Heller Bruchstein für die Schule

Von: Toni Dörflinger
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Traditionsreiches Gebäude: Als Schule hat einst dieses Wohn- und Geschäftshaus gedient. Der linke Gebäudeteil stammt von 1872. Foto: (dö)

Stolberg-Zweifall. 70 Kinder aller Altersjahrgänge sollten in dem Raum unterrichtet werden, den der Architekt Albert Jussen im Jahr 1900 zeichnerisch darstellte. Auf dem im Stadtarchiv aufbewahrten Plan sind die für die Kinder vorgesehenen Tischreihen an den Längsseiten des als Schulsaal bezeichneten Raumes untergebracht.

Das Pult für den Lehrer befand sich an der Stirnseite: Diese Anordnung wählte die Gemeinde Zweifall, als sie im Jahr 1900 an der Jägerhausstraße der alten Schule einen weiteren Trakt hinzufügte.

Errichtet wurde der Bau mit heimischem Baumaterial. Im Gegensatz zu dem 1872 erstellten Gebäude bevorzugte man für den Neubau allerdings nicht den dunklen Zweifaller Bruchstein, sondern den hellen, gelblich schimmernden Vichter Kalkstein. Die Raumaufteilung entsprach den Gegebenheiten der damaligen Zeit.

Während im Erdgeschoss die beiden Schulsäle lagen, befanden sich im Obergeschoss die Lehrerwohnungen. Leicht erreichbar sollte auch die Gemeindeverwaltung sein.

Für sie schuf man ebenfalls im Erdgeschoss Platz. Überflüssig wurde das Schulgebäude, als 1964 an der Kornbendstraße eine neue Schule eingeweiht wurde. Das alte, an der Jägerhausstraße gelegene Schulgebäude, wurde in der Folgezeit zu Wohnungen umgewandelt.

Der vor der alten Schule liegende Platz, der heute als Parkbereich bzw. als Veranstaltungsort für den Wochenmarkt genutzt wird, stellt eine Besonderheit dar. Denn unter der Platzanlage verläuft der Hasselbach. Das einst als offener Graben geführte Gewässer, das im Bereich der alten Schule bogenförmig verläuft, wurde, um Platz für die Anlage eines öffentlichen Geländes zu schaffen, später überbaut.

Neben der alten Schule an der Jägerhausstraße 21 bzw. Döllscheidter Straße 2, liegt an der Jägerhausstraße noch eine weitere geschichtlich interessante Baugruppe. Denn an der Ecke Werk-/Jägerhausstraße befindet sich ein Bereich, der seit Anfang des 20. Jahrhunderts gewerblich genutzt wird.

Den Anfang machte eine kleine, 1905 von dem Sägewerksbesitzer August Schnitzler geführte Eckkneipe. Diese Gaststätte wurde 1966 in eine von der Monschauer Kreissparkasse geführte Bankfiliale umgewandelt: Bis 1972 gehörte Zweifall zum danach aufgelösten Kreis Monschau.

Im Nachbarbereich der Bank führte Johann Schweitzer seit 1951 eine Tankstelle, die vier Jahre später um eine Wagenhalle erweitert wurde. Dem Ortsbild angepasst war das so genannte Tankwarthaus. Es war nämlich in Fachwerkbauweise errichtet. Dieses Gebäude enthielt zur damaligen Zeit allerdings keine gut sortierte Lebensmittelverkaufsstelle, sondern allenfalls einen Aufenthaltsraum für den Tankwart, in dem der Spritverbrauch abgerechnet und Schmiermittel verkauft wurden.

Als Gaststätte konnte das Gebäude Jägerhausstraße 45 wieder genutzt werden, als 1978 die Sparkasse auf dem bisherigen Parkplatz einen neuen, moderneren Bau errichtete. Schon fünf Jahre zuvor hatte Schweitzer seinen Tankbetrieb eingestellt. In der Folgezeit wurde die Tankstelle umgebaut und machte einer Arztpraxis Platz.
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