Helene-Weber-Haus: Bund zahlt nur, wenn sich Kreise beteiligen

Von: tol
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Treffpunkt und Bildungsstätte
Treffpunkt und Bildungsstätte: Das Stolberger Helene-Weber-Haus wird sich wieder um die Trägerschaft des Mehrgenerationenhauses in der Städteregion bewerben. Voraussetzung für Förderung und Zuschlag des Bundesministeriums ist die Unterstützung der Städteregion. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. In wenigen Tagen endet das dritte Quartal des Jahres und damit für das Stolberger Helene-Weber-Haus die Förderung als Mehrgenerationenhaus. Um die Arbeit in den folgenden drei Monaten sicherstellen zu können, ist die Familieneinrichtung auf weitere Unterstützung angewiesen.

Am Mittwoch wird zunächst der Kinder- und Jugendhilfeausschuss, am Donnerstag dann der Städteregionsausschuss über die weitere Finanzierung beraten. Die Verwaltung empfiehlt den Politikern, für 2011 noch 10.000 Euro zu genehmigen und auch für die Jahre 2012 bis 2014 - sofern Haushaltsmittel verfügbar sein werden - den gleichen Zuschuss zu gewähren.

Das Helene-Weber-Haus, seit Jahren größter Träger der Familienbildung im ehemaligen Kreis Aachen und in der heutigen Städteregion, soll damit seine Projektarbeit im Rahmen des Aktionsprogramms „Mehrgenerationenhäuser” fortsetzen. In derartigen generationsübergreifenden Einrichtungen der Erwachsenen- und Familienbildung sollen sich Menschen jeder Generation treffen und einen außerfamiliären Ort erleben, der vertrautes Miteinander fördert.

Seit fünf Jahren im Programm

Bereits im Oktober 2006 wurde das Aufgabenspektrum um die generationsübergreifende Zielsetzung erweitert. Laufzeit: zunächst zwei, dann noch einmal drei Jahre. Auch in den kommenden drei Jahren soll das Projekt „Mehrgenerationenhaus” weiter ans Helene-Weber-Haus angebunden werden; mit ihrer entsprechenden Empfehlung honoriert die Städteregion die Tatsache, dass die Einrichtung kontinuierlich den Ausbau der Familienbildung entsprechend der Nachfrage betrieben hat.

Allerdings haben sich Kreis und Städteregion Aachen bis 2010 nicht um die Finanzierung kümmern müssen: Die Projektförderung erfolgte komplett aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds: 40.000 Euro pro Jahr. Über diese Projektförderung hinaus gab es jedoch sehr wohl Unterstützung vom Kreis. Seit 2006 existiert eine Vereinbarung über Tätigkeiten und ihre Finanzierung: Bis 2009 gab es knapp 29.000 Euro zuzüglich 1000 Euro für Einzelveranstaltungen pro Jahr - 25.000 davon als freiwilligen Zuschuss. Seit 2010 beträgt der Pflichtteil 4500 Euro pro Jahr, der freiwillige Zuschuss blieb unverändert.

Hatte die Städteregion also bisher nichts mit der Kostendeckung fürs Aktionsprogramm zu tun, so änderte sich das schlagartig, als Städteregionsrat Helmut Etschenberg Anfang Juni von Geschäftsführerin Astrid Natus-Can eine offizielle Anfrage bekam. Hintergrund des „Hilferufs”: Statt 40.000 gab es dieses Jahr nur noch 30.000 Euro von Bund und Eurpäischer Union - befristet bis zum 30. September 2011. Natus-Can teilte dem Städteregionsrat mit: „Neu ist die Überlegung des Ministeriums, die Rolle der Kommunen zu stärken. Bei der finanziellen Unterstützung stellt sich das Bundesministerium vor, dass die Fördergelder zu drei Vierteln aus Bundes-/ESF-Mitteln und zu einem Viertel aus kommunalen Mitteln bestritten werden sollen. Die Laufzeit des neuen Förderprogramms ist von 2012 bis 2014 vorgesehen.”

Wie bisher, soll es weiterhin pro Kreis und kreisfreie Stadt Mehrgenerationenhaus geben. Die weitere Bundesförderung wird von der Bereitschaft zur kommunalen Unterstützung abhängig gemacht.

Stolberg bewirbt sich wieder

Für das Helene-Weber-Haus sei klar, ließ Natus-Can weiter wissen, dass es sich beim Bund erneut um die Trägerschaft des Mehrgenerationenhauses in der Städteregion bewerben werde. „Die vorgesehenen neuen inhaltlichen Schwerpunkte haben wir bereits ins aktuelle Angebot aufgenommen.”

Die Verwaltung der Städteregion unterstützt die Absicht des Hauses, das Mehrgenerationenhaus fortzuführen und empfiehlt den Politikern, „die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten”. Im Rahmen der Haushaltssatzung wurde bereits eine um 10 000 Euro höhere Gesamtförderung für das Haus beschlossen, so dass die Mittel zur Verfügung stehen. Um weiterhin „verlässlicher Partner für die Realisierung des Mehrgenerationenhauses zu sein”, schlägt die Verwaltung, die die zusätzlichen Jahresbeträge schon im Haushaltsentwurf 2012/13 berücksichtigt hat, vor, diese Förderung fortzusetzen. Das sichere die „wichtige generationsübergreifende Arbeit und die Position des Helene-Weber-Hauses als Projektträger”.
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