Heimat- und Geschichtsverein besucht Ausstellung über Wilhelm V.

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Stolberg/Jülich. Anlässlich des 500. Geburtstags von Herzog Wilhelm V. von Jülich Kleve-Berg (1516 bis 1592) lud das Museum der Zitadelle Jülich zu einer besonderen Ausstellung über das Leben und Wirken dieses bedeutenden Herrschers ein. Da Herzog Wilhelm V. ebenfalls der Herrscher über die Stolberger Unterherrschaft zu Zeiten von Hieronymus von Efferen war, gab es für den Stolberger Heimat- und Geschichtsverein quasi die Verpflichtung, diese Ausstellung mit einer Gruppe von 21 Teilnehmern zu besuchen.

In seiner Führung erläuterte der Direktor des Museums und Kurator der Ausstellung über Wilhelm V., Guido van Buhren, zur Einstimmung zunächst die Außenanlagen. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1547 ließ Herzog Wilhelm V. die Stadt Jülich als ideale Stadt- und Festungsanlage mit einem völlig neuen Straßenraster erstehen. Im Zentrum steht das um 1549 als neue Residenz im Stile der römischen Hochrenaissance errichtete Schloss, das von den Zeitgenossen als so schön und stattlich angesehen wurde, „dass selbst der Kaiser darin hätte wohnen können.“

Erstaunlich zu hören, dass zu dieser Zeit ein Herrscher mit seinem Hofstaat während des ganzen Jahres stets von Pfalz zu Pfalz zog, um sich im Schloss nur etwa sechs Wochen aufzuhalten. Dann waren die Vorräte erschöpft. Bei Engpässen kam es sogar vor, dass die umliegenden Klöster angewiesen wurden, die zur Neige gehenden Vorräte des Herrschers neu aufzufüllen. Zum unterhaltsamen Teil des bewegten Herrscherlebens gehörte die gut dokumentierte Hochzeitsfeier seines Erbsohnes Johann Wilhelm mit Jakobe von Baden am 16. Juni 1585.

In den folgenden acht Tagen genossen die 1500 Gäste die Feierlichkeiten in Form von Festbanketten, Tänzen, Turnieren und Feuerwerken. Küchenzettel geben Auskunft über den Speisezettel und die zu beschaffenden Vorräte. Das Fest stellte einen Höhepunkt herrschaftlicher Pracht am Rhein zur Zeit der Renaissance dar. „Dieser hochzeitliche Ehrentag ist gar herrlich, fürstlich und prächtig zugegangen, wie sich bei solchem mächtigen Fürsten wohl geziemt“, kommentierte der Kölner Bürger Hermann Weinsberg. Durch dieses Fest mit seiner Außenwirkung dokumentierte Wilhelm V. allen Nachbarn, dass er trotz der Reformationsbestrebungen und gelebter Toleranz für seine Untertanen weiterhin fest zum katholischen Glauben stehe.

Er gehörte der Fürstengeneration an, die 1555 den Augsburger Religionsfrieden geschlossen hatte. Zum Ende des 16. Jahrhunderts verhärteten sich jedoch wieder die Fronten. Wilhelm V. nahm eine vermittelnde Position zwischen Katholiken, Lutheranern und Calvinisten ein. Er sah sich mit seinem Handeln ausschließlich Gott gegenüber in der Verantwortung. So setzte er die Politik seines Vaters fort und nahm mit eigenen Kirchenordnungen Einfluss auf die kirchlichen Verhältnisse. Letztlich bildeten die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg eines der wenigen gemischt-konfessionellen Gebiete im Reich.

Die Ausstellung war durch verschiedene multimediale Exponate sehr informativ und unterhaltsam gestaltet und vermittelte einen guten Einblick in die Lebensverhältnisse und das höfische Leben im 16. Jahrhundert.

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