Haltestelle „Aachener Straße“: Vier Parkplätze sollen für die Busse weichen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Je nach Fahrkunst der Bus-Chauffeure und parkenden Autos ist es eine Herausforderung, die barrierefrei umgestaltete Haltestelle in der Konrad-Adenauer-Straße anzufahren. Die Lücke zwischen Hochbord und Bus kann auch über einen Meter breit sein. Foto: J. Lange

Stolberg. Rund 15.000 Euro hat die Stadt im Juni investiert, um die westliche Bushaltestelle „Aachener Straße“ auf der Konrad-Adenauer-Straße barrierefrei anfahrbar zu machen. Aufwendig wurden vor der Bankfiliale Hochborde eingebaut, das Pflaster mit taktilen Leitelementen versehen und der erhöhte Ausstieg an den niedrigeren Asphalt-Gehweg angepasst. Doch aller Aufwand blieb vergebens.

Die in einer leichten Linkskurve liegende Haltestelle bleibt zumindest für die Gelenkbusse unerreichbar fern, um barrierefrei genutzt werden zu können. Durch den Umbau ist die Situation für die Fahrgäste eher gefährlicher geworden. Bis zu 1,50 Meter entfernt vom Buskap öffnen sich die Türen der Linienbusse. Fahren sie näher an die Haltestelle heran, kann der Spalt zwischen Hochbord und Einstieg gefährlich eng werden.

Das Problem ist, dass die Gelenkbusse die in der leichten Kurve liegenden Haltestelle nicht richtig anfahren können. Gleich nachdem der Omnibus von der Aachener- auf die Konrad-Adenauer-Straße eingebogen ist, folgen dem absoluten und mit Pollern durchgesetzten Halteverbot in Höhe des Autohauses eine Einfahrt und zwei Parkplätze. Ein weiterer Parkstreifen schließt sich direkt hinter dem Buskap in Höhe der Bäckerei bis zur Einmündung der Straße „Atzenach“ an.

Die ersten beiden Parkplätze auf der Anfahrt zur Haltestelle waren der Aseag bereits im Sommer ein Dorn im Auge. Im August sollte der Verkehrsausschuss bereits beschließen, die beiden unteren Stellplätze zu streichen und ein absolutes Halteverbot mit Pollern durchzusetzen. Denn Schilder allein würden die Autofahrer nicht vom (kurzen) Anhalten abhalten, um die intensiv besuchten Geschäfte aufsuchen zu können – zumal der Alltag lehrt, dass auch das Buskap immer wieder zugeparkt wird.

Maximal fünf Zentimeter

Vor zwei Monaten noch beauftragte der Ausschuss aber die Verwaltung, mit der Aseag das Problem nochmals zu erörtern. Die Antwort liegt nun vor: Nicht nur die beiden unteren Parkplätze, sondern zusätzlich die beiden Stellplätze vor der Bäckerei sollen nun entfallen. Das ist aus Sicht der Aseag erforderlich, damit auch ein Gelenkbus die Haltestelle so anfahren kann, dass alle Türen dem Kap ausreichend nahe kommen können: Maximal fünf Zentimeter dürften als Spalt verbleiben, betont Rainer Lewandowski aus der Abteilung für Angebotsplanung und Verkehrstechnik der Aseag.

„Da Sehbehinderte aufgrund des Aufmerksamkeitsfeldes für gewöhnlich vorne in den Bus einsteigen, während Rollstuhlfahrer aufgrund der benötigten Stellflächen einen der hinteren Einstiege benutzen, ist es notwendig, dass der Bus mit allen Türen an den Bord anliegt“, erläutert auch Tobias Röhm. Entsprechend schlägt der Technische Beigeordnete dem am 26. Oktober tagenden Verkehrsausschuss vor, jeweils zwei Parkplätze vor und hinter dem Buskap gegen ein absolutes Halteverbot zu tauschen.

Zu einer anderen Alternative, die im August Adolf Konrads (CDU) thematisiert hatte und untersucht werden sollte, bezieht die Verwaltung in ihrer Vorlage nicht Stellung: Die Kosten, die entstehen würden, wenn das Kap so verbreitert würde, dass die Busse es gerade anfahren könnten, werden nicht benannt. Diese Möglichkeit würde aber sicherlich ebenso ins Geld gehen wie eine weitere Variante, die Haltestelle aus der Kurve einfach in Richtung „Atzenach“ an den geraden Bürgersteig zu verschieben. Über solche Möglichkeiten hätten sich Politik und Verwaltung wohl Gedanken machen müssen, bevor die Aufträge für den Ausbau erteilt wurden.

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