Stolberg - Heinz Offermann: Gesundheit macht Strich durch die Karriere

Heinz Offermann: Gesundheit macht Strich durch die Karriere

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Bleibt Büsbach treu und zieht sich aus der Politik zurück: Heinz Offermann legt SPD-Ratsmandat nieder.

Stolberg. Viele sahen in ihm einen möglichen Nachfolger im Fraktionsvorsitz der SPD, aber am Dienstag hat Heinrich Offermann sein Ratsmandat völlig überraschend niedergelegt. Dabei hatten just die aktuellen Planungen für den Spielplatz am Eburonenweg und die ersten Überlegungen zur Neugestaltung der Bischof­straße die Aufmerksamkeit des 49-Jährigen erregt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der stellvertretende Fraktionsvorsitzende nimmt sich Dinge immer sehr zu Herzen.

Zu sehr, denn „dies bekommt meiner Gesundheit nicht“, bekennt er offen im Gespräch mit unserer Zeitung. An Wochenende warnte der Körper jedenfalls eindringlich. „In langen Gesprächen mit meiner Frau habe ich mich entschieden, mich aus der aktiven Politik zurückziehen“, sagt Heinrich Offermann. „Natürlich werde ich weiter in der SPD bleiben“. Aber der stellvertretende Fraktionsvorsitzende trennt sich von seinem Ratsmandat mit der umfangreichen Präsenz des in diversen Ausschüssen und Gremien. Außerdem zieht er sich aus der Führung des größten Ortsvereins der Stolberger SPD zurück. Erst im vergangenen Jahr hatte Offermann im Ortsverein Nord-Süd die Nachfolge des neuen Parteichefs Patrick Haas angetreten. Noch im Mai hatte der beruflich stark eingebundene IT-Manager angekündigt, das strukturelle Problem der Parteigliederung anzupacken: 114 Mitglieder mit einem Durchschnittsalter von über 65 Jahren und einer Frauenquote unter 30 Prozent. Diese Aufgabe wird ein anderer Genosse übernehmen müssen.

Während Heinz Offermann in Oberstolberg an der Leonard-Schleicher-Straße wohnt, hängt sein Herz am Barenland. Der Position des stellvertretenden Vorsitzenden der IG Büsbach will er ebenso treu bleiben wie der St. Hubertus-Schützenbruderschaft von 1623. Seit Jahren ist Offermann Brudermeister der ältesten Schützenbruderschaft im Stadtgebiet. „Das ist einfach mein Leben“, bekennt der Sozialdemokrat.

Er hatte bereits in der vergangenen Legislaturperiode als stellvertrender sachkundiger Bürger im Sozialausschuss Ratsluft geschnuppert. Bei der Kommunalwahl 2014 trat er im Wahlbezirk 19 Büsbach/Liester an, wo er mit 25,5 Prozent dem christdemokratischen Neuling Michael Thomas mit 52,2 Prozent das Direktmandat überlassen musste. Über Platz 11 der SPD-Liste zog Offermann in den Stadtrat ein, wo er sich sachlich und kritisch unter anderem in den Ausschüssen für Rechnungsprüfung, Personal, Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Schule/Kultur/Sport/Tourismus sowie im Hauptausschuss engagierte.

„Mit großem Bedauern haben wir haben den überraschenden Rücktritt von Heinz Offermann aus persönlichen Gründen zur Kenntnis genommen“, würdigte am Dienstag Fraktionsvorsitzender Dieter Wolf. Heinz Offermann habe in allen Funktionen gute Arbeit geleistet. „Auch für den Stadtteil Büsbach ist sein Ausscheiden aus dem Rat ein herber Verlust, weil er sich mit viel Herzblut und Sachkenntnis für die Zukunft und Weiterentwicklung von Büsbach erfolgreich eingesetzt hat“, markiert Wolf. „Die Fraktion wird in sehr vermissen, sein Ausscheiden reißt eine Lücke, die wir nur sehr schwer schließen können“. Er wünsche Heinz Offermann persönlich alles Gute und möchte den Kontakt nicht abreißen lassen.

Der Weg, wie die Lücke in den Reihen der SPD-Ratsfraktion formal gesehen zu schließen ist, sieht vor, dass die Verwaltung zunächst den Bewerber auf dem nächstfolgenden, nicht berücksichtigten Listenplatz zu fragen, ob er das Mandat annehmen möchte.

Das ist auf Platz 13 Frank Cirletta; der 32-jährige Personaldisponent wohnt in Krewinkel und hatte im Wahlbezirk 13 Zweifall kandidiert, den Heinz-Gerd Braun (CDU) mit deutlichem Vorsprung gezogen. Auf den weiteren Plätzen der SPD-Liste folgen Rolf Engels (75 Jahre / Münsterbusch), Franz-Josef Haselier (68 / Duffenter) und Willi Claßen (69 / Breinig).

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