Helden des Krautrocks in der Kupferstadt

Von: Dirk Müller
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Rufus Zuphall, hier beim 40. Jubiläum im Rahmen des Aachener September Specials, rocken Ende Juni das Stolberger Burghaus. Foto: A. Herrmann
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„Way-2-o“, das Flaggschiff-Ensemble des Musikstudios Stolberg, ist ebenfalls am 28. Juni am Burghaus beim „13. Rockballast“ mit von der Partie.

Stolberg. Die Kupferstädter Musikfreunde dürfen begeistert sein, denn große Konzerte werfen ihre Schatten voraus. Im Rahmen des Kulturfestivals der Städteregion spielt im August „Selig“ in Stolberg.

Und kaum legt sich die erste Euphorie über das Konzert der „Einstürzenden Neubauten“, das im November ebenfalls im Zinkhütter Hof stattfindet, folgt die nächste fantastische Überraschung für Musikliebhaber. Das kleine aber umso feinere Festival „Rockballast“ in seiner 13. Auflage wartet am Samstag, 28. Juni, mit drei Bands am Fuße der Burg auf. Mit dabei: die deutschen Helden des Progressive Rocks schlechthin.

„Rufus Zuphall“ wird das Publikum unter anderem mit Werken aus seinen legendären Alben „Weiß der Teufel“ und „Phallobst“ erfreuen. Bereits 1969 in Aachen gegründet erfolgte der Durchbruch für die Formation ein Jahr später bei einem Jazz-Festival im belgischen Bilzen. Als einzige Amateurband konzertierte „Rufus Zuphall“ neben Größen wie „Black Sabbath“, Cat Stevens oder „May Blitz“ auf der Hauptbühne und wurde von der Fachpresse als die Überraschung des Festivals gefeiert. Es folgten Konzerte mit „Golden Earring“, Curtis Jones und „Group 1850“. Den experimentellen und improvisationsartigen Stil des Krautrocks vereint „Rufus Zuphall“ mit den wesentlichen Merkmalen von Progressive Rock.

Die Rockmusik dient unverkennbar als Basis, aber auch harmonische Grundlagen und Kompositionsweisen der abendländischen Klassik und stilistische Anklänge anderer musikalischer Genres fließen mit ein. Mythische Klänge angelsächsischen Folks, psychedelische Elemente, traditioneller Blues oder verspielter Jazz fügen sich bei „Rufus Zuphall“ in einen kraftvoll dynamischen, fusionsartigen und symphonischen Rock von zeitloser Frische. Stücke wie „Spanferkel“ und „Walpurgisnacht“ oder das mehr als 17 Minuten lange „Weiß der Teufel“ genießen absoluten Kultstatus in Musikkreisen.

Im Vergleich zu herkömmlicher, populärer Rockmusik steht bei „Rufus Zuphall“ der progressive Anspruch deutlich im Vordergrund. Die einfachen Strukturen von Strophe und Refrain werden kunstvoll negiert; die Musik schreitet immerwährend fort, Ideen werden aufgegriffen, variiert und weiterentwickelt. Vorhersehbar ist lediglich der Hörgenuss dieser Kunstform auf hohem Niveau.

Beim „Rockballast“ in Stolberg werden für diesen mit Klaus Gülden (Flöte) und Günter Krause (Gitarre, Gesang, Komposition) auch zwei Gründungsmitglieder von „Rufus Zuphall“ verantwortlich sein. Seit 1999 sind Roland Hegel (Schlagzeug) und Gero Körner (Hammondorgel, Keyboards) feste Bandmitglieder bei „Rufus Zuphall“, 2011 stieß Uwe Böttcher (Bass, Violine) dazu.

Gemeinsam wird das Quintett unvergessene Perlen wie „Knight of third Degree“ oder „Freitag“ in Stolberg präsentieren und live unter Beweis stellen, dass „Rufus Zuphall“ weit mehr sind als die „deutschen Jethro Tull“, wie sie von manchen Kritikern zu Unrecht genannt werden. Zu eigenständig ist der Sound der Band, um mit nur einem Etikett beschrieben werden zu können, oder gar in einem Schatten zu stehen. Die Musik von „Rufus Zuphall“ ist schlicht, filigran und hoch komplex gleichermaßen, sie ist künstlerisch verspielt, teils sanft und gefühlvoll, teils auch brachial, innovativ, sphärisch. Sie umfasst ein enormes Spektrum, das sich besser hören als beschreiben lässt.

Zur Zeit ist das Flaggschiff-Ensemble des Musikstudios Stolberg, „Way-2-o“, zu fünft: Rania Amassio Requena, die 18jährige Frontfrau mit ihrer „Black-Voice“; Kornél Kass, Frontmann und Schauspielstudent, der Spezialist für „Kuschelsongs“; Raja Thulasithas am E-Bass, der den Groove zusammenhält; Norbert Walter Peters an der E-Gitarre, der den jazzigen Impuls in das Spiel einbringt sowie Alex Lürken-Uhl an den Drums, neben dem Studioleiter Norbert die erfahrenen Senioren in der Youngster-Truppe. Die Fünf wollen gut 45 Minuten Songs covern, welche sich in der Stilrichtung Soul, Jazz-Rock, Pop bewegen – durchaus mit eigener Note und vor allem mit Super-Stimmen. Musik von Amy Winehouse, Bruno Mars, Lenny Kravitz oder Aloe Blacc stehen dabei auf ihrem Programm.

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