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„Halbzeitbilanz“ Kreisliga B2: Breinig II verpasst Herbstmeisterschaft

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:
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Die Stolberger Reserve (in den blauen Trikots) ist den Ligakonkurrenten, hier ASA Atsch, lange hintergelaufen. Zuletzt verzeichnete das Team eine ansteigende Formkurve.

Stolberg. Weniger Stadtderbys, mehr Qualität, über 50 Prozent aller Vereine: zweite Mannschaften. So könnte eine mögliche Beschreibung der Fußball-Kreisliga B2 in der ersten Saison nach der Ligareform lauten. Aus Stolberger Sicht liest sich die sportliche Bilanz nach 15 von 30 Spieltagen wie folgt: Zwei Aufstiegskandidaten, ein sehr guter Mittelfeldplatz und einmal Abstiegskampf.

Der Teamcheck zur Winterpause nimmt die vier Stolberger B-Ligisten unter die Lupe.

SV Breinig II

Das größte Geschenk blieb der SVB-Reserve kurz vor Weihnachten leider verwehrt. Im letzten Pflichtspiel des Jahres hätte die Mannschaft von Trainer Frank Küchen ihre starken Leistungen mit der Herbstmeisterschaft krönen können. Doch das Nachholspiel gegen Arminia Eilendorf II fiel erneut den Platzverhältnissen auf Schützheide zum Opfer und die mögliche Herbstmeisterschaft damit buchstäblich ins Wasser. Immerhin darf sich Breinigs „Zweite“ über zwei andere inoffizielle Titel zur Winterpause freuen: die des besten und bis dato noch ungeschlagenen Heimteams (5 Siege, 2 Remis) und des besten Sturms (41 Treffer in 13 Spielen). Vorhersehbar oder geplant war dieser Erfolg keineswegs.

„Erst einmal in der neuen Liga ankommen“, gab man sich vor der Saison bescheiden. Doch aus einem einstelligen Tabellenplatz ist plötzlich eine ernsthafte Chance auf den ersten Tabellenplatz gereift. Kurios: Die einzige Niederlage in der Hinrunde kassierte der Sportverein ausgerechnet beim damaligen Tabellenschlusslicht FC Stolberg II, das zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen Punkt geholt hatte.

Tipp: Über den Aufstieg werden am Ende die Duelle gegen direkte Konkurrenz entscheiden, in denen es bisher stets torreich zur Sache ging. Mit Siegen gegen Brand (5:3) und Vichttal II (5:0) und zwei Unentschieden gegen SV Eilendorf II (2:2) und Germania Freund (3:3) hat das Team von Frank Küchen diese Spitzenspiele in der Hinrunde ohne Niederlage gemeistert. Spannend bleibt es wohl bis zum Schluss. Doch am Ende reicht es knapp für die Spitzenposition – und damit für den Aufstieg.

VfL Vichttal II

Der Vergleich mit den anderen zweiten Mannschaften der Liga, besonders mit denen der Landesligakonkurrenten Arminia und SV Eilendorf oder SV Breinig, sei für ihn besonders spannend, hatte Manfred Pomp, Trainer des VfL 08 Vichttal II, vor der Saison erklärt. Nach der ersten Saisonhälfte lässt sich festhalten, dass die oberen drei Plätze in der Staffel B2 allesamt von Zweitvertretungen dreier Landesligisten belegt werden. Und der VfL, der hinter SV Eilendorf (1.) und SV Breinig (2.) auf Rang 3 rangiert, zählt ebenfalls zu diesem Kreis. Lediglich Germania Freund (4.) und Raspo Brand (5.) können sich mit ihren ersten Mannschaften noch in dieser Spitzengruppe behaupten, bevor das Mittelfeld der Tabelle beginnt.

Vichttals sportlicher Jugendleiter Manfred Pomp hatte den Kader übernommen, um aus der zweiten Mannschaft langfristig ein U23-Team zu formen. „Strukturaufbau statt Platzierung“ stünden im Vordergrund, betonte Pomp beim Saisonstart. Dass beides gut zusammengeht, beweist der starke dritte Platz, auf dem der VfL nun überwintert.

