Stolberg - Helene-Weber-Haus für Ausbildung von Tagespflegepersonen ausgezeichnet

Helene-Weber-Haus für Ausbildung von Tagespflegepersonen ausgezeichnet

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
helene-bild-groß
Der Betreuungsbedarf bei Kindern soll zunehmend auch über die Tagespflege abgedeckt werden. Das Helene-Weber-Haus ist in Stolberg für die Ausbildung zuständig. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Für Mechtilde Boland-Theißen ist es so etwas wie das Sahnehäubchen auf der bisher geleisteten Arbeit: Als eine der ersten Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen überhaupt ist das Helene-Weber-Haus vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit dem Gütesiegel zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen ausgezeichnet worden.

„Das erweitert die Möglichkeiten für diejenigen, die bei uns die Ausbildung absolviert haben. Und es schafft noch mehr Sicherheit für die Eltern, die die Tagespflege in Anspruch nehmen”, freut sich die Leiterin und Geschäftsführerin gleich doppelt.

Mit der Zertifizierung erfüllt die der Familienbildungsstätte an der Oststraße, die auch als Mehrgenerationenhaus anerkannt ist, zugleich den eigenen hohen Anspruch, ausschließlich Leistungen auf hohem Qualitätsniveau anzubieten. „Das ist natürlich nicht einfach in Zeiten, in denen öffentliche Mittel knapp sind und Spendengelder weniger fließen”, weiß Boland-Theißen. „Bisher haben wir es aber immer noch geschafft, einen Querschnitt der Bevölkerung und somit alle sozialen Schichten ansprechen und erreichen zu können.”

Das gilt auch für die Tagespflege, die in Stolberg auf drei Säulen steht. Während das städtische Jugendamt die Pflegeerlaubnis erteilt und die Finanzierung regelt, vermittelt und überprüft der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) die Tagesmütter und -väter. Das Helene-Weber-Haus wiederum ist für die Aus- und Fortbildung zuständig.

„Wir haben uns bewusst mit unserem bewährten Konzept für das Gütesiegel beworben, weil wir davon uneingeschränkt überzeugt sind”, erklärt Bildungsmanagerin Hannelore Klinkhammer-Bohl. 176 Stunden, und damit 16 mehr als gesetzlich vorgeschrieben, umfasst die in drei Module gegliederte Ausbildung zur Tagespflegeperson.

In einer ersten, achtwöchigen Phase werden die Teilnehmer in insgesamt 100 Stunden ausgebildet und bei bestandener mündlicher und schriftlicher Prüfung mit der vorläufigen Pflegeerlaubnis ausgestattet. „Anschließend folgen zwei Aufbaukurse, die dann belegt werden, wenn die Tagesmütter und Tagesväter bereits Pflegekinder aufgenommen haben. So können die Erfahrungen aus der Praxis in der konkreten Arbeit mit Hilfe einer qualifizieren Referentin reflektiert werden”, beschreibt Klinkhammer-Bohl, und Mechtilde Boland-Theißen ergänzt: „Das hat sich sehr bewährt. Denn es geht um weit mehr als die Vermittlung von schulischen Inhalten.”

Zwei Grundkurs pro Jahr

Zwei Grundkurse pro Jahr werden in der Regel angeboten, jeweils maximal 15 Teilnehmer - darunter mittlerweile auch immer mindestens ein Mann - in drei Schritten ausgebildet. Zuvor gilt es für die Bewerber jedoch eine erste Hürde zu nehmen. In individuellen Coachinggesprächen soll sichergestellt werden, dass sie das richtige Bild von der Aufgabe einer Kindertagespflegeperson haben, über die erforderlichen Räumlichkeiten und vor allem über die notwendige Eignung verfügen. „Wir bewegen uns immer mehr in Richtung einer berufsadäquaten Ausbildung”, sieht Boland-Theißen einen anhaltenden Trend zur Professionalisierung.

Das kommt vor allem den Kindern und deren Eltern zugute - eine Erkenntnis, die sich angesichts der derzeit noch begrenzten Akzeptanz der Tagespflege wohl erst allmählich durchsetzen wird. „Es handelt sich um ein Angebot, das die gleiche Qualität wie eine Kindertagesstätte hat, aber darüber hinaus eine sehr hohe Flexibilität ermöglicht”, betont Hannelore Klinkhammer-Bohl.

Rund 20 Prozent der Kleinkinder - ursprüngliche Planungen gingen sogar von 30 Prozent aus - sollen nach den Vorstellungen des Bundesfamilienministerium bis 2013 in der Tagespflege betreut werden. Die Bildungsmanagerin ist überzeugt: „An der Ausbildung von qualifiziertem Personal wird das in Stolberg sicherlich nicht scheitern.”

Ab sofort gibt es individuelles Elterncoaching:
Dank einer 7000-Euro-Spende aus der Manfred-von-Holtum-Stiftung kann das Helene-Weber-Haus ab sofort ein individuelles Elterncoaching anbieten. „Dafür hätten wir sonst nie eine Finanzierungsmöglichkeit gehabt”, ist Mechtilde Boland-Theißen von der Unterstützung des Aachener Generalvikars begeistert.

„Die Idee ist vor zwei Jahren entstanden”, erinnert sich Helga Fries, die die Beratung übernimmt, an den ersten Impuls. „Damals haben wir festgestellt, dass wir im Rahmen des Cafés und unserer Kurse oftmals nicht die Möglichkeit haben, um sehr individuelle und persönliche Probleme zu besprechen.” Neben zeitlichen und räumlichen Gründen sei das auch dadurch bedingt, „dass man gewisse persönliche Fragen nicht im Beisein anderer Kursteilnehmer oder Café-Besuch stellen möchte”, weiß Fries, die eine spezielle Zusatzausbildung zur Elternberaterin absolviert hat.

Gesprächstermine im Helene-Weber-Haus können ab sofort immer für Montagnachmittag ab 16 Uhr mit Helge Fries vereinbart werden. Sie ist unter 955617 zu erreichen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert