Handeln und Feilschen erwünscht

Von: Toni Dörflinger
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Stöbern und Feilschen erlaubt: Dagmar Schuh (Mitte) und Udo Bellingradt (r.) haben eine Vorliebe für Kupfer- und Zinngeräte. Beraten werden sie von Händlerin Katharina Rienaß (l.) aus Baesweiler. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Münsterbusch. Dass Josef Heutz mit Gemüse und Pflanzen handelt, stellt nichts ungewöhnliches dar. Aus dem Rahmen fällt nur der Standort. Denn der Gangelter verkauft seine Blumenköpfe nicht auf einem Wochen-, sondern auf einem Flohmarkt.

„Juppi” wird der 68-Jährige liebevoll genannt, der seit mehr als 20 Jahren zu der Stammmannschaft gehört, die die von Toni Bamberger organisierten Flohmärkte mit einem vielfältigen Warenangebot versorgen.

So war Heutz auch am vergangenen Wochenende einer der 50 Aussteller, die auf dem Parkplatz vor dem Edeka-Markt an der Mauerstraße anzutreffen waren und neben Porzellan, Werkzeugen und Bekleidung auch alte Schallplatten und ausgediente Fotoapparate anboten.

Auf der Suche nach alten Kupferkannen waren Dagmar Schuh und Udo Bellingradt aus Eschweiler, die gezielt den Stand von Katharina Rienaß aus Baesweiler angesteuert hatten, um die ausgestellten Zinn- und Kupferwaren in Augenschein zu nehmen.

Und da es nicht nur beim Anschauen blieb und die Preise fair waren, wurde man sich schnell handels einig. Den Kauf beschleunigt hatte allerdings das Verhandlungsgeschick, das Schuh und Bellingradt an den Tag legten.

Denn Handeln und Feilschen war nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. „Handeln ist wie das Salz in der Suppe. Das macht die Sache erst richtig spannend”, sagte der 75-jährige Rüdiger Meyers, der auf einem großen Tapeziertisch alte Werkzeuge und Maschinen für den Heimwerkerbedarf ausgebreitet hatte.

„Zu meinen Kunden gehören Sammler, die auf der Jagd nach Maschinen sind, die ein bekannter Markenhersteller vor rund 40 oder 50 Jahren produziert hat”, sagte der gebürtige Berliner, der neben Handschleif- und Bohrmaschinen auch Comics anbot.

Die alten, aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammenden Comics seien momentan der Renner, bestätigt der Aussteller, der die in Buchform heraus gebrachten Micky-Maus-Geschichten allerdings nicht an Kinder, sondern an Erwachsene verkauft.

„Dass ist pure NostalgieRaquo;, vermutet Meyers, dem ein Sammler kürzlich mehrere Tausend solcher in der Kinder- und Jugendzeit gefragten Bildergeschichten zum Kauf angeboten hat und zur Zeit überlegt, ob es das verlockend erscheinende Angebot annehmen soll.

Zu den Ausstellern an der Mauerstraße gehörte auch Bambergers Tochter Jacqueline Falter, die ihren Stand mit alten Haushaltsgeräten und Geschirr bestückt hatte.

Der aus Eschweiler stammende Bamberger ist auch für so genannten Altstadtmarkt verantwortlich, der nun schon zum zweiten Mal stattfindet und zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 21. Mai, Kaiserplatz und Fußgängerzone Steinweg in eine Trödelmeile verwandeln soll.

Aber auch bei der für Mitte September geplanten Stadtparty will der 61-Jährige mitmachen und die Innenstadt mit Flohmarktständen bestücken.

Überhaupt lobt Bamberger, der seit 30 Jahren in Düren, Eschweiler und der Kupferstadt Flohmärkte organisiert die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Verwaltung, die nach seinen Worten, von gegenseitigem Verständnis und partnerschaftlichem Verhalten geprägt sei.
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