Stolberg - Halifax Minster Choir zu Gast in der Finkenbergkirche

Halifax Minster Choir zu Gast in der Finkenbergkirche

Von: Marie-Luise Otten
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Aus Aachens Partnerschaftsstadt Halifax in Yorkshire bot der gemischte Chor, der sich aus Mitgliedern des Minster- und Kammerchores zusammensetzt, auf der ersten Deutschland-Tournee anglikanische Kirchenmusik , rechts im Bild Musikdirektor Christopher Brown. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Im Rahmen des Internationalen Konzertzyklus auf dem Finkenberg war jetzt der Halifax Minster Choir in der Finkenbergkirche zu Gast.

Unter Leitung von Chordirektor Christopher Brown sangen die 16 Sängerinnen und Sänger im Alter von neun bis 70 Jahre traditionelle Chorwerke der anglikanischen kirchenmusikalischen Literatur und spiegelten größtenteils die Musik, die im Minster gesungen wird, wider.

Vor kleinem Publikum boten sie Chorstücke von bekannten englischen Komponisten wie Charles Villiers Stanford, Henry Purcell, Thomas Morley und Thomas Tallis. Mal sangen sie Stücke a cappella, mal begleitete sie Graham Gribbin an der Orgel. Der englische Organist brachte sich zudem mit Orgelsolomusik von William Boyce ein. Mit der Chorfantasie „Jerusalem“, einer Komposition von Hubert Parry für Chor und Orgel, stimmten sie in die englische Kathedralmusik ein. Pompöse Orgelklänge mischten sich hier mit den kraftvollen Stimmen der Sänger. Der Chorklang war homogen, sang rhythmisch sehr beweglich, dynamisch differenziert und war selbst in den höchsten Tonlagen intonationssicher.

Heiteres und Ernstes

Die vorgetragenen Madrigale (Lyrik mit weltlichem Inhalt) erschienen in England zwischen 1557 und 1625. Sie verarbeiten Heiteres wie Ernstes und präsentieren sich in ihren unterschiedlichen Stimmungen äußerst facettenreich. Thomas Morley, einer der wichtigsten Musiker seiner Zeit, bezeichnete das Madrigal als die „entzückendste und wertvollste Kunstform“. Von ihm stammt das „Now is the Month of Maying“, mit dem der Chor den ersten Teil seines Konzertes beendete.

Simon Lindley gehört zur neueren Generation englischer Komponisten, mit dem es nach der Pause weiterging. Zwei Motetten aus dem umfangreichen Sakralschaffen von Thomas Tallis schlossen sich an, wobei das gemischte Vokalensemble den unterschiedlichen Anforderungen erneut gerecht wurde. Italienische Barockmusik gab es mit Giuseppe Pitoni, der eine außergewöhnlich große Zahl von Werken hinterlassen hat. Sein „Cantate Domino“ sangen die Damen und Herren mit Inbrunst. Christopher Brown dirigierte nicht nur den Chor, sondern gefiel auch mit Orgelmusik von Johann Sebastian Bach.

Jens-Peter Bentzin, Pfarrer in Monschau und als Synodalarchivpfleger und Beauftragter für das Reformationsjubiläum 2017 im Kirchenkreis Aachen tätig, lernte den Halifax Minsterchor vor drei Jahren in England kennen. Zusammen mit Pfarrer Jens Wegmann aus Stolberg unterwegs, beschlossen er, den Chor einmal in die Region zu holen.

Partnerstadt seit 65 Jahren

Seit 65 Jahren ist die Stadt in Yorkshire, im Norden Englands, Partnerstadt von Aachen, und auf Basis dieser langjährig gewachsenen Freundschaft ist der Chor nun auf seiner ersten Tournee. Mit „Ye choirs of New Jerusalem“ (Ihr Chöre des neuen Jerusalems) von Charles Villiers Stanford setzte der Chor in Stolberg den Schlusspunkt und erntete viel Applaus für das festliche Abendlob.

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