Hauptbahnhof: Mittelbahnsteig muss verlängert werden

Von: Jürgen Lange
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Noch einiges muss im Hauptbahnhof geschehen, damit am Mittelbahnsteig der DB moderne Expresszüge halten. Die Deutsche Bahn startet zum Jahresende mit dem Neubau von Bahnsteig und Überführung. Die Stadt beginnt mit dem Parkhaus-Bau im September. Foto: J. Lange

Stolberg. „Wir müssen den Bahnsteig an Gleis 1 und 2 von 215 auf 220 Meter verlängern und ausbauen“, sagt Holger Klein vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), damit der Stolberger Hauptbahnhof tauglich wird für den Halt der Zubringer des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX), der im Dezember 2018 zwischen Köln und Dortmund im 15-Minuten-Takt pendeln soll.

Wenn der RRX 1 ab Aachen über Stolberg bis Köln (und weiter nach Münster) seinen Betrieb aufnimmt, geht man beim NVR zunächst von einem Stundentakt auf dem Zubringer aus.

Verlängerung auf 220 Meter

In der Kupferstadt ist jedenfalls das erforderliche Ausweichgleis für den RRX bereits vorhanden und auch entsprechend ausgebaut: „Über 230 Meter lang“, so Geschäftsführer Christian Hartrampf bietet vor dem Hauptgebäude das Gleis 43 der Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) bereits seit Monaten den Standard des Bahnsteigs der Zukunft.

Ein wenig verwirrend ist der Blick von dem über 230 Meter langen Gleis 43 auf den Mittelbahnsteig, der heute bereits gefühlt fast einen halben Kilometer lang ist, aber von 215 auf 220 Meter verlängert werden soll. Gemeint ist in jedem Fall der Bereich, an dem tatsächlich die Expresszüge halten sollen; dazu muss der Bahnsteig erhöht und auch mit taktilen Elementen ausgestattet werden. Von einem solchen barrierefreien Zustand ist der Mittelbahnsteig heute noch Meilen entfernt.

Parkhaus-Bau ab September

„Im September“, sagt Tobias Röhm, beginnt die Stadt mit dem Bau des Parkhauses im Bereich des heutigen Pendlerparkplatzes und legt damit auch die Basis für den „Skywalk“: die Überführung mit Aufzügen zwischen dem Parkhaus und dem Mittelbahnsteig. Dort wird dann im Gegenzug die wenig geliebte Unterführung geschlossen und verfüllt.

Noch vor den Sommerferien soll der Bau- und Vergabeausschuss die Arbeiten am Parkhaus beauftragen, berichtet der Technische Beigeordnete von einem aktuellen Abstimmungsgespräch mit dem NVR. Das Projekt hat sich leicht verzögert. Mit der Fertigstellung des Parkhauses wird nun für Anfang 2017 gerechnet. Rund 3,2 Millionen Euro nimmt die Kupferstadt dafür in die Hand; 85 Prozent der Kosten erstattet der NVR, wenn er ab 2020 wieder flüssig ist.

Ende diesen, Anfang nächsten Jahres will auch die Deutsche Bahn loslegen mit ihrem Teil der Aufwertung des Hauptbahnhofes, die alle über das Programm der „Modernisierungsoffensive 2“ finanziert werden sollen – im Gegensatz zu Nachbesserungen an anderen Bahnhöfen in der Region, die über das RRX-Programm finanziert werden. So muss beispielsweise im Bahnhof Langerwehe Gleis 4 verlängert werden, während in Düren Gleis 23 als Überholstrecke ausgebaut werden soll.

Dort verhandeln Deutsche Bahn und Rurtalbahn ohnehin über die Abtretung des nördlichen Bahnhofsbereiches, ein kompliziertes Vorhaben, in das auch der Neubau einer Bundesstraße hineinspielt. Ein anderes Projekt hat die größten Schwierigkeiten überwunden: Der Ringschluss der Euregiobahn zwischen Stolberg und Herzogenrath via St. Jöris und Alsdorf ist erfolgt. Zum Fahrplanwechsel am 12. Juni wird der reguläre Fahrbetrieb aufgenommen.

Ein guter Grund zum Feiern für die Akteure rund um EVS, NVR, DB, Aachener Verkehrsverbund und viele Vertreter von Verwaltungen und Politik bis hin nach Düsseldorf und Berlin. Der Ringschluss gilt als Krönung der Bemühungen um die Wiederbelebung des Schienenpersonennahverkehrs durch die 1999 eigens dazu gegründete EVS.

Während zum Fahrplanwechsel eine nette Feierstunde vorbereitet wird, laufen in diesen Tagen auf der reaktivierten Strecke die Abnahmen der Bahnübergänge und der Testbetrieb an. Dann wird erstmals seit 1984 wieder ein Personenzug durch das Lehmsiefen fahren, wo ein aufwendiges Betonbecken für den Schienenstrang entstanden ist.

Nach dem Ende der Kokerei Alsdorf sowie der Kohlegruben des Aachener Reviers und dem Kraftwerk Siersdorf war im August 1996 der Betrieb auf der Strecke von Stolberg nach Herzogenrath komplett eingestellt worden.

Merzbrück folgt

Mit der Rückkehr der direkten Eisenbahnverbindung in den Nordkreis peilt die EVS als nächsten Etappenschritt den Haltepunkt Merzbrück nahe Flugplatz und prosperierendem Gewerbegebiet an. Dieser soll im Zuge der Elektrifizierung der EVS-Strecke entstehen, die wiederum mit der Verlegung der Start- und Landebahn des Flugplatzes korrespondiert. Die Zeit drängt, denn der NVR hat die Leistungen ausgeschrieben. Auf allen Streckenabschnitten sollen bis 2019 die alten Diesel-Fahrzeuge modernen „Stromern“ weichen.

Werden mit der Elektrifizierung engere Fahrtakte erreicht, dann steht auch eine Reaktivierung der bestehenden Bahnstrecke nach Breinig auf der Agenda, während in Richtung Baesweiler Gleise erst wieder neu gelegt werden müssen.

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