Helene-Weber-Haus: Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Von: Michael Grobusch
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Sieht das Helene-Weber-Haus für die Zukunft gut aufgestellt und verlässt Stolberg zum Jahresende deshalb „mit einem guten Gefühl”: Mechtilde Boland-Theißen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Im Umbruch ist einiges, im Abbruch aber gar nichts. Das ist im Fall des Helene-Weber-Hauses eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch weil die weiterhin gefährdete Zukunft des Mehrgenerationenhauses als eine Abteilung der Familienbildungsstätte von manchem Stolberger in den vergangenen Wochen offenbar als eine Bedrohung für den Fortbestand der gesamten Familienbildungsstätte gewertet worden ist, muss sich Mechtilde Boland-Theißen dann doch einmal um eine Klarstellung bemühen.

„Ich werde Stolberg mit einem guten Gefühl verlassen”, ist die scheidende Leiterin sicher. Zum 1. Januar 2011 wird die 52-Jährige ihre neue Stelle als Leiterin des städtischen Amtes für Weiterbildung und Kultur in Coesfeld antreten. Doch dass sie nach zwölf Jahren in der Kupferstadt ihrem bisherigen Arbeitgeber ein gut bestelltes Feld hinterlässt, steht für sie außer Frage. „Unser Haus funktioniert gut, kommt trotz erheblicher Mittelkürzungen in den vergangenen Jahren finanziell über die Runden und hat dank hervorragender Mitarbeiter sehr gute Produkte zu bieten”, fasst Boland-Theißen den Ist-Zustand aus ihrer Sicht zusammen.

Für die Zukunft sei das Helene-Weber-Haus deshalb gut aufgestellt, zumal sich hinsichtlich der öffentlichen Förderung etwas zum Positiven wenden könnte. „Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung steht, dass die Mittelkürzungen, die seit dem Jahr 2005 vorgenommen worden sind, rückgängig gemacht werden sollen”, blickt die Leiterin und Geschäftsführerin hoffnungsvoll auf die anstehende Evaluation des Weiterbildungsgesetzes in Düsseldorf.

Zwar wurden die tiefsten Einschnitte mit einer Reduzierung um jeweils 15 Prozent für die Familien- und die Erwachsenenbildung bereits 2003 vorgenommen. Doch auch die Einsparungen in den vergangenen fünf Jahren sind mit fünf Prozent bei Familien und 13 Prozent bei Erwachsenen noch einmal beträchtlich gewesen. „Wenn uns dieses Geld in Zukunft wieder zur Verfügung stehen würde, könnten wir damit zumindest die Kostensteigerungen auffangen”, betont Mechtilde Boland-Theißen.

Unabhängig von dieser Frage werden aber die Preise für die Kurse und Angebote des Helene-Weber-Hauses im kommenden Jahr unverändert bleiben. „Die jüngsten Untersuchungen haben erneut gezeigt, dass neben der Qualität vor allem auch das Preis-Leistungs-Verhältnis von unseren Kunden geschätzt wird”, erklärt Bildungsmanagerin Hannelore Klinkhammer-Bohl.

Das ist ein Pfund, mit dem das Helene-Weber-Haus wuchern kann angesichts der voraussichtlich rund 2400 Kurse und 27000 Unterrichtseinheiten, die es für das kommende Jahr in Stolberg und der Region mit ihren insgesamt 450 Referenten anbietet. Druckfrisch gibt es in diesen Tagen das neue Programm, das ab sofort auch im Internet eingesehen werden kann. Viele bewährte Themen und Angebot, aber natürlich auch wieder einige Neuerungen sind im vielfältigen Repertoire der Familienbildungsstätte - ein bisschen Umbruch eben, aber kein bisschen Abbruch.

Ob das allerdings auch für das Mehrgenerationenhaus gelten wird, ist nach wie vor offen. Zwar habe es zwischenzeitlich zarte Andeutungen gegeben, dass der Bund für die im Herbst 2011 auslaufende Förderung eine Folgeregelung schaffen könnte, berichtet Mechtilde Boland-Theißen. Den Schwerpunkt ihrer Bemühungen legt sie aber weiterhin auf das Gespräch mit Politikern und Entscheidungsträgern auf regionaler Ebene. Vor allem der Fortbestand des „Café H” als Herzstück des Mehrgenerationenhauses ist ihr dabei ein großes Anliegen. „Das ist eine ganz wichtige Plattform und Schnittstelle, die von vielen Menschen intensiv genutzt wird”, betont auch Hannelore Klinkhammer-Bohl.

Weil das so ist, werden in den nächsten Monaten verstärkt Mitmach-Aktionen stattfinden. „Es geht bewusst um ganz niedrigschwellige Angebote zu den gewohnten Café-Zeiten”, so die Bildungsmanagerin, die auf einen enormen Zuspruch für eben solche Veranstaltungen verweisen kann. Sie dienen nicht selten auch als Einstieg in die Bildungsangebote, die das Helene-Weber-Haus nach seinem Selbstverständnis unabhängig von der jeweiligen finanziellen Situation möglichst vielen Menschen zukommen lassen will. Für Mechtilde Boland-Theißen steht fest: „Familienbildung ist wichtiger denn je.” Und dieser Grundsatz wird, daran hat sie keinen Zweifel, auch nach ihrer Verabschiedung zum Jahresende seine Gültigkeit behalten.

Das Bewerbungsverfahren läuft, eine Entscheidung wird aber erst für Januar erwartet: Mit viel Sorgfalt sucht der Vorstand des Helene-Weber-Hauses derzeit nach einer Nachfolgerin (oder einem Nachfolger) für die scheidende Leiterin und Geschäftsführerin Mechtilde Boland-Theißen.

Auch wenn die Würfel Anfang des Jahres fallen dürften, ist mit einem Dienstantritt erst zwischen Frühjahr und Sommer 2011 zu rechnen. In der Zwischenzeit wird Boland-Theißens bisherige Stellvertreterin Marianne Kaufmann Leitung und Geschäftsführung kommissarisch übernehmen.

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