Stolberg - Herlitzius sieht jetzt die Energiewende in Gefahr

Herlitzius sieht jetzt die Energiewende in Gefahr

Von: -jül-
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Sehen das Potenzial von Photov
Sehen das Potenzial von Photovoltaik nicht ausgeschöpft und befürchten den Abbau von Arbeitsplätzen in Handwerk und Mittelstand: Bettina Herlitzius sowie Dirk und Gabi Gier Foto: J. Lange

Stolberg. Die Entscheidung der Bundesregierung, die Einspeisevergütung zu reduzieren, trifft nicht nur große Investoren, sondern vor allem auch Eigenheimbesitzer und die mittelsständische Wirtschaft. Ein Beispiel dafür ist die Stolberger Sotech GmbH.

„Bis zum 1. April sind unsere Auftragsbücher noch voll; danach wirds eng”, sagt Geschäftführer Dirk Gier bei einem Besuch der grünen Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius. Acht fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen im Gewerbegebiet am Birkenfeld. Treffen die prognostizierten Umsatzrückgänge ein, wird sich Gier von zwei Mitarbeitern trennen müssen. Nicht übernommen werden könne ein Auszubildender und einen neuen werde er nicht einstellen können.

Sotech ist ein Familienbetrieb mit Tradition in der Branche, wurde am 8. August 1988 gegründet und leistete Pionierarbeit. Von einer installierten Anlage im Jahr auf Module mit einer Leistung von insgesamt einem Megawatt hat sich die Nachfrage gesteigert. „In erster Linie sind es Privatkunden, die von den großen Energieversorgern unabhängig sein wollen”, ergänzt Ehefrau Gabi. Das ist ein serviceorientierter Markt, mit dem viele Mitbewerber bislang nichts zu tun haben wollten. Mit dem Wegbrechen der Einspeisevergütung entfielen größere Aufträge bei Industrie und Landwirtschaft: Der verbleibende Markt werde härter umkämpft.

Seit Jahresbeginn erhalten Eigentümer von Photovoltaikanlagen 15 Prozent weniger Geld für ihren ins Netz eingespeisten Solarstrom; zum 1. April erfolgt eine erneute Kürzung zwischen 20 und 32 Prozent. „Das entspricht je nach Anlagengröße einer Verringerung um bis zu 46 Prozent”, kritisiert Herlitzius die Politik der Bundesregierung, die für Dezember weitere Einschnitte plane. So sollen bis zu 15 Prozent des lokal erzeugten Stroms zu Marktpreisen ins Netz gespeist oder selbst vermarktet werden. „Bürger sollen mit großen Konzernen konkurrieren”, moniert die Abgeordnete. Mit ihren Entscheidungen zur Einspeisevergütung mache sich die schwarz-gelbe Koalition zum „Totengräber der erneuerbaren Energie”. So werde die angestrebte Energiewende scheitern.

Dabei Photovoltaik noch viel Potenzial, sind sich Herlitzius und Gier einig. Die Entwicklung verbesserter Speichermedien und ein Management zum Ausgleich von Einspeise- und Verbrauchsspitzen müssten gefördert werden. Hier seien mittelständische Unternehmen seit jeher die besten Impulsgeber für Innovationen gewesen, so Herlitzius.

Auch die VHS informiert über Solaranlagen

Lohnen sich Solaranlagen? In einem Vortrag informiert die Volkshochschule zu dem aktuellen Verbraucherthema. Grundlagen von thermischen Solaranlagen sowie Photovoltaikanlagen sowie Kosten und Finanzierung und werden beleuchtet. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27. März, ab 19 Uhr im Kulturzentrum Frankental statt. Eintritt ist frei. Anmeldungen sind unter der Telefon 862460 erforderlich.

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