Stolberg - Halbes Jahr Forum Zinkhütter Hof: Zufriedenstellende Auslastung

Halbes Jahr Forum Zinkhütter Hof: Zufriedenstellende Auslastung

Von: Kolja Linden
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Zukunftswerkstatt als Orientierungshilfe: Schüler lernen im Forum Zinkhütter Hof eine Menge über sich Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Die Haupt- und Gesamtschulen der Region sind die fleißigsten Besucher, Gymnasien und Realschulen geben sich noch etwas zurückhaltend. Das ist das erste Halbjahresergebnis im vor sechs Monaten eröffneten Forum Zinkhütter Hof.

Die Gesamtauslastung ist dabei mehr als zufrieden stellend, gerade in den Anfangsmonaten lag sie quasi bei 100 Prozent, weil fast jeden Tag eine Schulklasse da war, manchmal auch zwei.

Beliebte Zukunftswerkstatt

Das beliebteste Angebot des außerschulischen Lernorts, der als Euregionale-Projekt am 4. Oktober vergangenen Jahres eröffnet wurde, ist eindeutig die Zukunftswerkstatt. Alleine bis Jahresende haben sich dort satte 545 Schüler durch die einzelnen Aufgaben gearbeitet, um schließlich ein besseres Bild von sich selbst und ihren eigenen Fähigkeiten zu bekommen. Zieht man Herbst- und Weihnachtsferien ab, waren das gerade einmal neun Wochen. Die Geschichtswerkstatt besuchten im gleichen Zeitraum 203 Jugendliche, Tendenz steigend.

Dabei sei der Begriff Arbeit eher falsch, sagt Petra Grüttemeier, denn die Schüler lösten ihre Aufgaben im Forum spielerisch. Am Ende seien viele ganz erstaunt: „Sie sind überrascht, dass sie so spielerisch zum Schluss ein ganz konkretes Ergebnis bekommen”, sagt die Museumspädagogin, die das Forum vom ersten Tag an mit aufgebaut hat.

Weil die Schüler - ohne Druck oder Zwang - in jeder Aufgabe Punkte in bestimmten Kategorien sammeln, erfahren sie am Ende des zirka zweistündigen Rundgangs durch die Zukunftswerkstatt viel über sich selbst. Rote, gelbe, grüne oder blaue Punkte sagen ihnen, ob ihre Interessen und Talente eher im Bereich Zahlen und Rechnen, Handwerk, Sprache, Ordnung/Organisation oder Hilfsbereitschaft liegen. Daraus ergeben sich konkrete Hinweise für eine spätere Berufswahl: Dienstleistung, Handwerk, Kommunikation oder doch eher etwas Naturwissenschaftliches oder Kaufmännisches.

Doch das Forum hat auch Schwächen. „In der Zukunftswerkstatt haben wir schon Veränderungen eingebaut”, sagt Petra Grüttemeier. Die „Moped-Station” gibt es nicht mehr, „sie hat die Schüler einfach nicht berührt”. An dieser Station sollten die Jugendlichen anhand eines Mopedkaufs ihre eigenen Finanzen einschätzen, aber: „Das hat sie einfach nicht interessiert.”

Für Petra Grüttemeier kein Problem. Das Forum Zinkhütter Hof ist wie ein „lebendiger Organismus, der sich ständig weiterentwickelt. Das ist ja gerade so spannend”, strahlt die Museumspädagogin, „deshalb liebe ich dieses Forum”.

Ganz bewusst haben Grüttemeier und ihre studentische Hilfskraft, Julia Krassmüller, die ebenfalls Schüler durch das Forum begleitet, diese in den Anfangsmonaten intensiv nach ihren Eindrücken gefragt. „Das Forum ist eine reine Theoriegeburt gewesen, wir hatten bis in die Nacht vor der Eröffnung noch Handwerker im Haus”, sagt Grüttemeier, dass man auf keinerlei praktische Erfahrung zurückgreifen konnte. Lediglich vom Projektpartner BzgA, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, gab es einige Erkenntnisse zu bestimmten Stationen.

Weil die Moped-Station aus dem Programm flog, steht stattdessen jetzt der Auszug von zu Hause auf selbigem. Die Schüler stehen in einem Appartement-Grundriss und haben 1000 Euro zur Verfügung, um diesen für sich einzurichten. Aus der Auswahl an Geräten und Möbeln, die sie treffen, erfahren sie am Ende eine Menge über sich selbst.

An Veränderungen arbeitet die Museumspädagogin auch in der Geschichtswerkstatt, obwohl - oder gerade weil - diese bei Schülern gut ankomme. „Die Geschichtswerkstatt ist ein Rollenspiel, das für Jugendliche von zwölf bis 16 Jahren konzipiert ist”, sagt Grüttemeier. Da aber auch Grundschulen verstärkt Interesse zeigen, soll dieses nun so weiterentwickelt werden, dass es auch für vierte Schuljahre geeignet wird. In die andere Richtung genauso: „Wir hatten vom Ritzefeld-Gymnasium eine 13-er Stufe zum Testen hier”, erklärt Grüttemeier, dass das Konzept auch für die Oberstufe weiterentwickelt werden soll.

Die Auslastung bleibt jedenfalls weiter zufrieden stellend In dieser Woche kommt noch eine Gruppe, nächste Woche sind es schon drei. Und in Zukunft? „Bis Ende des Jahres habe ich schon zahlreiche Termine vergeben”, sagt Petra Grüttemeier.
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