Händler vor Ort haben beim Schulbuch schlechte Karten

Von: tol
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Stolberg. Auch wenn´s den hiesigen Buchhandel noch so sehr schmerzt: Die Schulbücher werden auch im kommenden Schuljahr „zentral” von der Stadt eingekauft, Angebote „europaweit” eingeholt.

Zwar hatte die Schulleiterkonferenz im April beschlossen, eine solche große Ausschreibung zu umgehen und die Schulen selbst bestellen zu lassen, allerdings unter der Prämisse, dass ungekürzte Budgets an die Schulen übergehen: Für den Fall, dass man die Schultöpfe nur mit dem Geld ausstatte, das die Stadt aufgrund von Rabatten tatsächlich zahlen muss, sei dieser Weg nicht sinnvoll.

Genau das sei aber unumgänglich, wie die Verwaltung den Politikern in ihrer Vorlage für den Bau- und Vergabeausschuss skizziert: Jetzt den Schulen zu überweisen, was die Stadt dank der Rabatte bisher nicht zahlen musste, wäre ganz eindeutig eine Mehrausgabe, für die die Haushaltssituation keinen Spielraum lasse.

Am 16.Februar soll der Ausschuss die Verwaltung ermächtigen, die Ausschreibung zu initiieren, am 25. Februar soll das Stolberger Auftragsangebot bereits ans Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft und an nationale Bekanntmachungsblätter gehen. Der Ausschuss könne dann in seiner Sitzung Ende Mai die Auftragsvergabe beschließen.

Für die Stadt Stolberg fallen nach Maßgabe des Schulgesetzes im Schuljahr 2011/12 Kosten von rund 248.000 Euro an - nach Abzug der Eigenanteile von Eltern und volljährigen Schülern. Beim höchstmöglichen Rabattsatz von 15 Prozent wären noch zirka 211.000 Euro aus dem Stadtsäckel zu stemmen.

Der Auftrag soll zu drei gleichen Teilen vergeben werden. Wer einen Zuschlag erhalten möchte, muss gewährleisten, dass in der letzten Sommerferienwoche direkt an die Schulen geliefert wird, und zwar nach Klassen sortiert. Außerdem hat der Lieferant das ganze Jahr über einen Mindestbestand der erforderlichen Lehrbücher und Lernmittel vorzuhalten.

Die Chancen, einen städtischen Auftrag in Stolberg zu behalten, stehen für Buchhändler also eher wieder schlecht. Sie hatten bereits im Vorjahr bedauert, dass sich die Lieferung nur noch für Firmen lohne, die sich aufs Schulbuchgeschäft spezialisiert hätten, und ihre Hoffnung geäußert, die Händler vor Ort durch Schulbudgets wieder am Kuchen zu beteiligen.

Der Unterschied seien etwa drei Prozent weniger Rabatt. Wobei der zwölfprozentige Nachlass auch bei allen Nachbestellungen gültig sei - während die Bieter jetzt nur für vier Wochen nach Schuljahresbeginn an ihr Rabattangebot gebunden sind.
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