Stolberg-Breinig - Harmonie zwischen Akkordeon und Klarinette

Harmonie zwischen Akkordeon und Klarinette

Von: mlo
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Gaby Gijberts spielte mit dem Akkordeon-Orchester den Solopart in der „Sicilienne“ von Gabriel Fauré. Aber auch für die anderen Stücke der beiden Ensembles gab es reichlich Applaus. Foto: M. L. Otten

Stolberg-Breinig. Am letzten Sonntag im Jahreskreis lud das 1. Akkordeon-Orchester Breinig unter Leitung von Andrea Deserno zu einer kirchenmusikalischen Andacht in St. Barbara ein. Als Gast wirkte das Klarinettenensemble „Clarinet Choir“ aus Schinveld mit.

Pfarrer Lühring begrüßte die Besucher im gut gefüllten Mittelschiff der Kirche und lud sie ein, zur Ruhe zu kommen und sich mit den eigenen Emotionen von der mit Dunkelheiten, Verzweiflung, Wut und Angst, aber auch von Freude und Frohlocken geprägten Musik mittragen zu lassen.

In einer Bearbeitung von Marc-Oliver Brehm begannen die Gastgeber mit zwei Sätzen aus der „Suite Gothique“ von Léon Boellman. Dieses Werk des 33-jährigen Franzosen war 1895 zur Einweihung der neuen Orgel in der Kathedrale Notre-Dame in Dijon komponiert worden. Dessen Höhepunkt war die bekannte Toccata, deren gewaltige Klänge die Größe der Kathedrale unterstrich und die Suite in einem furiosen Finale enden ließ.

Ebenso anspruchsvoll, aber eher bedrohlich, schrill und dissonant erklang „die zertrümmerte Kathedrale“ vom tschechischen Komponisten Václáv Trojan, der mit dieser Komposition dem Bombenangriff auf die Dresdner Frauenkirche Ausdruck verleihen wollte.

Nach so viel Nachdenklichkeit war dann Fröhlichkeit angesagt. Die Gäste aus den Niederlanden, die von Frau Deserno in ihrer Heimatsprache begrüßt wurden, stellten sich zunächst mit dem beschwingten „Tambourin I-III“ vom französischen Barockkomponisten John Philippe Rameau vor.

Gerrit Hols dirigierte die Damen und Herren mit einem hohen Maß an Frische, Lebendigkeit und Schwung. In der Geschichte des Mädchens mit den flachsblonden Haaren vom Impressionisten Claude Debussy bestach zudem Solist Noel Diederen durch hohe Spielkunst. Reizvoll und heiter war die „Sinfonia“ von Johann Christian Bach.

In der „Sicilienne“ von Gabriel Fauré fügte sich die Klarinette von Gaby Gujberts sehr apart in die Akkordeonklänge ein. Das populärstes Werk von Johann Pachelbel, der Ralph Siegel des 17. Jahrhunderts, ist der Kanon D-Dur, der Grundlage für sehr viele Popsongs der heutigen Zeit ist.

Und auch hier zeigte das Breiniger Orchester einen fantasievollen Vortrag. Die Komposition „Palladio“ klang wie aus der Zeit des Barock, ist allerdings ein Satz einer Suite von Karl Jenkins aus dem Jahr 1996 und wurde durch einen TV-Werbespot für Diamanten bekannt. Der pulsierende Rhythmus und die zugrundeliegende Dramatik taten der Akkordeonbesetzung gut, die jetzt durch Thomas Ritzerfeld an den Pauken ergänzt wurde.

Sehr zu Herzen ging Astor Piazollas „Oblivion“. Mit Andrea Deserno, Solistin auf dem Akkordeon, und dem Klarinettenensemble gelang den Darbietenden eine eindrucksvolle Interpretation.

Den Schluss gestalteten beide Ensembles gemeinsam mit einer Komposition von Jakob de Haan. Die tanzreiche Suite „Contrasto Grosso“ von Jakob de Haan besteht aus drei Teilen, in der renaissanceartige Fragmente der Solistengruppe - hier vom Klarinettenchor gespielt - und folkloristische Elemente des Orchesters (Akkordeon-Orchester) wechselten.

Es war eine Premiere in zweifacher Hinsicht: Nicht nur zwei verschiedene Ensembles spielten das Stück, sie wurden auch noch von den beiden Dirigenten durch die Sätze geführt.

Der anschließende Applaus zeigte, dass es den Besuchern gefallen hatte.

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