Stolberg - Haus am Luciaweg: Verborgener Schatz wird bei Sanierung sichtbar

Haus am Luciaweg: Verborgener Schatz wird bei Sanierung sichtbar

Von: Toni Dörflinger
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Das zweigeschossige Gebäude besteht aus einer Fachwerkkonstruktion, deren Entstehung laut einer Untersuchung der Universität Köln auf das Jahr 1595 datiert wird. Heute wird das Gebäude als „Burghaus“ bezeichnet und von der Karnevalsgesellschaft „Fidele Zunfthäre“ für Veranstaltungen genutzt. Foto: Stadtarchiv Stolberg, T. Dörflinger
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Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt die Ecke Luciaweg/Klatterstraße im Jahr 1972. Rechts ist das Gemäuer der Vorburg abgelichtet. Die Bildmitte wird von der Gaststätte „Burgkeller“ dominiert. Links ist der zum Luciaweg weisende Teil des Gebäudes Klatterstraße 3 abgebildet. Foto: Stadtarchiv Stolberg, T. Dörflinger

Stolberg. Die Serie „Stolberger Ansichten über Jahrzehnte“ befasst sich in dieser Woche mit der Ecke Luciaweg/Klatterstraße. Auf Fotos aus dem Jahr 1972 fällt in diesem Stadtbereich das Gemäuer der Vorburg ins Auge. Die Bildmitte wird von der Gaststätte „Burgkeller“ und ihrer Nachbarbebauung dominiert.

Außerdem ist der zum Luciaweg weisende Teil des Gebäudes Klatterstraße 3 abgebildet. Unterhalb liegt der von Burgretter Moritz Kraus um 1900 errichtete kleine Turm, der einst von einer Dachkonstruktion gekrönt wurde, die auch den Luciaweg überspannte.

Ältestes Gebäude in diesem Bereich ist das links liegende Haus, das auf dem historischen Foto nur teilweise zu sehen ist. Seine Besonderheiten wurden 1985 anlässlich der Altstadtsanierung entdeckt. Das zweigeschossige Gebäude besteht nämlich aus einer Fachwerkkonstruktion, deren Entstehung laut einer Untersuchung der Universität Köln auf das Jahr 1595 datiert wird.

Die Holzprobe hatte man dem Ständerfachwerk auf der Rückseite entnommen. Somit gehört das Fachwerkhaus, dessen Konstruktion vor der Sanierung nicht sichtbar und unter Eternitplatten verborgen war, zu den ältesten Gebäuden des ehemaligen Burgdorfes Stolberg. Neben dem Fachwerkhaus liegt ein weiteres kleines Gebäude. Es präsentiert sich 1972 im modernen, mit Klinker verkleideten Gewand. Ein Umbau von 1968 hatte für das damalige Aussehen gesorgt. Das Gebäude wurde als Pächterwohnung für die benachbarte Gaststätte „Burgkeller“ benutzt. Dieses aus Bruchstein bestehende Gebäude war ursprünglich eine Brauerei. Aber schon im 19. Jahrhundert war das dreigeschossige Haus als Gaststätte genutzt worden.

1903 hatte Hubert Brückmann die Gaststätte übernommen: Sein Vorgänger war Albert Welter gewesen. In der Folgezeit wurde die Gasstätte aber nicht von Hubert Brückmann selbst geführt, sondern von zahlreichen Pächtern. Seit 1965 führt die alte Gaststätte, die derzeit verwaist und ohne Betreiber ist, den Namen „Altes Brauhaus Burgkeller“. Wenig Jahre zuvor hatte die Ketschenburg-Brauerei die Gaststätte übernommen. Die Vorburg wurde um 1900 als völlig neues Gebäude von Moritz Kraus, nach dem seit einigen Monaten auch der unterhalb liegende kleine Platz benannt ist, der Burg hinzu gefügt. Der Burgretter hatte dieses Gebäude als Gartenhaus vorgesehen: Heute wird dieses Gebäude als „Burghaus“ bezeichnet und von der Karnevalsgesellschaft „Fidele Zunfthäre“ für Veranstaltungen genutzt. Links ist am Luciaweg eine Fachwerkwand zu sehen.

Diese Wand gehört zu einem Gebäude, das man 1912 an der Klatterstraße errichtet hatte. Bauherr des Gebäudes mit der Adresse Klatter-straße 3 war der Zimmermeister Heinrich Brammertz. Er hatte sein Gebäude den Vorgaben der Stadt zufolge der Nachbarbebauung anpassen müssen. Bruchstein und Fachwerk sollten den „Neubau“ prägen. Demnach ist das 1912 errichtete Bau der Stilepoche des Historismus zuzuordnen.

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