Tipp: Eine Vorentscheidung in der Frage, ob Vichttal beim Aufstiegskampf ein Wörtchen mitreden kann, wird womöglich an den Spieltagen 25 bis 27 fallen, wenn die junge Truppe Freund, Breinig und SV Eilendorf hintereinander vor der Brust hat. Die Stadtderbys gegen ASA Atsch und FC Stolberg II und ein schweres Auswärtsspiel bei Raspo Brand am zweitletzten Spieltag komplettieren die harte zweite Rückrundenhälfte. Zwei von drei Niederlagen setzte es bisher gegen die Top-Teams (0:5 gegen Breinig II, 0:1 SV Eilendorff II), hinter denen sich „die älteste Jugendmannschaft“ des Clubs auch am Saisonende auf Platz 3 oder 4 einreiht.

ASA Atsch

Als einziger Stolberger Club ist ASA Atsch noch mit einer ersten Mannschaft in der neuen Kreisliga B vertreten und liegt, gemessen an den eigenen Erwartungen, zur Saisonhalbzeit bisher voll im Soll. „Wir wollen uns in der oberen Tabellenhälfte der Liga festsetzen“, lautete die Vorgabe von Achim Sarlette, der die Schwarz-Gelben seit der Sommerpause trainiert. Dass dieses Vorhaben keineswegs zu hochgesteckt war, beweist die aktuelle Platzierung seines Teams. Rang 6 sei wirklich „ein überragendes Ergebnis“, ist Sarlette durchweg zufrieden.

Eine große Lücke klafft hingegen zwischen Atsch und den „Top 5“-Teams, was nicht zuletzt an der mageren Punktausbeute gegen eben jene Vereine liegt. Ein Punkt und ein Treffer in fünf Partien – 0:1 gegen Freund, jeweils 0:3 gegen Breinig und SV Eilendorf, 0:0 gegen Brand und 1:2 gegen Vichttal – stehen dabei symptomatisch für die bescheidene Ausbeute gegen das Spitzenquintett.

Tipp: Der SV ASA Atsch, der nahezu die gesamte Hinrunde zwischen den Plätzen 6 und 8 pendelte, wird sich auch am Saisonende genau in dieser Tabellenregion wiederfinden. Die Rückkehr verletzter Leistungsträger wie Oktcoy, Dederichs und Denninghof und ein verhältnismäßig einfaches Restprogramm könnten am Ende Vorjahresplatz 6 – das Optimum aus Atscher Sicht – sichern.

FC Stolberg II

Die Reserve des FC Stolberg stellte aufgrund der Fusion mit dem SC Münsterbusch die große Unbekannte vor der Saison dar. Und die Skepsis des neuverpflichteten Spielertrainers Veysel Igneci – „Für uns geht es zunächst nur um den Klassenerhalt“ – sollte sich in den ersten Spielen bewahrheiten. Sieben Spiele, sieben Niederlagen und 32 Gegentore lautete die desaströse Bilanz des FC. Igneci trat von seinem Trainerposten zurück, Torwartrainer Udo Hladjk sprang übergangsweise ein. Doch der erhoffte Befreiungsschlag blieb abgesehen von dem Sensationssieg gegen Breinig auch unter Hladjk aus.

Erst mit Harald Schuh, dem dritten Trainer innerhalb eines halben Jahres, scheinen die Rot-Grünen so langsam wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Als er am Ruder übernahm, blieb das Team in den letzten drei Ligaspielen des Jahres ungeschlagen und holte sieben wichtige Punkte gegen den Abstieg – ein versöhnlicher Abschluss nach einer turbulenten Hinrunde. Schuh: „Wir haben wieder Spaß am Fußball.“

Tipp: Da nach aktuellem Kenntnisstand der Verantwortlichen lediglich zwei Teams den Gang in die Kreisliga C antreten müssen und mit dem SC Yurdumspor Aachen, der sein Team zurückgezogen hat, bereits der erste Absteiger feststeht, hat die „Zweite“ des FC wieder gute Chancen, die Klasse zu halten. Der Abstand auf den Tabellenletzten Germania Eicherscheid II ist aufgrund der kleinen Serie unter dem neuen Coach bereits auf fünf Punkte angewachsen. An einem einstelligen Tabellenplatz wird der FC am Ende jedoch knapp scheitern, sich jedoch noch um satte vier Plätze von Rang 14 auf 10 verbessern – der größte Sprung unter allen Stolberger B-Ligisten.

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