Stolberg-Gressenich - „Halb Europa” gastiert beim Trial auf dem Kalvarienberg

„Halb Europa” gastiert beim Trial auf dem Kalvarienberg

Von: Jan Schlegelmilch
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Gleichgewichtssinn, Geschick und Zusammenspiel: Wie beim Pas de Deux tanzen die Gespannfahrer über die Schwierigkeiten des Geländes hinweg, wobei die Crossmaschine den Spitzenschuh ersetzt. Foto: Schlegelmilch

Stolberg-Gressenich. „Was, da hoch?” Der Laie muss erst einmal stutzen, wenn er die steilen Hänge und das unebene Terrain in dem kleinen Waldstück zwischen Werth und Gressenich sieht.

Doch wenn Mensch und Maschine selbst das unwegsamste Gelände mit einer scheinbaren Leichtigkeit umkurven, weicht die Skepsis schnell dem Erstaunen. Ganz so leicht wie es manchmal aussieht, ist das Trial dann aber doch nicht. Immerhin geht die Bezeichnung des Sports ja auch auf das englische Wort „try”, sprich „versuchen”, zurück.

„Man sieht, wie die Fahrer sich hier verbiegen müssen”, sagt Arno Jahn, der als Vorsitzender der Motorradsport-Interessensgemeinschaft (MSIG) Gressenich über das Pfingstwochenende „halb Europa” auf dem Gelände „Kalvarienberg” zu Gast hatte. Schließlich wurde der Lauf der Seitenwagen-Trialer auch im Rahmen des Eurocups gewertet.

Aber auch die Solo-Trialer gingen in Gressenich in einer Vielzahl an den Start: An zwei Tagen sorgten insgesamt fast 150 Teilnehmer für viele Reifenspuren im Waldboden. „Wir haben hier Belgier, Engländer, Holländer”, zählt Jahn beispielhaft einige Nationalitäten auf, die sich nicht nur des Sports wegen auf die zum Teil weite Reise nach Gressenich machen und das Gelände um den Trial-Parcours mit Zelten und Wohnwagen in einen kleinen Ferienort verwandeln. „Das ist mittlerweile eine feste Gemeinde, die zusammenhält”, erzählt Jahn. „Man kennt sich untereinander und die Geselligkeit gehört einfach dazu.”

Über die gemeinsame Begeisterung für den Sport werden Freundschaften geknüpft, Leute verschiedener Nationen und Generationen finden zusammen. „Kinder, die eine Fremdsprache in der Schule aus Scham nicht so gerne sprechen, wenden sie hier zwangsläufig an”, weiß Jahn. Und im Gespann fahren nicht nur oft gute Freunde, sondern auch schon einmal Vater und Tochter. „Der Sport vereint wirklich Jung und Alt.”

Den besten Beweis dafür liefert George Greenland. Der Engländer, der in der Nähe von Southampton wohnt, ist mit 77 Jahren der älteste Teilnehmer im Fahrerfeld und mit dem Sport - Trialfahren entstand vor ungefähr 70 Jahren in England - groß geworden. Mit seinem Wohnmobil ist er von einer Veranstaltung in Italien direkt nach Gressenich gereist. „Ich genieße es immer wieder, hier zu sein”, sagt Greenland, der „bestimmt schon zehn Mal” bei der MSIG zu Gast war. Wie die anderen Trialer freut er sich besonders über das Wetter, das den Waldboden in einen idealen Zustand für das Trial versetzte. „Regen hätte mich aber auch nicht gestört, den kennen wir ja von zu Hause”, scherzt der 77-Jährige, der in seiner Klasse fehlerfrei auf Rang 1 fuhr.

Er ist so jemand, der mit seiner Erfahrung selbst das unwegsamste Gelände mit einer scheinbaren Leichtigkeit befährt. Nicht auf das Tempo kommt es dabei an, sondern nur darum, die einzelnen Sektionen ohne Absetzen der Füße oder anderer Gliedmaßen zu bewältigen. „Im Seitenwagen ist das noch schwieriger, da führt nur das perfekte Zusammenspiel zum Erfolg”, erzählt Arno Jahn. „Wer im Solo gut ist, fängt im Seitenwagen wieder bei Null an.”

Bei Null anfangen muss die MSIG Gressenich freilich nicht. Der Verein hat sich in der Trial-Szene längst einen Namen gemacht. „Gressenich ist sehr beliebt”, weiß Jahn um den guten Ruf des Vereins. Spätestens im Oktober kann die MSIG das wieder unter Beweis stellen: Dann findet auf dem Gelände „Kalvarienberg” ein Lauf im Eurocup für Solo-Trialer statt.
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