Harzklumpen dürfen nicht auf das Sägeblatt

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg-Zweifall. Noch sind Richard und Erich Veeser mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Damit sich beim Schneiden des Holzes keine Harzklumpen auf den Sägeblättern festsetzen, werden diese mit Petroleum eingestrichen.

Außerdem müssen sie gespannt und auf die richtige Schnittbreite eingestellt werden. Objekt der Arbeiten ist das aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stammende Sägegatter, das neben der altertümlichen Bandsäge das Herzstück des im März vergangenen Jahres eröffneten Museumssägewerks darstellt.

Bevor die im Schlosserberuf tätigen Geschwister den rund vier Meter langen Douglasienstamm auf den Transportkarren wuchten, geht der Blick zu einer an der Wand der Holzbaracke befestigten schwarzen Tafel. Denn auf der Tafel sind mit Kreide die Maße der zu schneidenden Bohlen verzeichnet.

„Die Angaben hat der Chef erstellt”, verrät Richard Veeser. Damit ist Robert Jansen gemeint, der nicht nur den im September 2008 gegründeten Förderverein leitet, sondern als Forstdirektor des zum Landesbetrieb Wald und Holz NRW gehörenden Regionalforstamtes Rureifel-Jülicher Börde der stellvertretende Leiter ist.

In seinem Fachbereich kümmert sich Jansen unter anderem auch darum, dass das im Museumssägewerk geschnittene Material für die Aufgaben des Forstamtes verwendet wird. So soll diesmal der in Raffelsbrand liegende Bodenlehrpfad bedacht werden, der, wie Veeser versichert, neue Holzbohlen benötigt.

Inzwischen sind auch die angekündigten Gäste eingetroffen - eine von Wilhelm Johach geleitete, zehnköpfige Gruppe des Würselener Eifelvereins. Bevor die Besucher mit Gatter und Bandsäge vertraut gemacht werden, erklärt Jansen, der an diesem Samstag die Führung übernommen hat, die im Ausstellungsraum präsentierten Fotos und Werkzeuge.

Sie vermitteln einen Überblick über die Geschichte der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Zweifaller Holzindustrie und stellen den Ablauf von Holzernte und -bearbeitung dar. Nach dieser Einführung, die die Würselener für viele Fragen nutzen, schwillt die Geräuschkulisse plötzlich an, als die Gebrüder Veeser die anachronistisch wirkende Maschine in Bewegung setzen.

Als Harzduft den Raum erfüllt und Sägemehl zu Boden rieselt, ist für den Forstdirektor der Zeitpunkt gekommen, den Besuchern mitzuteilen, dass der Sägevorgang nur noch wenige Minuten dauert und bald das Innenleben des Holzes sichtbar wird. „Die rötliche Färbung ist für die Douglasie typisch”, erklärt der Vorsitzende des Museumsvereins, und weist auf die auf dem Transportkarren liegenden Bohlen, die nun fächerartig aufgeblättert zu sehen sind.

Dass das Museumssägewerk nur nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenes, splitterfreies Holz verwendet und private Lohn- und Auftragsarbeiten nicht annimmt, gibt Jansen den Besuchern zum Abschluss quasi mit auf dem Weg. Zusammen mit vielen spannenden Informationen, die die Besucher im Museumssägewerk erhalten haben.
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