Hält der Jugendbus bald öfter auch in Zweifall?

Von: mepo
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Begeistert tummeln sich die Kinder und Jugendlichen um die eigens aufgestellte Bastelwerkstatt: Bei Sonnenschein und frischen Säften wird hier ein Knetball nach dem anderen gebastelt. Foto: Merve Polat

Stolberg. Kinder tummeln sich auf dem Parkplatz an der Jägerhausstraße, es wird Boule gespielt, Musik gehört und Knetball gebastelt. „Das Basteln gefällt mir heute besonders gut“, erzählt die neunjährige Maresa, die an dem sonnigen Montag den größten Knetball gebastelt hat.

Wie es denn dazu gekommen sei, dass der Jugendbus der mobilen Jugendarbeit der Stadt Stolberg Halt in Zweifall macht? Darauf weiß der ebenfalls neunjährige Silas eine Antwort: „Im Rathaus haben wir dem Bürgermeister gesagt, dass der Jugendbus immer in anderen Orten vorbeikommt, aber nie bei uns in Zweifall“.

Er ist einer der Zweifaller Grundschüler, die im März im Rahmen des Leitbildprozesses „Soziale Kupferstadt 2030“ der Verwaltungsspitze ihre Vorstellungen und Wünsche für die Zukunft ihrer Stadt mitteilten.

Die Kinder aus Zweifall hatten sich von Bürgermeister Tim Grüttemeier gewünscht, dass der Jugendbus auch in ihrem Ortsteil Station macht. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst, und die Kinder und Jugendlichen erfreuten sich an tollen Angeboten wie Longboard fahren und selbst frische Obstsäfte herstellen.

„Grundschüler sind normalerweise nicht unsere Zielgruppe, aber als Extraeinsatz ist das schon cool“, kommentiert der mobile Jugendarbeiter Herman Moonen die Aktion.

Der Jugendbus richtet sich an Jugendliche ab zwölf Jahren und befährt das ganze Jahr über neben Stolberg die Stadtteile Mausbach, Vicht, Atsch und Breinig. „Der Ortsteil Zweifall ist vom Aufbau her ziemlich eng, hier gibt es keinen großen Markt und es ist schwierig, mit einem Linienbus zu parken“, sagt Moonen. Deshalb sei der Einsatz in Zweifall erst einmal eine besondere Aktion, man könne sich jedoch durchaus vorstellen, wiederzukommen.

Der Jugendbus der Kupferstadt wurde im Jahr 2009 von Jugendsozialarbeiter Frank Döhla ins Leben gerufen. „Die Idee dahinter war, dass die Jugendtreffs in Stolberg normalerweise immer in Gebäuden stattfinden. Die Jugendlichen aus den umliegenden Ortsteilen aber kommen nicht mal eben schnell in die Stolberger Innenstadt“, erzählt Moonen.

Da kommt der Jugendbus ins Spiel: Er komme auf die Jugend zu, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenden Sinne. Denn das Ziel sei es, neben der Freizeitbeschäftigung eine Beratungsstelle anzubieten. „Wir sind Ansprechpartner für die Jugendlichen. Sie wissen, dass sie mit Problemen immer zu uns kommen können und wir auch bei Bewerbungen helfen. Durch unsere Kontakte, beispielsweise zur Stadtverwaltung, haben wir die Möglichkeit, etwas für die Jugendlichen zu bewegen“, freut sich Moonen.

Und dieser Ansatz scheint prima zu funktionieren, denn die Resonanz sei positiv. Die Jugendlichen kämen zum Beispiel an Geburtstagen mit Kuchen vorbei und an normalen Tagen werde im Bus auch zusammen gekocht.

„Auch wenn der Jugendbus mit Spielekonsolen wie einer Playstation oder Wii und Internet ausgestattet ist, kommen die Jugendlichen mit ihren eigenen Sachen wie zum Beispiel Gitarren und setzen diese für den Bus ein. Diese Initiative freut uns, denn wir sind für vieles offen“, sagt Moonen weiterhin.

Mit dem Jugendbus stehe man mitten in der Gesellschaft und erreiche viele Menschen. Als Nächstes sei geplant, den dunkelblauen Bus durch die Jugendlichen beschriften zu lassen. Und auch im Sommer werde es wieder Sonderaktionen geben, um den Jugendlichen auch weiterhin vielerlei verschiedene Angebote bieten zu können.

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