Außerdem sind ein großes Klettergerüst, Sitzgelegenheiten und ein Hochbeet als Ruhezone vorgesehen.

Rankpflanzen sollen zudem für mehr Grün in der bis dato grau-schwarzen Tristesse sorgen. Angenehmer Nebeneffekt: Durch die Schaffung entsiegelter Flächen und die Bepflanzung könnte wahrscheinlich auch das Hochwasserproblem gelöst werden, dass sich immer wieder bei starken Niederschlägen in den Kellerräume ergibt.

Bleibt noch der vor der Schule gelegene dritte Bereich. Die erneute Umwidmung zu einer dann wieder öffentlichen Fläche würde die Schule dort von der Aufsichtspflicht entbinden und damit völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten zulassen. Die Pläne von Klaus-Josef Kaesler sehen eine „Uferpromenade” am Vichtbach vor, der über eine Treppe - allerdings versehen mit einem Tor - zugänglich gemacht werden könnte.

An den Kopfseiten der Promenade sind ein Bouleplatz und ein Garten vorgesehen, der wiederum im rahmen von Klassenpatenschaften gepflegt werden könnte.

„Die erneute Umwidmung, ist allerdings zwingend an die Erweiterung des Schulgeländes im hinteren Bereich gebunden”, verweist Renate Krickel, dass unterm Strich nicht nur die Umgestaltung, sondern auch die Erweiterung des Außengeländes, das durch den Anbau erheblich verkleinert worden war, von großer Bedeutung ist.

Bleibt die Frage nach dem zu erwartenden Kosten- und Zeitrahmen. Sie soll jetzt mit Hilfe der Verwaltung beantwortet werden. Konzept und Zahlen werden dann an die Politik weitergegeben. Sie muss in letzter Instanz mit ihrem Beschluss dafür sorgen, dass die Hermannschule ein neues Gesicht erhält.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert