Heiß und rockig: Oldie-Night in Breinig

Von: Heike Eisenmenger
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Stolberg-Breinig. Das Publikum im Festzelt an der Stefanstraße lechzt nach mehr, es kann nicht genug bekommen von Liedern wie „Radio Ga Ga”, „Another One Bites The Dust” und „A Kind Of Magic”.

Es sind die Welthits der britischen Rockgruppe Queen, mit denen die Coverband The Great Pretender das Festzelt in Breinig schier zum Bersten bringt. Die Rockgruppe aus Dresden gibt bei der 15. Oldie-Night der Breiniger St.-Sebastianus-Schützen alles.

Es ist erstaunlich, wie nah Sänger Stephan Eberhardt stimmlich wie optisch an das Original, den 1991 verstorbenen Freddie Mercury, heranreicht. Ein Eindruck, der dadurch noch verstärkt wird, dass der Great Pretender-Frontmann die gleichen Bühnen-Outfits wie Mercury trägt und natürlich auch dessen Choreographie kopiert hat.

Eberhardt singt sich schier die Seele aus dem Leib, der Schweiß rinnt in Strömen seinen nackten Oberkörper hinunter, die Haare kleben am Kopf. Eine akurat sitzende Föhnwelle wäre bei einer solchen Show ein Zeichen von mangelnder Hingabe.

„Die sind einfach super”, ist Zuschauerin Michaele Reumont begeistert. Die 39-Jährige ist eine von Hunderten Besuchern der Oldie-Night auf dem Parkplatz der Breiniger Sporthalle. Mit der Oldie-Night am Freitag läuten die Schützen ihre traditionelle Sommerkirmes ein, zu deren Höhepunkte der Festzug am gestrigen Sonntag zählt.

Von schwächelndem Euro ist bei der Oldie-Night nichts zu spüren. Die Veranstaltungsreihe ist ein Dauerbrenner. Doch warum ist das so? „Die Bandauswahl stimmt und die musikalische Mischung. Positiv ist auch, dass Wert auf Qualität gelegt wird, im Bereich der Akustik und Lichttechnik. Es gibt auch keine Probleme mit Schlägereien”, sucht Thomas Schwartz (37) eine Erklärung für den Erfolg.

Um den Erfolg der 15. Oldie-Night sicher zu stellen, hat die Bruderschaft nicht nur The Great Pretender verpflichtet, sondern auch Cross Roads und For Example. Die drei Bands begeistern mit Hits aus vergangenen Jahrzehnten sowie aktuellen Chartstürmern.

Diese wohl dosierte Mischung zieht Besucher unterschiedlicher Altersgruppen an. Peter Meißen (53) besucht zum ersten Mal die Breiniger Oldie-Night und ist überrascht, „wie viele junge Leute heute Abend da sind”.

Bei der Oldie-Night 2010 kommen erstmalig Plasmabildschirme zum Einsatz. Gleich vier von ihnen hängen im Festzelt, was sicherstellt, dass man von jedem Standort im Saal das Geschehen auf der Bühne in Großaufnahme verfolgen kann.

Doch nicht nur im Zelt, sondern auch draußen auf dem Parkplatz ist viel los. Die Zuschauer umlagern in Trauben den Bier- und Imbisswagen, stehen schwatzend in Grüppchen zusamen. Auch Andrea Marx (32) genießt den lauen Sommerabend: „Bei dem schönen Wetter ist es im Freien angenehmer als im stickigen Zelt.” Ein weiteres Argument für ein Open-Air-Happening sei die Lautstärke: „Die Musik ist super, aber im Zelt ist es so laut, dass ein Gespräch unmöglich ist. Hier draußen stimmt das Verhältnis: Man kann Musik hören, aber sich trotzdem unterhalten.”

Draußen im Freien hat sich auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Breinig positioniert. Der Dienst bei der Oldie-Night ist unter den Helfern sehr beliebt. „Man freut sich schon, wenn man zum Dienst kommt, er ist viel abwechslungsreicher als bei den meisten anderen Veranstaltungen”, verrät der 16-jährige DRK-Helfer Norbert Augusto. „Man hat Spaß - trotz Dienst”, bestätigt der 21-jährige Arne Miethig.

The Great Pretender, bereits zum zweiten Mal bei der Breiniger Oldie-Night, läuft derweil zum Endspurt auf. Für den Endspurt mobilisiert Frontmann Eberhardt die letzten Reserven.

Das gleißende Scheinwerferlicht und die vielen Menschen im Zelt jagen die Temperatur nach oben. In dieser Schwüle zu tanzen und zu singen, ist körperliche Schwerstarbeit. Das Publikum dankt die völlige Verausgabung mit tosendem Applaus und Jubelschreien, die nicht enden wollen.

Eberhardt und seine Bandkollegen sind sichtlich gerührt: „Das Publikum in Breinig ist etwas Besonderes. Die Zuschauer leben die Musik, man spürt oben auf der Bühne, dass man etwas zurückbekommt”, sagt der Sänger und verschwindet im Backstage-Bereich.
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