Stolberg - Hastenraths Will liefert Unterhaltung der Humorklasse A

Hastenraths Will liefert Unterhaltung der Humorklasse A

Von: mlo
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„Herzlich Willkommen“ – das war nicht nur eine Artigkeit von Hastenraths Will, sondern auch der Name des neuen Bühnenprogramms von Christian Macharski, der den rustikalen Landmann in gewohnt zwerchfellerschütternder Weise verkörperte. Foto: Marie-Luise Otten

Stolberg. Zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung in der Humorklasse A lieferte jetzt der rustikale Landwirt Hastenraths Will alias Christian Macharski im Rittersaal der Stolberger Burg. Seinem geschärften Blick entging nichts! Schlagfertig, spontan, begeisternd und ganz nah am Publikum stellte er sein aktuelles Soloprogramm „Herzlich willkommen“ einer stattlichen Fangemeinde von gut hundert Personen vor.

Und das Erstaunliche war, dass alle Generationen hier vertreten waren. Gleich von der ersten Minute an durfte dann auch herzlich gelacht werden. Das abendfüllende Programm des „Menschenfischers“ vom Selfkant und Ortsvorstehers ging dahin, wo es weh tat, und packte auch heiße Themen an.

Hastenraths Will freute sich, dass so viele Menschen „den beschwerlichen Weg über die Felder in die ehemalige Folterkammer Stolbergs gefunden hatten“ und machte wie die Stewardess im Flugzeug zuerst auf die Notausgänge rechts und links und „irgendwo dahinten“ aufmerksam.

Dass die Stiftung „Witzetest“ sein Eingangsschild als unsexy bemängelt hatte, machte ihm schon zu schaffen. Dabei seien die wichtigsten Worte „Herz“ und „Will“, und sogar der Slogan des Junggesellen-Bauernvereins „Ich will kommen“ zeigten doch, dass der Bauer unlängst als Sexsymbol angekommen ist. Was es mit der Willkommenskultur auf sich hat, demonstrierte er am Beispiel seines Vetters Hartmut, der – unsterblich verliebt in Günter – , diesen der Omma vorstellte, worauf diese dann hyperventilierte.

Aber er nahm sich auch selbst auf die Schippe und gewährte tiefe Einblicke in sein Privatleben. Und da hatte er gemerkt, dass seine Frau Marlene, mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist, von einem anderen Mann umworben wird. Während für den geschiedenen Nachbar Schloemers Karl-Heinz schon die Alarmglocken schrillten, als er hörte, dass Marlene geschminkt und im neuen Kleid zum Gebetskreis unterwegs war, versuchte es der Ehemann als Politiker noch mit Deeskalation.

Den Schulkameraden von Marlene, den Looser Hans-Georg Zielonka, entlarvte er als „Kosmoprolet“ und „Kameradenschwein“ und das nur, weil er für seine Angebetete kochen wollte, was nun zu seiner Zeit gar nicht „in“ war. Stattdessen schenkte man der Liebsten doch lieber eine Jumboflasche Toska.

Will erinnerte sich an romantische Momente mit Marlene, an das Kennenlernen im Festzelt, an die Zeit des Werbens und Poussierens und wie er stundenlang im Freibad den Bauch eingezogen hatte.

Viele Zuhörer schienen sich bei den alltäglichen Gegebenheiten wiederzuerkennen. Will hatte eine gute Bühnenpräsenz und brachte eine Pointe nach der anderen. Nach dem Privatleben bekam das Fernsehen sein Fett weg.

Da waren es vor allem die realitätsfernen Serien, die nur Krawall produzieren. Dagegen lobte er die Sendung mit Günter Jauch und erinnerte sich gerne an den Aufsichtsbeamten der Lottozahlen mit Karin Tietze als Lottofee und an Ganoven-Edi von Aktenzeichen XY.

Am Ende bat er alle, den Blick zu verändern, damit die Welt schöner wird und erklärte am „Luftballonweitflugwettbewerb“, was es mit der Veränderung des Blickwinkels auf sich hatte. Der Großangriff des Künstlers auf die Lachmuskeln ließ die kurzweilige Show zu einem unvergesslichen Abend werden.

Bedauerlicherweise waren nach der Vorstellung (22:30 Uhr) die beiden Burgtore schon geschlossen, so dass viele Zuschauer für ihren Heimweg einen beträchtlichen Umweg in Kauf nehmen mussten.

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